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Plön LWG will Schwimmhalle in Laboe schließen
Lokales Plön LWG will Schwimmhalle in Laboe schließen
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21:36 28.08.2019
Von Frida Kammerer
Jetzt also doch: LWG will Schwimmhalle in Laboe schließen Quelle: Frida Kammerer (Archiv)
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Laboe

Die Laboer Wählergemeinschaft (LWG) will die Meerwasserschwimmhalle schließen. Ein entsprechender Antrag soll im Werkausschuss am kommenden Mittwoch diskutiert werden. Zwei mögliche Schließungsdaten beantragt die LWG: Entweder den 31. Dezember in diesem Jahr, oder den 30. Juni 2020, also gegen Ende des laufenden Schuljahres. In zweitem Falle, ist die Schwimmhalle nur noch bis Juni fürs Schulschwimmen und den Vereinsbetrieb geöffnet. Als Argumente nennt die LWG vor allem die Kosten, die sich jährlich auf 500.000 Euro belaufen. Zweimal sei außerdem schon die Schließung der Schwimmhalle beschlossen worden und seit sechs Jahren habe es keine konkreten Entscheidungen gegeben.

Schwimmhalle Laboe: SPD stellt Gegenantrag

Darin plädiert die Fraktion für „eine neue Schwimmhalle am Standort Laboe.“ Bei der Empfehlung beruft sich die SPD in ihrem fünfseitigen Antrag auf das Gutachten von 2017 und verweist auf stockende Verhandlungen mit den umliegenden Gemeinden. Die SPD spricht sich in ihrem Antrag ausdrücklich für dafür aus „den Weg zu einem Standort in Laboe freizumachen“ – allerdings an einem anderen Standort. Eine „Ausweisung eines geeigneten Areals am Ortseingang“ wird von der Fraktion vorgeschlagen. Außerdem solle den Umlandgemeinden zugesagt werden, dass Laboe einen überproportionalen Beitrag von 200000 Euro trägt, wenn das Ostseebad den Standortzuschlag erhält.

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Bürgermeister sieht in LWG-Antrag für Schwimmhalle Laboe "falsches Signal"

Bürgermeister und Werkleiter Heiko Voß (parteilos) sieht den Antrag der LWG, der vor dem Antrag der SPD gestellt wurde, als „falsches Signal“, ist jedoch froh, „dass dieses wichtige Thema wieder in der Diskussion ist.“ Der SPD-Antrag hingegen sei zielführend, da er ein „Bekenntnis für Laboe als Standort“ ist. Er enthalte ein „klares Signal an unsere Umlandgemeinden“ für Laboe. „Der Antrag ist eine große Chance für Laboe am Mittwoch Einigkeit zu zeigen“, erklärte Bürgermeister Voß.

Die Bürgerinitiative „Pro Schwimmhalle Laboe“ sieht den in zwei Bürgerentscheiden erklärten Willen der Laboer Bürger zum Erhalt der Schwimmhalle als „erneut ignoriert“. Für das Personal entstehe wieder eine unzumutbare Belastung. Mit der Wahl eines hauptamtlichen Bürgermeisters seien gute Voraussetzungen geschaffen, den Stillstand zu überwinden. Vor diesem Hintergrund sei der Antrag der LWG „ein völlig unsinniger Antrag“. „Aus unserer Sicht ist jetzt der richtige Zeitpunkt dafür, dass sich alle Fraktionen zusammensetzen und gemeinsam ein Konzept entwerfen, dem die Bürger und interessierte Nachbargemeinden zustimmen können“, hieß es aus der Bürgerinitiative.

Schwimmhalle Laboe sollte bis Februar geöffnet bleiben

Im KN-Interview Anfang August kündige Voß noch an, die Schwimmhalle Laboe noch bis Februar offen zu lassen. Probsteier Schulen garantierte er sogar den Schulschwimmbetrieb bis 2020. Verschiedene Maßnahmen haben die Schwimmhalle bisher am Leben gehalten – allerdings musste sie über Pfingsten aus Personalmangel kurzzeitig schließen. Zwar wurde im Januar ein Zweckverband angekündigt, Gespräche dazu blieben jedoch noch aus. In zwei Bürgerentscheiden, 2014 und 2017 haben sich die Laboer für den Erhalt der Schwimmhalle ausgesprochen. Eine knappe Mehrheit sprach sich für die Aufhebung des Beschlusses der Gemeindevertretung aus, der die Schließung der Schwimmhalle vorsah.

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Klicken Sie sich durch die Geschichte der Schwimmhalle Laboe.
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Hans-Jürgen Schekahn 23.08.2019
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