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Plön Möltenort: Strand wird gefährlicher Ort
Lokales Plön Möltenort: Strand wird gefährlicher Ort
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17:10 03.05.2018
Von Merle Schaack
Nach den Ausschreitungen in den vergangenen Jahren ordnet die Polizei dieses Jahr für 24 Stunden einen „gefährlichen Ort“ am Strand an. Außerdem gibt es Einlasskontrollen am Strand, wo für diesen Tag ein Glasflaschen- und Waffenverbot herrscht. Quelle: Merle Schaack
Heikendorf

Wenn am Himmelfahrtstag oder "Vatertag" am Donnerstag, 10. Mai, wieder im ganzen Land Menschen mit Bollerwagen und Bierkästen durch die Gegend ziehen, liegt ein besonderes Augenmerk der Polizei im Kreis Plön auf Heikendorf. Hier kam es am Möltenorter Freistrand und einer angrenzenden Wiese im vergangenen Jahr zu Szenen, die die Gemeinde, das Amt Schrevenborn und die Polizei dazu bringen, härter durchzugreifen.

"Es gab bei den Auseinandersetzungen in den vergangenen drei Jahren eine erkennbare Steigerung", sagt Michael Martins, Leiter des Plöner Polizeireviers. "So kann es nicht weitergehen."

Schlägerei mit 20 Beteiligten

Bis zu 600 Personen hatten sich nach Angaben der Polizei bis in die Abendstunden am Strand aufgehalten. Es kam zu mehreren Schlägereien, eine davon mit etwa 20 Personen, die nur mithilfe von Diensthunden beendet werden konnte. Auch Sachbeschädigung und ein Raub gehören zur Bilanz dieser Nacht. Auch in den Jahren 2016 und 2015 war Möltenort am Himmelfahrtstag ein Einsatzschwerpunkt.

"Wir waren vergangenes Jahr gut aufgestellt. Trotzdem waren wir zu wenige", sagt Martins. Nun ergreifen Ordnungsamt und Polizei weitere Sicherheitsmaßnahmen. Zum ersten Mal überhaupt im Gebiet des Polizeireviers Plön wird der Strand und seine Umgebung deshalb am Himmelfahrtstag ab 7 Uhr morgens und für die Dauer von 24 Stunden als "gefährlicher Ort" klassifiziert. Ein Instrument, das der Polizei erlaubt, Personen anzuhalten, die Personalien festzustellen und sie und ihre Sachen zu durchsuchen. In Preetz hatte die Polizei es ebenfalls genutzt, weil Jugendliche auf dem Markt immer wieder durch Beleidigungen, Bedrohungen und Körperverletzungen auffielen.

Einlasskontrollen und Glasflaschenverbot am Strand

Zudem hat das Amt Schrevenborn einen privaten Sicherheitsdienst engagiert, der Einlasskontrollen am Strand durchführen wird. Es gilt ein Verbot für Waffen und Glasflaschen. Wer Getränke in Plastikflaschen dabei hat, muss sie aber nicht abgeben.

"Wir wollen niemandem das Feiern verbieten", sagt Martins. "Aber wer sich zu Lasten anderer Menschen betrinkt, muss damit rechnen, dass die Polizei durchgreift."

Polizei will Rücksicht auf Familien nehmen

Heikendorfs Bürgermeister Alexander Orth (SPD) bezeichnete das Vorgehen als "angemessen". "Es kann nicht angehen, dass der Strand an Himmelfahrt zu einem rechtsfreien Raum wird." Er vertraue darauf, dass die Sicherheitskräfte die Kontrollen moderat durchführen, damit Familien und Spaziergänger nicht beeinträchtigt werden.

Martins dazu: "Wir haben eine Zielgruppe vor Augen, die gut zu erkennen ist und werden nicht unnötig Familien kontrollieren."

Brennpunkte auch in Plön, Preetz und Schönberg

Neben Möltenort gilt ein besonderes Augenmerk der Plöner Polizei am Himmelfahrtstag der Badewiese am Trammer See in Plön, den Wehrberganlagen, dem Strandbad Lanker See und dem Robinson-Spielplatz in Preetz sowie dem Bereich vor der Seebrücke in Schönberg. Auch hier waren in den vergangenen Jahren Einsatzschwerpunkte. Im Vergleich zu sonst werden am 10. Mai etwa 50 Beamten mehr im Einsatz sein, darunter ein Einsatzzug mit 30 Mann, der im geschlossenen Verband eingesetzt werden kann, wo es gerade nötig ist.

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