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Plön Ein Mann kämpft um seine Tochter
Lokales Plön Ein Mann kämpft um seine Tochter
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14:36 18.10.2019
Von Hans-Jürgen Schekahn
Ein Fall von Kindesentzug liegt beim Jugendgericht in Plön. Eine Frau ging mit ihrer Tochter, die in Blekendorf lebte, nach Spanien. Seit 2015 konnte der Vater seine Tochter nicht mehr sehen. Quelle: Kruse, Maren
Blekendorf/Plön

Die heute 49-Jährige lebte bis Januar 2015 mit dem Kind in Blekendorf. Dann verschwand sie nach La Gomera, eine der kanarischen Inseln. Im Gespräch mit den Kieler Nachrichten verzweifelt der Kindesvater an der Situation und daran, dass es den deutschen Behörden in knapp fünf Jahren nicht gelungen ist, festzustellen, wie es dem Kind überhaupt geht. Er fürchtet das Schlimmste.

Aggressionen nahmen in der Schwangerschaft zu

Die beiden lebten in Berlin und haben sich dort kennengelernt. Das erste halbe Jahr der Beziehung verlief noch ganz harmonisch, so schildert es der Mann. Dann begannen die Probleme. „Sie hat versucht, mich sozial zu isolieren. Wenn man nicht ihrer Meinung war, ist sie sehr aggressiv geworden.“ Das steigerte sich noch während der Schwangerschaft. Zum Teil neigte die Frau auch zu selbst verletzenden Handlungen, ritzte sich mit einem Messer die Finger, so der 47-Jährige. Er schaltete nach der Geburt 2010 die Behörden ein, suchte Hilfe. 

Nachbarn bezeichnen die Frau als "wirr"

Später zog die Frau für einige Jahre nach Blekendorf, lebte dort zur Miete. Nachbarn beschreiben ihr Verhalten als „wirr“. Sie habe ihr Leben nicht in der Hand gehabt. Stundenlang habe sie nachts Telefongespräche geführt. Als sie die Miete schuldig blieb, gab es eine Zwangsräumung. Sie verschwand vorher und ließ ihre Sachen zurück. Offenbar reiste sie danach nach Spanien

Nur 14 Besuche in rund drei Jahren erlaubt

Der Kindesvater versuchte, seine Tochter in der Zeit in Blekendorf zu sehen. Es gelang ihm unter Vermittlung der Behörden, 14 Besuche für jeweils zwei Stunden zu arrangieren. Eine dritte Person musste dabei sein. Die Treffen fanden in Kirchenräumen in Preetz statt. Als ein psychologisches Gutachten über die Frau näher rückte und die Besuche des Mannes ohne weitere Personen im Raum standen, verschwand die Frau nach Spanien

Mutter verweigert Kontaktaufnahme

Der Kindesvater hat Kontakt zur Familie der Frau, die auf seiner Seite steht. Seit 2015 versuchte er mehrmals, sein Kind in Spanien zu treffen – vergeblich. Die Mutter verweigerte es.

Sorgerecht ging nach einem Polizeieinsatz auf den Kreis Plön über

Vor etwas über einem Jahr reiste die Frau zu einer Bekannten nach Heidelberg. Auch dort kam es nicht zu einem eigentlich geplanten Treffen mit dem Vater. Doch es gab einen Vorfall. Die Frau wurde so aggressiv in der Wohnung der Bekannten, dass die Polizei rief. Hier hätte die Chance bestanden, das Kind in staatliche Obhut zu bekommen. Das scheiterte damals noch. Denn erst nach dem Vorfall in Heidelberg entzog ein Gericht der Frau das Sorgerecht und übertrug es auf den Kreis Plön. Wäre das vorher geschehen, hätte das Kind die Rückreise mit seiner Mutter nach Spanien nicht angetreten.

Vater geht von einer Verwahrlosung der beiden aus

Der Vater macht sich Sorgen um das Kind. „Schon die ersten Zähne waren verfault.“ Die Mutter isoliere das Mädchen, das keine Freunde habe. Sie muss den Namen „Maria“ tragen, obwohl das nicht ihr Geburtsname ist. Sie gehe nicht zur Schule, sondern werde angeblich von der Mutter zu Hause unterrichtet. Er geht von einer Verwahrlosung der beiden aus, weil ihnen die Geldmittel fehlten.

"Juristen geht es um Formalien, nicht um  meine Tochter"

Hilflos steht er den verschiedenen gerichtlichen Verfahren gegenüber, die er angestrengt hat. „Es geht immer nur um Formalien. Das Wesentliche haben die Juristen aus dem Auge verloren: Meine Tochter.“ Der Mann erhofft sich durch eine Verurteilung der Frau vor dem Plöner Jugendgericht, dass die Behörden zumindest den Aufenthaltsort des Kindes ermitteln und schauen, wie es ihm geht. Auch mit dem Fall vertraute Personen, mit denen die Kieler Nachrichten gesprochen haben, staunen über die lange Dauer der Verfahren. 

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