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Plön Nachbesserung für Hartz-IV-Empfänger
Lokales Plön Nachbesserung für Hartz-IV-Empfänger
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00:17 07.12.2013
Von Hans-Jürgen Schekahn
Quelle: dpa/Archivbild
Plön

Wer lange Zeit arbeitslos ist und von Hartz-IV lebt, der erhält auch seine Kosten für die Mietwohnung ersetzt - soweit sie denn angemessen sind. Dafür kommen das Jobcenter und die jeweiligen Kommunen auf. Da aber die Mieten in Stadt und Land unterschiedlich hoch ausfallen, müssen unterschiedliche Sätze für die Mietobergrenzen festgelegt sein. Seit 2009 gab es beim Jobcenter zwei Abstufungen. Wer in den Städten Plön, Preetz, Schwentinental, Amt Schrevenborn, Laboe und Schönberg wohnte erhielt etwas mehr Geld für die Wohnung als die Hartz-IV-Empfänger im übrigen Teil des Kreises.

 Aber auch diese Regelung fiel zuletzt bei den Sozialgerichten durch. Der Kreis beauftragte Ende vergangenen Jahres eine Fachfirma damit, ein neues Berechnungssystem zu erarbeiten. Sie analysierte flächendeckend den Wohnungsmarkt und rechnete die durchschnittlichen Miethöhen aus. Daran orientiert sich nun der Zuschuss.

 Ab sofort gelten für das Jobcenter, Städte und Ämter andere Maßstäbe. Danach ist der Kreis in vier Zonen aufgeteilt, in denen unterschiedliche Sätze für die Kosten der Unterkunft fällig werden. Den höchsten Mietzuschuss erhalten Hartz-IV-Empfänger im Amt Schrevenborn und in Schwentinental. Hier sind die Wohnungen besonders teuer, also benötigen die Betroffenen eine höhere Unterstützung. Als Berechnungseinheit danach folgen die Städte Plön und Preetz. In der dritten Gruppe sind die Ämter Bokhorst-Wankendorf, Preetz-Land, Selent Schlesen und die Gemeinde Bönebüttel zusammengefasst. Am wenigsten erhalten die Betroffenen in den Ämtern Großer Plöner See, Lütjenburg und Probstei. Hier sind allerdings auch die Mieten am niedrigsten.

 In Zahlen ausgerückt: Eine vierköpfige Familie beispielsweise aus Mönkeberg bezieht 601,80 Euro für die Bruttokaltmiete (ohne Heizkosten und Warmwasser). Würde sie beispielsweise in Stolpe leben, müsste sie mit 512,55 Euro zufrieden sein. Ein Single aus Schwentinental kann mit 357 Euro Unterstützung für die Bruttokaltmiete rechnen. In Lütjenburg erhielte er nur 315 Euro.

 Eine weitere Veränderung betrifft die Regelung über die Wohnungsgröße. Bislang mussten die Obergrenzen der Wohnungsgrößen stur eingehalten werden. Einer allein lebenden Person stand beispielsweise nicht mehr als 50 Quadratmeter zu. Jetzt wird es flexibler gehandhabt. Falls die Wohnung zwar ein bisschen größer ist als eigentlich vorgesehen, dafür aber einen vergleichsweise günstigen Quadratmeterpreis hat und geringe Nebenkosten, lassen die Behörden solche Fälle in Zukunft durchgehen.

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