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Plön Kirchspiele fangen Pastoren-Mangel auf
Lokales Plön Kirchspiele fangen Pastoren-Mangel auf
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12:59 23.05.2019
Von Silke Rönnau
Die 35 Kirchengemeinden im Kirchenkreis Plön-Segeberg schließen sich zu zwölf Kirchspielen zusammen, erläutern Peter Wiegner (von links) als Präses der Synode und die beiden Pröpste Daniel Havemann und Erich Faehling. Quelle: Silke Rönnau
Preetz

Damit reagiert die Synode auf den prognostizierten Fachkräftemangel. In der Nordkirche gingen 900 von derzeit 1700 Pastoren bis 2030 in den Ruhestand, erläuterte Propst Daniel Havemann. Dem stünden nur 300 Neuzugänge gegenüber. Nach landeskirchlichen Vorgaben sinke die Zahl der Pfarrstellen im Kirchenkreis Plön-Segeberg bis zum Jahr 2030 um rund 34 Prozent. „Wir wollen diese Zahlen gleichmäßig und solidarisch auffangen und haben deshalb den Kirchspiel-Prozess entwickelt“, sagte er. Dieser Prozess solle bis 2024 laufen.

Zwölf Kirchspiele für 35 Kirchengemeinden

Im September vergangenen Jahres sei erstmals ein Konzept vorgelegt worden, das im November von der Synode beschlossen worden sei. Bereits im Februar hätten sich die ersten Kirchengemeinden zu Kirchspielen zusammengefunden.

„Wir haben den Kirchengemeinden die Möglichkeit gegeben, selbst gestalterisch tätig zu werden“, betonte Peter Wiegner, Präses der Synode. „Dann kann man sich eher damit identifizieren, als wenn die Entscheidung von oben vorgegeben wird.“ So seien aus den im ursprünglichen Konzept vorgesehenen elf Kirchspielen dann zwölf geworden. Die Namen seien bisher nur Arbeitstitel und könnten noch geändert werden.

Pastor Lüdtke wird Projektmanager

Für die Umsetzung berief der Kirchenkreisrat im März eine Steuerungsgruppe mit 15 Mitgliedern, die zukünftig alle vier bis sechs Wochen abwechselnd in Preetz und Segeberg tagen wird. Geleitet wird sie von Andreas Lüdtke, derzeit noch Pastor in Schönberg, der ab 1. September die Stelle eines Projektmanagers übernimmt. Er soll eng mit den Kirchengemeinden zusammenarbeiten, sie bei Fragen rund um die Strukturreform beraten und den Prozess mitgestalten.

Außerdem werden zwei neue Pfarrstellen für Vertretungsdienste eingerichtet, um die im Laufe der Umgestaltung entstehenden Vakanzen oder personelle Notstände auffangen zu können.

Kirche soll dicht bei den Menschen bleiben

„Der Nachwuchsmangel ist eine Situation, die wir uns nicht ausgesucht haben“, meinte Havemann. Jetzt gehe es darum, Ideen zu entwickeln, über den Tellerrand zu gucken und diese Herausforderung als Chance zu sehen. „Wir sehen uns als Kirche, die gestalten kann, gehört wird und dicht bei den Menschen ist.“

Auch Propst Erich Faehling betonte: „Wir wollen eine erreichbare Kirche bleiben.“ Er verwies auf den Synergieeffekt: Gottesdienstpläne könnten verzahnt – „ein Pastor kann um 9 und 11 Uhr an zwei verschiedenen Orten predigen“ – und Jugend- oder Seniorenarbeit gebündelt werden. Ehrenamtliche Mitarbeiter könnten nicht die Arbeit der Pastoren übernehmen, aber stärker für gemeindliche Arbeit qualifiziert werden, so Faehling. Und die Kirche könnte über eine bessere Vernetzung auch Vereine, Feuerwehr, Landfrauen oder andere Einrichtungen mit ins Boot holen.

Kein Verkauf von Kirchen geplant

Kirchen oder Gemeindehäuser sollen nicht verkauft werden, erklärte Havemann auf Nachfrage. Man könne sie aber weiter für Konzerte oder andere Nutzungen öffnen. „Wir lassen die Kirche im Dorf“, betonte Faehling: „Kirchtürme sind nach wie vor Leuchttürme für ganz viele Menschen.“

Die Zahl der Pfarrstellen in den neuen Kirchspielen

Alte Schwentine: Kirchengemeinden Bornhöved, Trappenkamp, Wankendorf (aktuell 4 Pfarrstellen/2030: 3 Pfarrstellen).

Erweiterte Probstei: Laboe, Schönberg, Probsteierhagen, Selent (5,5/3,5)

Ostsee und Kossau: Lütjenburg, Blekendorf, Kirchnüchel, Giekau (4,5/3)

Schwentinental: Raisdorf und Klausdorf (3/2)

Preetz: wie bisher (4,5/3)

Großer Plöner See: Plön, Lebrade, Ascheberg (4,75/3)

Segeberg Ost: Warder, Schlamersdorf, Pronstorf, Sarau, Neuengörs (4,75/3)

Segeberg: (5/3,5)

Segeberg West: Wahlstedt, Leezen, Todesfelde, Stuvenborn-Seth-Sievershütten (6/4)

Segeberg Süd: Bargfeld, Nahe, Sülfeld (3,5/2,5)

Nordstormarn: Reinfeld, Hamberge, Klein Wesenberg, Zarpen (5/3,5)

Oldesloe: (6,5/4,5).

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