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Plön Kirche übernimmt die Trägerschaft
Lokales Plön Kirche übernimmt die Trägerschaft
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12:27 18.11.2014
Von Andrea Seliger
Bernd Sulimma, Verwaltungsleiter des Kirchenkreises Plön-Segeberg (rechts) und Mitarbeiter Jürgen Wittig setzen als neuer Träger des Raisdorfer Kindergartens auf schnelle Kommunikation trotz der größeren Entfernung. Quelle: Andrea Seliger
Schwentinental/Rastorf/Segeberg

„Vorgefunden haben wir ein Team, das sehr motiviert ist, diesen neuen Weg mit uns zu gehen“, sagt Jürgen Wittig, der schon vor der Übernahme häufig zu Gesprächen vor Ort war. Anlass für den Wechsel war, wie berichtet, ein heftiger Konflikt zwischen dem Kita-Personal und dem früheren Träger, der Kirchengemeinde Raisdorf, der phasenweise dazu geführt hatte, dass die Betreuung nur noch eingeschränkt funktionierte.

 Der evangelische Kindergarten in Raisdorf, zu dem sowohl die Häuser in der Ernst-Moritz-Arndt-Straße als auch im Fernsichtweg sowie die Außenstelle in Rosenfeld (Gemeinde Rastorf) gehören, ist mit zehn Gruppen eine der größten Einrichtungen des Kirchenkreises. Seit dem 1. November sind nun die Verträge mit den Kommunen Schwentinental und Rastorf in Kraft. Erster Schritt für den neuen Träger war die Ausschreibung von Stellen, um die entstandenen Lücken im Team zu schließen.

 Aktuell helfen immer noch Fachkräfte einer Zeitarbeitsfirma in der Kindertagesstätte aus, denn der frühere Träger konnte aufgrund des bevorstehenden Wechsels niemanden mehr neu einstellen und der zukünftige durfte es noch nicht. Auf die sieben ausgeschriebenen Stellen seien trotz des bekanntermaßen engen Marktes 14 Bewerbungen gekommen, berichtet Wittig: „Das macht Mut für die beiden Leiterinnen.“ Zu den Bewerberinnen gehörten Mitarbeiterinnen der Zeitarbeitsfirma, die den Kindern bereits aus den vergangenen Monaten vertraut seien.

 Eine Gesamtleitung wie früher gibt es nicht mehr. Wie berichtet, wurde der früheren Stelleninhaberin gekündigt. Stattdessen soll die Verantwortung nun komplett in den Händen der Hausleiterinnen Kirstin Thomsen (Ernst-Moritz-Arndt-Straße und Rosenfeld) und Nina Knoop (Fernsichtweg) liegen, die sich auch gegenseitig vertreten werden. „Beide haben unser vollstes Vertrauen“, so Sulimma. Wichtig sei, dass die Einrichtung wieder in „sicheres Fahrwasser kommt“. Inklusive Küche und Raumpflege soll die Einrichtung wieder 31 Mitarbeiter beschäftigen.

 Die Erwartungshaltung an den neuen Träger von Seiten der Eltern, Mitarbeiter und auch der Politik ist Sulimma und Wittig bewusst. In den neuen Verträgen haben sich beide Kommunen mehr Mitspracherechte zusichern lassen. „Wichtig sind klare Abläufe. Und es ist wichtig, im Dialog zu stehen“, meint Wittig, bittet aber um Verständnis dafür, dass nicht alles von heute auf morgen geht. Er hofft, dass die Mitarbeiterinnen sich wieder auf das Wesentliche konzentrieren können – „den Bildungsauftrag wahrnehmen“ und „für die Anliegen der Eltern ein Ohr haben“.

 Trotz der Entfernung zwischen Schwentinental/Rastorf und Segeberg könnte die Kommunikation und Entscheidungsfindung zwischen allen Beteiligten zukünftig schneller gehen. Denn anders als der Kirchengemeinderat, der größtenteils aus Ehrenamtlichen besteht und immer erst zu Sitzungen zusammenkommen muss, ist die Kirchenkreisverwaltung täglich erreichbar. Der Kirchenkreis hatte ohnehin zuvor schon im Auftrag der Raisdorfer Kirchengemeinde Verwaltungsaufgaben für die Kita übernommen. Er betreibt auch drei Einrichtungen im Bereich Stormarn. Zwei Beiräte sollen eingerichtet werden: einer für die Häuser in Schwentinental und einer für die Gruppe in Rosenfeld. „Wir haben die Eltern um Geduld und Mithilfe gebeten. Man muss uns nachher an dem messen, was wir geleistet haben“, so Wittig.