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Plön In Muxall hat die Karpfenernte begonnen
Lokales Plön In Muxall hat die Karpfenernte begonnen
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18:06 13.10.2019
Von Astrid Schmidt
Ha, das ist ein Prachtkerl - Matthias Hahn aus Prasdorf ist seit Kindesbeinen dabei, wenn die Teiche in Muxall abgefischt werden und freut sich über diesen Fang. Christiane Göttsch (zweite von rechts) freut sich über viele Helfer bei der Karpfenernte. Quelle: Astrid Schmidt
Probsteierhagen

Es ist Zeit für die Karpfenernte in der Teichwirtschaft Göttsch in Muxall. Dort fanden sich rund 30 Helfer ein, die Kristiane und Gerhard Göttsch mit Tatkraft, Kescher und bester Laune zur Hand gingen. Am Ende des Tages konnten an die 140 Zentner Fisch aus den Teichen in die Hälterbecken gebracht werden. Dort wässern sie aus, bevor im November der Verkauf beginnt.

Neun Uhr morgens an den Kasseeteichen der Fischzucht Göttsch: Männer und Frauen in Wathosen und Gummistiefeln, Kinder in Matschanzügen, vereinzelt Hunde, machen sich auf den Weg zu den Kasseeteichen. Der größte von ihnen, 35 Hektar, war vor vier Wochen abgelassen. Denn die Karpfensaison beginnt Anfang November. Im Vorfeld ist es in der Teichwirtschaft Göttsch gute Sitte, dass Verwandte, Freunde, Natur- und Fischliebhaber sich einfinden, um mit Hand anzulegen.

So läuft die Karpfenernte

So auch in diesem Jahr. Männer in Wathosen ziehen das Netz durch das letzte Flachwasser des Teiches und treiben die Karpfen so zusammen, um sie dann mit Keschern einzusammeln. In großen Bottichen hieven die Helfer die spaddelnde Masse in den Hälter, der auf dem Anhänger des Traktors bereit steht. Der Hälter ist mit Wasser gefüllt, dem Sauerstoff zugesetzt ist. Schonend werden die Karpfen so in das Hälterbecken auf dem Hof der Fischzucht transportiert. Dort wässern sie aus, bevor sie ab November auf dem Verkaufstisch landen.

Matthias Hahn, schon seit Kindesbeinen mit seinem Vater dabei, gehört zu den Stammfischern. „Es macht immer wieder Spaß“, sagte der Prasdorfer. Dabei ist auch Matthias Nebendahl aus Schönberg, der an diesem Tag Anzug und Büro gegen Wathose und Kescher an freier Natur getauscht hat.

Auch Philipp Naumann aus Hamburg genießt das „Gemeinschaftserlebnis und die Natur pur“ wie er sagt. Sebastian Lamp aus Stein hat seinen Sohn Pepe mitgebracht. „Sammel mal die Schleie aus dem Bottich“, weist er den Fünfjährigen an. Schlammverschmiert ist sein Gesicht und es strahlt.

Über zehn Kilogramm auf der Waage

Mit Feuereifer ist er dabei, wuchtet Kescher um Kescher mit seinem schuppigen Inhalt in den Bottich. „Es ist einfach toll. Man kann den Kindern hier den Kreislauf der Natur zeigen. Dort hinten, die Reiher und Möwen bekommen auch ihren Teil vom Fang. „Da, guck mal, Pepe, die beiden Adler“, macht er seinen Sohn auf die kreisenden Vögel aufmerksam. So geht es allen, die an diesem Tag dabei sind: Es ist ein immer seltener werdendes Erlebnis in freier Natur.

Da stört es keinen, dass es nieselt, der Schlamm spritzt und die Gummistiefel im Matsch versinken. Alle sind am Ende glücklich und erfüllt von einer Gemeinschaftsleistung, die messbar ist. Messbar in Kilogramm und Zentner, in goldgelb glänzenden Karpfen, Schleien und Hechten.

Die größten Brocken bringen an diesem Tag über zehn Kilogramm auf die Waage. „Hauptsächlich sind es Spiegelkarpfen und Schuppenkarpfen, wobei die Schuppen beim Spiegelkarpfen einfach nur weggezüchtet wurden“, erklärte Gerhard Göttsch. Er zeigt auch den Unterschied zum schmaleren Graskarpfen. „Das ist der Rasenmäher, der hält die Teiche schön sauber“, so der Fachmann.

Nachfrage nach Karpfen ist rückläufig

Seine Schwester Christiane Göttsch bedauert ein wenig, dass die Nachfrage nach dem Karpfen als beliebter Speisefisch nach wie vor rückläufig ist. „Vor allem die jungen Leute essen nicht mehr so viel Karpfen“, schätzt sie ein. Dabei sei der Karpfen der einzige Fisch, den Greenpeace aufgrund seiner nachhaltigen Zucht als unbedenklich empfiehlt.

„Und die Zubereitung ist ganz einfach. Wer Würstchen kochen kann, kann auch Karpfen zubereiten“, weiß Göttsch. Ihr Favorit ist Karpfen blau. „Aber man kann den Karpfen auch grillen, braten oder dünsten“, sagt sie.

Hier gibt es Karpfen

Ab Anfang November, jeweils sonnabends, von 9 bis 13 Uhr, gibt es nun in der Fischzucht Göttsch am Kasseeeteich Karpfen, Schlei, Barsch, Hecht in allen Varianten, je nach individuellem Bedarf im Ganzen, halbiert, in Stücken oder auch geräuchert. Auch nach telefonischer Absprache kann der Fisch gekauft werden, Tel.: 04348/379, oder mobil 01739149519.

Der Klassiker: Karpfen blau

Einen Sud zubereiten aus Wasser, Zwiebeln, Lorbeerblatt, den zuvor gesalzenen Karpfen in Stücken hineingeben, nicht kochen, sondern ziehen lassen. Wenn sich eine Schuppe leicht herausziehen lässt, ist der Fisch gar. Dazu schmecken Salzkartoffeln, Meerrettich, geriebener Apfel und flüssige Butter.

Klicken Sie hier, um weitere Fotos von der Karpfenernte in Muxall zu sehen.

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