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Plön Ein Traumjob für Benjamin
Lokales Plön Ein Traumjob für Benjamin
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17:30 31.03.2015
Von Anne Gothsch
Benjamin Bünz ist der neue Gemeindearbeiter in Hohwacht. Quelle: ago: Anne Gothsch
Hohwacht

Am Mittwoch steht Benjamin Bünz beruflich endgültig auf eigenen Füßen, denn er hat einen unbefristeten Arbeitsvertrag als Gemeindearbeiter in der Tasche. Seine vier Kollegen kennt der junge Mann schon lange, manche sogar aus Kindertagen. Bünz arbeitet mit ihnen schon seit über einem Jahr zusammen, zunächst als Praktikant, später als Mitarbeiter der Preetzer Werkstätten auf einem sogenannten Außenarbeitsplatz. „Ich mähe am liebsten Rasen“, sagt der 25-Jährige. „Benjamin ist 2008 zu uns in die Preetzer Werkstätten gekommen. Da er sich für Gartenarbeit interessiert hat, haben wir ihn in diesem Bereich ausgebildet. Bis 2013 hat er an zahlreichen Orten im Kreis Plön öffentliche Anlagen gepflegt und seine theoretischen Kenntnisse sowie praktischen Fähigkeiten erweitert“, berichtet Thomas Rinke, Bereichsleiter Pädagogik der Preetzer Werkstätten.

 Mehr und mehr habe sich in dieser Zeit sein Wunsch verstärkt, auch mal woanders zu arbeiten, sich weiterzuentwickeln. Bünz’ Familie kam auf die Idee, es am Heimatort zu versuchen, und fragte beim Bürgermeister nach, ob er sich das vorstellen könnte. Das konnte Matthias Potrafky und stand dem Vorschlag der Preetzer Werkstätten, es zunächst mit einem Praktikum zu versuchen, offen gegenüber. „Das lief sehr gut. Benjamin Bünz war sehr engagiert und fleißig. Also gingen wir den nächsten Schritt und beschäftigten ihn für ein Jahr bei uns, angestellt bei und betreut von den Preetzer Werkstätten, um zu sehen, was vielleicht noch an Fähigkeiten oder Qualifikationen fehlt“, berichtet Potrafky.

 So sei es für die Gemeinde beispielsweise wichtig, dass ein potenzieller Gemeindearbeiter auch einen Sägekursus absolviert und vor allem den Lkw-Führerschein erwirbt, da dieser für etliche Bauhof-Fahrzeuge Voraussetzung ist. Die Agentur für Arbeit in Kiel ermöglichte das gemeinsam mit den Eltern und den Werkstätten, sodass der 25-Jährige bei der Bildungseinrichtung Deula in Rendsburg die Fahrschule und -prüfung absolvieren konnte. „Für uns ist das von Vorteil, weil wir damit innerhalb des Bauhof-Teams gleich für gut ausgebildeten Nachwuchs gesorgt haben“, freut sich der Hohwachter Bürgermeister. Die Vermittlung ist eine Erfolgsgeschichte für Thomas Bohse und Kevin Huhs von der Agentur für Arbeit sowie für Thomas Rinke von den Preetzer Werkstätten. „Es zeigt, dass viel erreicht werden kann, wenn alle an einem Strang ziehen und im engen Kontakt stehen“, meint Pressesprecher Matthias Bohse.

 Für Thomas Rinke ist vor allem die Botschaft wichtig, dass die Preetzer Werkstätten für Menschen mit Einschränkungen nicht die einzige Möglichkeit der beruflichen Betätigung bleiben müssen, sondern dass es mit Eigenintiative, Zielstrebigkeit und Motivation auch gelingen kann, ein ganz normales Arbeitsverhältnis zu beginnen.