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Plön Schwimmbad-Abriss hat begonnen
Lokales Plön Schwimmbad-Abriss hat begonnen
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18:05 19.02.2015
Von Orly Röhlk
Vor zwei Tagen hat eine Fachfirma damit begonnen, das Pumpenhaus am Schwimmbad freizulegen, Vegetation zu entfernen und das Gebäude zu entkernen. Bis Ostern soll der Abriss beendet sein. Quelle: Orly Röhlk
Hohwacht

Das Gelände ist abgesperrt, und Potrafky warnt eindringlich davor, die Baustelle zu betreten. Im Haushalt des Kurbetriebs sind für den Abriss 300000 Euro veranschlagt. Nach Angaben des Bürgermeisters werden 5000 Tonnen Steine und Beton bewegt und 2600 Kubikmeter Boden zum Auffüllen benötigt, da Becken und Gerätehaus fünf Meter ins Erdreich hineinragen. Alle Materialien – Holz, Metall, Glaswolle und Asbest – werden getrennt entsorgt. Einige Säcke sind bereits befüllt und stehen zum Abtransport bereit. Das Dach wird teilweise per Hand abgetragen, und ganz zum Schluss Rasen wird angesät.

 Viele Jahre sind ins Land gegangen, seit sich 1996 die Türen zum Schwimmbecken zum letzten Mal schlossen. 1973 in Betrieb genommen, war das Bad mit steigenden Energiekosten finanziell nicht mehr zu tragen. In 30 Jahren flossen rund zwei Millionen Euro in den Kurmittelbetrieb. Bis 2006 wurde in dem Gebäude das Kurmittelzentrum betrieben, dann war auch damit Schluss. Seither ist die Anlage eine Ruine.

 Im Mai 2008 beschloss die Gemeindevertretung einstimmig den Abriss, doch ging weitere Zeit ins Land, weil man offensichtlich die Kosten scheute. Das Tourismuskonzept Hohwachter Bucht eröffnete im gleichen Jahr eine neue Perspektive für das Gelände und legte eine gesundheitlich-medizinische und touristische Nutzung nahe. Die Idee des Medical Wellness Centers mit Strahlkraft für die gesamte Region war geboren.

 In Kürze soll in Kooperation mit Lütjenburg eine Machbarkeitsstudie für ein Gesundheitszentrum für Präventivmedizin folgen. Die Gemeinde lotet derweil mögliche Förderquellen aus. Auf der 2000 Quadratmeter großen Fläche der ehemaligen Tennisplätze soll das Zentrum gebaut werden. Wird mehr Platz dafür gebraucht, sei es erweiterbar in Richtung des Schwimmbadgeländes, das insgesamt 6000 Quadratmeter groß ist. Dort könnten laut B-Plan-Entwurf 20 „Dünenweg“, für den im Dezember ein neuer Aufstellungsbeschluss erfolgte, Ferienapartments mit Meerblick entstehen.

 Derzeit läuft die frühzeitige Bürgerbeteiligung, und die Behörden geben Stellungnahmen dazu ab. Potrafky rechnet für Herbst mit einem Ende des Verfahrens. Träger des Präventivzentrums soll ein kommunaler Verband sein. Die Investition will man über die Verpachtung an einen privaten Betreiber abtragen.