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Plön Das sagen Feuerwehrleute zur Löschrente
Lokales Plön Das sagen Feuerwehrleute zur Löschrente
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10:05 19.06.2019
Von Silke Rönnau
Heiß begehrt: Das sagen Feuerwehrleute zur Löschrente in Schleswig-Holstein. Quelle: Guido Kirchner
Plön

„Von der Idee her ist das nicht schlecht, eine zusätzliche Rente für die geleisteten Dienste zu bekommen“, sagt Wehrführer Manfred Wenselowski aus Preetz. In einigen Bundesländern gebe es zum Teil schon eine Aufwandsentschädigung pro Einsatz und Aktiven. Er betrachte das nicht als Lohn, sondern als Wertschätzung. „Eine Rente wäre ein Dankeschön, ein Schulterklopfen zum Ende der Dienstzeit“, meint er.

Die meisten Aktiven engagierten sich ja wirklich jahrzehntelang in der Feuerwehr. Ob die Löschrente allerdings ein Anreiz wäre, um neue Mitglieder zu werben, wisse er nicht. Und die Finanzierung müsste auch geklärt werden.

Bleibt die Löschrente an den Kommunen hängen?

„Ich weiß nicht, wie wir das finanzieren sollen“, meint Björn Demmin, Bürgermeister von Preetz. Die Stadt wisse, was sie an der Feuerwehr habe, und habe immer alles zur Verfügung gestellt, was an Ausstattung benötigt wurde. Es gebe auch in anderen Bereichen viel ehrenamtliches Engagement ohne monetäre Leistungen. Und er befürchte, dass die Umsetzung einer Löschrente wieder an den Kommunen hängen bleibe.

Ähnlich sieht es Demmins Amtskollege Michael Stremlau aus Schwentinental. Ob die Stadt eine solche Löschrente bezahlen könne, lasse sich noch nicht beantworten – die Vorstellungen seien bisher zu unkonkret. Aber, so Stremlau: „Vom Grundsatz her finde ich die Idee gut. Wir alle wissen, wie wichtig es ist, eine funktionierende Freiwillige Feuerwehr zu haben.“

"Wir stehen der Löschrente sehr offen gegenüber"

Schwentinentals Gemeindewehrführer Jürgen Egerland hält den Vorschlag einer Löschrente für sinnvoll: „Wir stehen dem sehr, sehr offen gegenüber.“ Die Raisdorfer und Klausdorfer Wehren leisteten im Jahr 200 Einsätze. Es gehe um Anerkennung für das Ehrenamt. Positiv wäre das sowohl für das Halten der Mitglieder als auch die Mitgliedergewinnung.

„Es ist grundsätzlich zu befürworten, wenn die ehrenamtliche Feuerwehrarbeit so unterstützt wird“, meint Kreiswehrführer Manfred Stender, Chef der 100 freiwilligen Feuerwehren im Kreis Plön mit ihren rund 3200 Aktiven. Es gebe aber auch andere Ideen, wie man das direkt machen könnte – etwa mit einer kostenlosen Nutzung von Schwimmhallen. „Der finanzielle Aufwand wird enorm sein“, mutmaßt er. Das Durchschnittsalter der Aktiven im Kreis Plön liege bei rund 42 Jahren.

Laboes Bürgermeister sieht Löschrente kritisch

Die Stadt Plön wird durch eine ehrenamtliche Feuerwehr gesichert. Wehrführer Kai Böhrens ist ebenfalls für eine Löschrente: „Gerade die älteren Kameraden fragen immer wieder danach.“ Es gehe nicht nur um eine Form der Wertschätzung, sondern auch darum, dass die Feuerwehr 365 Tage im Jahr einsatzbereit sei und den freiwilligen Helfern – vor allem denen, die selbstständig seien – so auch Arbeitszeit verloren gehe.

Die Gemeinde Laboe sieht das anders. „Wir brauchen Ideen, die schon jetzt das Ehrenamt attraktiv machen – nicht erst bei Renteneintritt“, sagt Bürgermeister Heiko Voß. Die Gemeinde bezuschusst etwa Fahranfänger mit 1000 Euro für den Führerschein, auch ein Lkw-Führerschein mit Anhänger wird subventioniert. Mitglieder der Feuerwehr kommen kostenlos ins Schwimmbad und müssen keine Strandkarte lösen: „Wir finden, dass sofortige Vergünstigungen mehr Wertschätzung zeigen, als wenn wir uns erst in mehreren Jahren bedanken.“

Während die Landespolitiker noch diskutieren, ist die Feuerwehrrente im Altkreis Eckernförde längst Realität: Die Gemeinde Altenhof zahlt seit 2010 Beiträge in die Altersversorgung ihrer Brandschützer ein, das Nachbardorf Noer folgte ein Jahr später. Der Nutzen des hohen Aufwands ist umstritten.

„Uns ist klar, dass wegen der Rente niemand in die Feuerwehr eintritt, aber es könnte das letzte i-Tüpfelchen bei der Entscheidung sein“, sagte Noers Bürgermeisterin Sabine Mues (CDU). Die Löschrente sei Ausdruck der Wertschätzung für die Kameraden, „die Leib und Leben einsetzen“.

So sieht es auch ihr Amtskollege aus Altenhof, Siegfried Brien (ABV). „Es ist eines von vielen Argumenten“, sagte er. Als die Rente vor rund zehn Jahren von der Gemeindevertretung beschlossen wurde, ging es vor allem um Dank und Anerkennung. Seitdem wird ein jährlicher Betrag von 150 Euro pro Kamerad in eine Versicherung eingezahlt. Hinzu kommen zehn Euro pro absolviertem Dienstabend und pro Einsatz.

Altenhof: Amt Schlei-Ostsee verwaltet Feuerwehrrente

Das Amt Schlei-Ostsee übernimmt die Verwaltung der Rente, die einen hohen Aufwand nach sich zieht, so Amtsdirektor Gunnar Bock. Ihm zufolge zahlt Altenhof jährlich rund 6000 Euro für 17 Feuerwehrleute, also durchschnittlich etwa 350 Euro pro Kamerad.

Nach nunmehr neun Jahren Ansparung liegt der Fonds jetzt bei 1000 bis 1500 Euro je Person. Laut der Versicherung seien die ersten Jahre weniger rentabel, da unter anderem Provision, Vertragskosten und Beratung gegengerechnet werden.

Löschrente von 75 Euro monatlich

„Laut Rentenbeispiel der Versicherung erhält ein 30 Jahre alter Feuerwehrkamerad, für den 33 Jahre lang jährlich 250 Euro eingezahlt werden, mit Vollendung des 63. Lebensjahres eine lebenslange Rente in Höhe von 75 Euro monatlich“, teilte Bock mit.

„Wenn man bedenkt, dass der landespolitische Vorschlag von einem Bruchteil der Altenhofer Einzahlungen ausgeht, gilt zu befürchten, dass nur Bürokratie aufgebläht werden würde, die den überwiegenden Nutzen aufzehren würde“, warnte der Amtsdirektor.

Noer zahlt ebenfalls 150 Euro pro Kamerad im Jahr. Hinzu kommen 15 Euro pro Einsatz, Dienstabend und Fortbildung, allerdings höchstens zehnmal. Voraussetzung ist, dass an sieben Diensten teilgenommen wurde. „Ich erhalte nur positive Rückmeldungen“, so Sabine Mues. Ihr Gemeindehaushalt wird mit rund 5000 Euro im Jahr belastet.

Keine der 182 Feuerwehren im Kreis Rendsburg-Eckernförde sei dem Beispiel aus Altenhof und Noer gefolgt, obwohl allen das Modell vorgestellt wurde, so Kreiswehrführer Mathias Schütte. Er hält andere Wege zur Motivation für sinnvoll, etwa höhere Steuerfreibeträge auf Aufwandsentschädigungen von Ehrenamtlern oder vergünstigter Eintritt in Fitnessstudios und Schwimmbäder.

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