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Plön Gemeindechronik auf rund 300 Seiten
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18:08 10.01.2019
Von Frida Kammerer
Frank Schnathmeier (46), Herbert Schnathmeier (70), Barbara Semleit (50), Adolf Schöning (86) und Hans-Konrad Schröder (74) haben zusammen an der Chronik von Kalübbe gearbeitet. Quelle: Frida Kammerer
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Kalübbe

Diese Massen haben Herbert Schnathmeier zur Kalübber Chronik geführt: Fotos, private Dokumente und alte Zeitungen. Der 70-Jährige hatte 1993 angefangen, eine Feuerwehr-Chronik zum 100-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Kalübbe zu erstellen. Als die dann 2007 fertig war, erkannte Schnathmeier, was er für Schätze entdeckt hatte und dass es doch eigentlich für eine ganze Kalübbe-Chronik reichen würde.

Und die Klüver – wie man die Kalübber auf Plattdeutsch nennt – haben Schnathmeier tatkräftig unterstützt. Hunderte Fotos bekam er von den Einwohnern. Mit einem Fragebogen hat er bei den heutigen Hausbewohnern erfragt, was sie zur Geschichte ihres Hauses oder ihrer Familie wissen – und bekam viele Antworten. Manche fanden noch handgeschriebene Schulbücher in Sütterlin oder Kurrent.

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Erstaunliche Zeitdokumente über den Krieg

Vor allem die Berichte über den Krieg haben den Hobby-Chronisten erstaunt: "Die Zeitungen schrieben geradezu euphorisch über den Krieg". Schnathmeier fand ein Urteil, mit dem jemand bestraft wurde, weil er während eines Luftangriffs nicht sein Haus verdunkelte. Eine andere Geschichte erzählt von einem britischen Agenten. Er gab an die Royal Airforce den Standort eines Zuges weiter, der daraufhin beschossen wurde. Den Agenten fand man dann im Wald – und richtete ihn auf dem Dorfplatz hin. "Aber ob das so stimmt...", zweifelt Schnathmeier seinen Fund an.

Eine weitere Kuriosität in Kalübbes Chronik ist das Anemoskop, eine Art Wetterfahne, die früher jedes Haus in Kalübbe hatte. Die Bedeutung davon ist nicht bekannt, es gibt auch kein Exemplar mehr davon. Bis Hans-Konrad Schröder eins nachgebaut hat. Nur anhand von Bildern ist das dem Schlossermeister gelungen.

Bürgermeisterin von Chronik überrascht

Bürgermeisterin Barbara Semleit war "geplättet" von der Fülle an Material: "Ich glaube, Herbert hat so ziemlich alles über Kalübbe gefunden, was es zu finden gab", sagt sie, die das Vorwort zur Chronik verfasst hat. Bisher ist eine Auflage von rund 300 Exemplaren geplant: "Wir haben 268 Haushalte in Kalübbe", rechnet Semleit vor. Aber es gebe auch viele Anfragen von Weggezogenen.

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