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Plön Barkauer Land setzt auf Mitfahrbänke
Lokales Plön Barkauer Land setzt auf Mitfahrbänke
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19:00 15.08.2019
Von Silke Rönnau
Elvira Berndt und die Bürgermeister Rainer Hingst, Hauke Schmidt und Daniel Smederevac unterstützen die Idee der Mitfahrbänke. Quelle: Silke Rönnau
Honigsee

Die Idee sei ihr schon im vergangenen Jahr durch den Kopf gegangen, erzählte Elvira Berndt. Sie strich eine Bank, die vorher am Dorfplatz gestanden hatte, in der Farbe Rot an und stellte sie an der Bushaltestelle in Honigsee in Richtung Kirchbarkau auf. „Eine weitere habe ich der Feuerwehr abgeschnackt“, verrät sie lachend.

Dort können nun Honigseer warten, die in Richtung Preetz wollen. Die Kosten für die Aktion übernahm sie aus dem Verkaufserlös eines selbst gestalteten Fotokalenders.

Mitfahrbänke sind gerade in ländlichen Regionen ideal

Dieses Modell der Mitnahme- oder Mitfahrbank zur Mobilität auf dem Lande existiere bereits in etlichen Gemeinden in Schleswig-Holstein, betont die ehemalige Sozialpädagogin. Viele Menschen könnten oder wollten nicht mehr selbst Auto fahren. Gerade in ländlichen Regionen, in denen der öffentliche Nahverkehr nicht ausreiche, sei es eine unkomplizierte Möglichkeit, etwas mobiler zu bleiben.

Auch sie selbst hat die Bänke schon ausprobiert. „Am Sonntag hatte ich bei dem schönen Wetter gerade den Daumen rausgehalten, da hielt das erste Auto schon an“, erzählt sie. Die vierköpfige Familie nahm sie nach Kirchbarkau mit.

Projekt fördert auch die Nachbarschaft

„Ich will es auf jeden Fall weiter nutzen – nicht nur wegen des ökologischen Aspekts“, betont Berndt. Denn das Projekt sei auch gut für die Nachbarschaft und Kommunikation untereinander.

Sie habe Bürgermeister Rainer Hingst angesprochen, der das Projekt beim Bürgerverein Barkauer Land und den Nachbargemeinden Großbarkau und Klein Barkau vorgestellt habe. „Da kann man nicht viel falsch machen mit den Bänken“, meint dieser, zumal die Gemeinde dank des Zuschusses von Elvira Berndt nur wenig Haushaltsmittel in die Hand nehmen musste.

Bänke in Großbarkau aus Eichenstamm

Aus einem Eichenstamm wurden die beiden Bänke in Großbarkau herausgeschnitten. Die Kosten von 360 Euro pro Stück sponserten Bürgermeister Daniel Smederevac und Gerhard Dierks. „Sie werden schon gut genutzt“, erzählt Smederevac. Selbst diejenigen, die vorher Kritik geäußert haben, hätten schon Wartende mitgenommen.

Auch er selbst habe schon angehalten, weil eine Person auf der Bank saß. Diese wusste noch gar nichts von dem Projekt und wollte einfach lieber auf der Bank draußen als im Buswartehäuschen auf den Bus warten, nutzte dann aber die Chance und stieg beim Bürgermeister mit ein.

Die Mitfahrbänke förderten die Kontakte untereinander, meint er. „Später kann man sich ja vielleicht auch persönlich absprechen, wenn man in den nächsten Ort mitgenommen werden möchte.“ Elvira Berndt schlug die Gründung von Whatsapp-Gruppen als nächsten Schritt vor.

Mifahrstationen auch in Klein- und Kirchbarkau

Weitere Exemplare sollen in Klein Barkau aufgestellt werden, kündigt Bürgermeister Hauke Schmidt an. Und auch am Markttreff in Kirchbarkau soll in Absprache mit Bürgermeister Frank Jedicke eine Station entstehen, allerdings nur mit Schildern, denn Bänke gebe es genug an der Bushaltestelle, so Elvira Berndt.

Sie träumt auch von einer Mitfahrbank am Garnkorb in Preetz, dort soll es aber noch in den Gremien beraten werden. „Mit Flintbek haben wir auch schon Kontakt aufgenommen – und vielleicht schaffen wir ja tatsächlich eine Verbindung von Preetz nach Nortorf.“

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