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Plön Marienkirche hofft auf Hilfe aus Berlin
Lokales Plön Marienkirche hofft auf Hilfe aus Berlin
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18:54 28.08.2019
Von Hans-Jürgen Schekahn
Die Marienkirche und das davor stehende Mausoleum müssen dringend saniert werden. Quelle: Hans-Jürgen Schekahn
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Kirchnüchel

Architekt Torsten Ewers kennt die Schwachstellen der Marienkirche genau. Beispiel Außenmauerwerk. Bei der Sanierung und dem Umbau der Kirche in den 1960er-Jahren verwendeten die Maurer Zement, um die Fugen zwischen den Feldsteinen zu verfüllen. Gipsmörtel wäre besser gewesen, weil Zement nicht mit den Steinen harmoniert. Die Folge: Es bilden sich Risse, in die Wasser eindringen kann. Ewers: „Zement an dieser Stelle ist Mist.“

Stümperhafte Ausbesserung eines tragenden Bogens

Ein tragender Bogen im Kirchturm lässt einen erschauern. So würde kein heutiger Maurer selbst nach einer durchzechten Nacht die Steine setzen, urteilt Ewers. Nachträglich sind Ziegel eingesetzt worden gegen jede Regel des Handwerks. Die Folge: Der Bogen ist nicht so stabil, wie er sein sollte. 

An anderen Stellen sind Risse im Gemäuer. Eigentlich sollten der Glockenturm und der Kirchenraum nicht fest miteinander verbunden sein. Doch irgendwann haben Handwerker genau das getan. Wenn die Glocken schwingen, bewegen sie auch das Kirchenschiff mit. 

Mausoleum von Nässe bedroht

Das Mausoleum der Familie von Brockdorff auf Gut Kletkamp sieht nicht besser aus. Feuchtigkeit von oben und unten macht den empfindlichen Stuckarbeiten zu schaffen. Die Salze aus dem Wasser sprengen regelrecht die Oberflächen ab. Ohne eine Restaurierung wären sie verloren.

Kondenswasser schlägt sich an Mauern nieder

Ein anderes Problem ist der Durchgang vom Kirchenraum zum Mausoleum, in dem nur ein Vorhang hängt. Wenn die Kirche beheizt wird, zieht die warme Luft ins nicht beheizte Mausoleum. Die Folge: Feuchtigkeit schlägt sich an den Wänden nieder und nagt am Mauerwerk, wie abgesprengter Putz beweist. 

Sanierung kostet rund eine Million Euro

Der Bund soll nun Abhilfe schaffen. Denkmalschutz ist eigentlich Ländersache, aber in Berlin gibt es zusätzlich einen Fördertopf für Sanierungen. Im November entscheidet der Haushaltsausschuss des Bundestages darüber, ob Kirchnüchel ins Programm aufgenommen wird. Der Bund könnte die Hälfte der bisher veranschlagten Kosten für die Kirche (615.000 Euro) und das Mausoleum (430.000 Euro) übernehmen. Den Rest müssen der Kirchenkreis, die Kirchengemeinde, Stiftungen und die Familie Brockdorff aufbringen, die Eigentümer des Mausoleums ist. Die Marienkirche bewarb sich schon einmal um Bundesmittel, wurde aber nicht ausgewählt. Melanie Bernstein und Ingo Gaedechens nehmen nun einen Eindruck davon mit nach Berlin, wie dringend die Sanierung ist. 

An einer heilenden Quelle gebaut

Die Marienkirche wurde im Mittelalter an einer Quelle errichtet, der heilende Wirkung nachgesagt wird. Schon vor der Christianisierung dürfte der Platz als heilig gegolten haben. 1259 wird die Kirche erstmals urkundlich erwähnt und ist im Laufe der Jahrhunderte mehrmals umgebaut worden. Sie zieht bis heute Pilger an, die an einer sieben Zentimeter hohen Marienfigur aus Elfenbein beten, die um das Jahr 1400 geschnitzt wurde. Die Kirche war ursprünglich als Wallfahrtsort angelegt. Hinter der Marienfigur ist ein Mäntelchen aus Samt zu sehen, der mit Flussperlen aus der Schwentine bestickt ist. Im Gästebuch ist abzulesen, wie viele Menschen zur Marienkirche kommen, die in 116 Metern Höhe nahe dem Bungsberg liegt. 

Die Kirchengemeinde Kirchnüchel umfasst rund 800 Gemeindeglieder aus den Kreisen Plön und Ostholstein.

Ein Interview mit Pastorin Anja Haustein über den Sanierungsbedarf nicht nur der Marienkirche, sondern auch der Blekendorfer St.-Claren-Kirche lesen Sie hier.

Mehr aus dem Kreis Plön lesen Sie hier.

Bilder von der Marienkirche in Kirchnüchel

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