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17:15 09.03.2020
Von Frida Kammerer
Spielen, toben, Spaß haben: Die Kita-Zeit besteht noch aus wenig Pflichten und viel Vergnügen. Die Kosten allerdings sind für viele Eltern nicht immer so vergnüglich. Durch die staatliche Deckelung in Schleswig-Holstein sollen sie entlastet werden, und die Gemeinden, Kreise und das Land müssen die Finanzlücke füllen. Quelle: Monika Skolimowska/dpa (Symbolbild)
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Schönberg

Die Kinderbetreuung geht ordentlich ins Geld. Dank des neuen Kita-Gesetzes zahlen Eltern in Schleswig-Holstein ab August nur noch 5,66 Euro (über Dreijährige) beziehungsweise 7,21 Euro (unter Dreijährige) – maximal. Doch der Schein trügt: Für Eltern wird es nur bedingt günstiger und vor allem der Kreis und das Land müssen tief in die Tasche greifen. Das Amt Probstei steht jetzt der Herausforderung gegenüber, sich mit allen 17 Trägern der Kitas im Amt über die anfallenden Kosten zu einigen.
Wie viel müssen Eltern künftig zahlen?

Ab 1. August sind die Kita-Gebühren gedeckelt. Jede Betreuungsstunde in der Woche kostet maximal 7,21 Euro für ein Kind unter drei Jahren und 5,66 Euro für über Dreijährige im Monat. Fünf Stunden Betreuung, das entspricht 25 Wochenstunden, kosten damit bei einem U3-Kind maximal 180,25 Euro und für ein Ü3-Kind maximal 141,50 Euro. Für acht Stunden Betreuung, also 40 Wochenstunden, müssen Eltern maximal 288,40 Euro für ein U3-Kind und 226,40 Euro für ein Ü3-Kind bezahlen. Außerdem gibt es eine Einkommensgrenze: Eltern die darunter liegen, zahlen für die Betreuung gar nichts. Geschwisterkinder werden auch günstiger: Die Betreuung des zweiten Kindes kostet nur noch die Hälfte des Satzes, ab dem dritten Kind kostet die weitere Betreuung nichts mehr.

Wenn die Eltern weniger zahlen, sinken dann auch die Kosten für die Betreuung?

Nein, die Kinderbetreuung kostet in ihren Grundzügen genauso viel wie vor August 2020. Doch das Rechenmodell ändert sich. Durch eine Sozialstaffelung ist festgelegt, wieviel ein Kita-Platz für eine Familie kosten darf. In der Probstei werden die meisten Kindertagesstätten nicht von den Gemeinden selbst betrieben, sondern von Trägern wie dem DRK. Insgesamt sind es 17 Träger, mit denen das Amt Probstei über die Kosten verhandelt. Die Träger würden jedoch Verlust machen, wenn sie nur auf das Geld der Eltern zurückgreifen könnten. Also gleicht die Gemeinde, in der sich die Kita befindet, den Verlust aus. Die Gemeinde holt sich das Geld vom Kreis zurück, der wiederum Geld vom Land Schleswig-Holstein bekommt. Außerdem zahlen die Gemeinden einen sogenannten „Wohnsitzbeitrag“. Wenn ein Kind, das in Probsteierhagen wohnt, in Laboe in die Kita geht, würde Probsteierhagen an Laboe anteilig für diesen Kitaplatz Gebühren entrichten.

Was ändert sich bei der Tagespflege? Und gibt es dann das Kitageld noch?

Zunächst streichen die Gemeinden die "Förderung der Inanspruchnahme von Kindertagespflege", denn sonst würden die Gemeinden durch den Wohnsitzbeitrag – der auch sehr viel höher ist als die Tagespflege-Förderung – die Kinderbetreuungsplätze doppelt subventionieren. Aus demselben Grund fällt das Kitageld in Höhe von 100 Euro weg. Nach Paragraph 46 des neuen Kitagesetzes bekommen Kindertagespflegepersonen, die über eine Grundqualifikation durch einen geeigneten Lehrgang von mindestens 160 Stunden verfügen, mindestens 4,73 Euro pro Kind und Stunde. Absolvieren sie einen Lehrgang von mindestens 300 Unterrichtsstunden oder verfügen sie über eine pädagogische Ausbildung, so erhalten sie pro Kind und Stunde mindestens 5,05 Euro. Dabei handelt es sich um Mindestsätze, der örtliche Träger kann also auch höhere Anerkennungsbeiträge zahlen.

Wird es für die Eltern billiger?

Nicht unbedingt. Im Durchschnitt sollen Eltern bei einer fünfjährigen Betreuungszeit durch das neue System 4392 Euro sparen. Doch im Einzelfall kann das anders aussehen: Kitas, die heute billiger sind, könnten ihre Gebühren bis zur künftigen Maximalgebühr erhöhen. Darüber entscheidet die Gemeinde. Zwar darf ein Kitaplatz ab August maximal 288 Euro kosten, jedoch fällt das Kitageld in Höhe von 100 Euro weg. Eltern, die vorher eigentlich 320 Euro zahlten, dann durch das Kitageld auf 220 Euro heruntergestuft wurden, müssen jetzt 68 Euro mehr bezahlen – zumindest solange das Kind eine Krippe besucht.

Welche Vorteile hat das Gesetz?

Die Eltern sind freier in der Wahl der Kita. Bisher können Eltern nur Plätze außerhalb der Wohnortgemeinde beanspruchen, wenn es in der Gemeinde selbst keine Plätze mehr gibt – diese Regelung wird aufgehoben. Kinder, die in der Gemeinde wohnen, haben weiterhin Vorrang. Außerdem müssen die Eltern nicht mehr nach Kosten des einzelnen Kita-Platzes entscheiden, in welche Kindertagesstätte die Kinder gehen sollen – oder ob vielleicht sogar eine Tagesmutter infrage kommt. Die Kosten sind gedeckelt und werden überall ein ähnliches Niveau erreichen.

In Laboe sollen die Grundschüler bald mehr bekommen. Ein Dachgeschoss wird ausgebaut und ein Raum für die Offene Ganztagsschule geschaffen. Die Mitglieder des Ausschusses für Bildung, Soziales, Kultur und Sport stimmten in einer außerplanmäßigen Sitzung dem Ausbau zu. SPD war dagegen.

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