Hotel am Rathaus: Pächter hat Insolvenz beantragt
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Plön Pächter hat Insolvenz beantragt
Lokales Plön Pächter hat Insolvenz beantragt
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17:00 21.04.2020
Von Astrid Schmidt
Das Hotel am Rathaus in der Schönberger Fußgängerzone soll nach der Insolvenz des Pächters mit einem neuen Betreiber starten.
Das Hotel am Rathaus in der Schönberger Fußgängerzone soll nach der Insolvenz des Pächters mit einem neuen Betreiber starten. Quelle: Astrid Schmidt
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Schönberg

Vor eineinhalb Jahren hatte der gebürtige Däne Thorben Lind Pedersen das Hotel am Rathaus in Schönberg von Eigentümer Dieter Kopplin gepachtet. Pedersen, eingetragener Kaufmann, hatte am 20. März mit seiner zweiten Firma Bed Factory Insolvenz angemeldet, die dadurch auch das Hotel am Rathaus betrifft.

Alle 16 Mitarbeiter haben ihre Kündigung erhalten

Kopplin bedauert diese Situation sehr, aber es gebe bereits zwei Interessenten, die den Betrieb pachten und fortführen möchten. Der Insolvenzverwalter konnte nicht, wie sonst üblich, den Betrieb fortsetzen, denn Corona-bedingt mussten Hotel und Restaurant schließen. Die 16 Mitarbeiter haben zum 30. April ihre Kündigung erhalten, doch Dieter Kopplin will keinen Pessimismus aufkommen lassen. „Hotel und Restaurant liefen wirtschaftlich gut, bereits im ersten Jahr hatte der neue Pächter Gewinn erwirtschaftet und das ist nicht unbedingt selbstverständlich“, erklärte der Eigentümer.

Fünf weitere Hotelzimmer entstehen

Die Schließung nutzt er nun für die vorbereitenden und lärmintensiven Arbeiten für den Ausbau über der Diele. „Wir wollen dort fünf weitere Hotelzimmer mit einer Größe zwischen 40 und 50 Quadratmetern bauen“, kündigte Kopplin an. In der gerade erst erfolgten Einstufung der Dehoga als Drei-Sterne-Plus-Haus sieht er eine deutliche Bestätigung seiner Investition. Zum Spätsommer hoffe er auf die Fertigstellung der neuen Zimmer.

Nutzung des Veranstaltungssaals soll nicht kostenlos sein

In dem neuen Vertrag mit dem künftigen Pächter werde er aber vor allem eine Änderung vornehmen, die die Nutzung des großen Saals des Hotels betrifft. Es war seinerzeit vertraglich festgelegt, dass Vereine und Verbände sowie Institutionen der Region den Saal möglichst kostenlos nutzen sollen. Damit wollte er der historisch gewachsenen Verbundenheit des gastronomischen Betriebes mit der Region Tribut zollen. „Die Erfahrungen haben aber gezeigt, dass das nicht leistbar ist. Ein solcher Saal hat immense Kosten für Heizung, Strom sowie Reinigung und den Auf- und Abbau von Gestühl und so weiter. Die Abnutzung von Parkett und Gestühl ist dabei noch nicht mit einbezogen. Das kann es eben leider nicht zum Nulltarif geben“, erklärte Kopplin.

Hintergrund: Ende 2019 hatte es Verstimmungen gegeben, als Pedersen eine Pauschale von 250 Euro für die Saalnutzung erhoben hatte. Darauf hatten sich einige Vereine und Verbände nach anderweitigen Möglichkeiten umgesehen. „Die Kosten für den Saalbetrieb belaufen sich auf rund 500 Euro, da ist die Hälfte schon ein Entgegenkommen“, so Kopplin. Gerne wolle er auch weiterhin das Haus als Hotspot für die Schönberger Kulturangebote bereitstellten, doch über eine künftige Kostenregelung werde er mit der Gemeinde Schönberg das Gespräch suchen.

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Bruder des insolventen Betreibers will übernehmen

Einer, der sich als neuer Pächter bewerben möchte, ist Michael Lind Pedersen, der Bruder des insolventen Betreibers. Er war bisher bereits im Betrieb angestellt. „Ich würde das Hotel am Rathaus sehr gerne weiter betreiben, denn während der vergangenen eineinhalb Jahre habe ich das Geschäft mit aufgebaut“, erklärte Pedersen auf Nachfrage.

Eines ist Dieter Kopplin bei seinen Bestrebungen, das Haus so schnell es geht, wieder zu öffnen, besonders wichtig: „Alle getätigten Buchungen für Feiern, Jubiläen und andere Veranstaltungen behalten ihre Gültigkeit und werden durchgeführt – vorbehaltlich natürlich der Vorgaben durch die Corona-Verordnung.“

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