In Raisdorfer Grundschule wurde unter Teppichböden Asbest entdeckt
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Plön Asbest im Teppichkleber entdeckt
Lokales Plön

In Raisdorfer Grundschule wurde unter Teppichböden Asbest entdeckt

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07:00 30.07.2020
Von Jürgen Küppers
Schwentinentals Bürgermeister Thomas Haß (li.) und Sachgebietsleiter Gerd Kemper hatten viel zu tun, um das Problem mit dem Asbest im Teppichkleber an der Raisdorfer Grundschule in den Griff zu bekommen. Jetzt ist dies offenbar gelungen.
Schwentinentals Bürgermeister Thomas Haß (li.) und Sachgebietsleiter Gerd Kemper hatten viel zu tun, um das Problem mit dem Asbest im Teppichkleber an der Raisdorfer Grundschule in den Griff zu bekommen. Jetzt ist dies offenbar gelungen. Quelle: jürgen Küppers
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Schwentinental

Ans Licht kam die böse Überraschung bei Sanierungsarbeiten im sogenannten Stammklassengebäude der Schule: Der Kleber unterhalb der Teppichböden enthielt Asbest. Drei der insgesamt acht betroffenen Klassenräume wurden in den Sommerferien saniert, gereinigt und mit neuen Bodenbelägen ausgestattet.

Gleiche Arbeiten für die restlichen fünf Räume sollen wahrscheinlich Anfang kommenden Jahres folgen. Gesundheitliche Gefahren für Kinder oder Lehrer hätten laut Stadtverwaltung aber zu keiner Zeit bestanden, seien auch künftig nicht zu erwarten.

Laborwerte geben Entwarnung für Schüler und Lehrer

In ihrer Einschätzung fachlich gestützt sieht sich die Stadt durch Untersuchungen des Umwelt Central Labors (UCL) in Kiel. Das Labor habe vor und nach der Sanierung Messungen vorgenommen. „Dabei zeigte sich: Die festgestellten Werte sind absolut unbedenklich“, erklärte Bürgermeister Thomas Haß auf Nachfrage der Kieler Nachrichten. Als Grund für die Unbedenklichkeit gibt die Stadt an: Die Asbestfasern seien durch den Teppichkleber so stark gebunden, dass sie nicht in die Luft gelangen könnten. 

Trotzdem ließ die Gemeinde zu Beginn der Sommerferien bei den Sanierungsarbeiten große Vorsicht walten. In drei Klassenräumen wurden die Teppichböden abgenommen, der Asbestkleber vom Boden abgeschliffen.

Damit dabei keine Partikel in die Luft entweichen, wurden die Klassenräume mit dunklen Folien versiegelt, die Luft von Spezialpumpen abgesaugt. Die Arbeiter trugen Schutzanzüge, um sich vor den Krebs erregenden Asbestfasern zu schützen.

Im kommenden Jahr wird weiter saniert

Die restlichen fünf Klassenräume mit solchen Fasern unter den Teppichen werden nach Angaben der Stadt voraussichtlich Anfang kommenden Jahres saniert und mit neuen Böden ausgestattet. Ein gesundheitliches Problem für Schüler und Lehrer sei das aber nicht, wie der auch für Schulen zuständige Sachgebietsleiter Gerd Kemper auf Nachfrage betonte: „Architekt und Labor haben uns versichert, dass die gemessenen Raumluftwerte bei den Fasern fast bei null liegen. Insofern kann dort nach den Ferien ohne Bedenken wieder Unterricht stattfinden.“

Noch nicht abgeschlossen ist die derzeit noch laufende Untersuchung des Abwasser-Kanalsystems mit einer Minikamera rund um die Grundschule. Anlass dafür war eine Rohrverstopfung mit der Folge, dass sich an der Oberfläche Wasser staute. Der Schaden ist laut Kemper mittlerweile zwar behoben. „Trotzdem wollen wir jetzt genau wissen, wo das Wasser überall hinfließt, um solche Stauungen künftig zu vermeiden. 

Probleme gab es an der Schule schon öfter

Probleme mit Nässe und Feuchtigkeit gab es an der Grundschule schon in der Vergangenheit. Auf dem entsprechenden Dach sei aber vor zwei Jahren eine Feuchtigkeitssperre eingebaut und damit das Problem gelöst worden. Beim Schulhof stehe in nächster Zeit allerdings eine Sanierung an. Bereits eingebaut worden seien neue energetisch effiziente Türen an den Eingängen zu den diversen Schulgebäuden. 

Insgesamt rechnen Bürgermeister und Sachgebietsleiter damit, dass bis Ende Herbst an der Schwentineschule rund 200.000 Euro investiert werden müssen – davon sind rund 78 000 Euro vom Land. An- oder gar Neubauten – so wie sie an der Klausdorfer Astrid-Lindgren-Grundschule erwogen werden – habe die Politik für die Raisdorfer Grundschule bislang noch nicht im Auge. „Insofern gehen wir davon aus, dass wir dort erst einmal weiter in Sanierungen investieren“, betonte Thomas Haß.

Astrid-Lindgren-Schule hat Vorrang

Vordringlich sei hingegen die Umgestaltung der Astrid-Lindgren-Schule. Hier rechnet der Bürgermeister mit einer „siebenstelligen Summe“ – auch für Errichtung einer Mensa oder Räume für die Ganztagsbetreuung. Damit könne auch das Provisorium der von einem Verein getragenen Betreuten Grundschule in Containern endlich beendet werden.

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