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14:03 13.02.2020
Von Nadine Schättler
Energiesparen im Haus ist für Reinhard Schmidt-Moser und Jutta Briel vom Aktionsforum für Nachhaltigkeit ein zentrales Thema in der Klimaschutz-Debatte. Quelle: Nadine Schättler
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Heikendorf

Warum ist Ihnen das Thema Energie so wichtig?

Schmidt-Moser: Im Verkehr und im Haushalt ist Energie stark mit CO2-Emissionen verbunden, von denen wir zu viel in der Atmosphäre haben. Deshalb muss das Ziel sein, den Ausstoß ganz kräftig zu senken. In vielen Bereichen hat sich etwas getan, aber gerade in den Haushalten ist noch eine Menge Luft nach oben.

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Was wollen Sie mit dem Energiecheck in Heikendorf erreichen?

Schmidt-Moser: Der Bürger bekommt von uns eine anonymisierte Rückmeldung mit einer Tabelle, auf der er sehen kann, wo er mit seinem Verbrauch liegt. Wir hoffen, dass deutlich wird, wenn es Einsparungspotenziale gibt. Wir haben den Eindruck, dass viele Heikendorfer ihre Möglichkeiten beim Energiesparen nicht voll ausschöpfen.

Briel: Unsere Überlegung war, wie kriegt man die Leute dazu, ihre Energiekostenabrechnung nicht einfach nur abzuheften, sondern auch darauf zu gucken und zu vergleichen. Vielleicht spornt es an, wenn andere es viel besser machen.

Muss ich für eine bessere CO2-Bilanz denn gleich mein Dach sanieren oder kann ich auch etwas anderes tun?

Briel: Man kann für kleines Geld einen qualifizierten Energieberater bestellen und sich einen individuellen Plan erstellen lassen. Manchmal helfen auch Kleinigkeiten wie beispielsweise die Fenster abzudichten.

Schmidt-Moser: Ein wichtiger Punkt ist auch das Heizverhalten. Es muss nicht überall in der Wohnung gleich warm sein. Man kann sich beispielsweise überlegen, ob man den Hauptaufenthaltsraum bevorzugt beheizt und Nebenräume weniger. Bei uns zu Hause heizen wir den Flur nicht. Denn allein die Raumwärme verursacht mehr als 60 Prozent der gesamten Kohlendioxid-Emmissionen in unseren Wohnungen. Da kann man viel einsparen. Auch im Portemonnaie.

Es gibt Menschen, die den Klimawandel für einen Fake halten. Wie wollen Sie die Einwohner in Heikendorf von einem nachhaltigen Lebensstil überzeugen?

Briel: Durch Authentizität. Wir in Heikendorf können mit unseren Nachbarn oder Freunden sprechen. Außerdem wollen wir möglichst viel Öffentlichkeitsarbeit auf verschiedenen Ebenen machen. Ohne Panikmache oder Drohkulissen, ein bisschen spielerisch. Je konkreter wir sind mit unseren Ideen, desto eher erreichen wir die Leute.

Das Finden von Lösungen ist doch auch Aufgabe der Politik...

Briel: Wir dürfen nicht den Fehler machen und sagen, dass der Klimawandel privat gelöst werden kann. Es braucht Weichenstellungen von der Politik. Klar ist aber auch, dass die Bevölkerung Signale senden muss. Wir sollten bereit sein, Verzicht zu leisten oder uns um Dinge zu kümmern. Beispiel Windenergie: Es ist gut, wenn es vor Ort auch Befürworter gibt.

Schmidt-Moser: Dennoch sollten Gruppierungen die Politik nicht von ihrer Pflicht entbinden, auf allen Ebenen etwas zu tun.

Wie können die Heikendorfer ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten?

Briel: Jeder kann sich überlegen, ob es wirklich sein muss, eine Fahrt mit dem Auto zu machen. Wenn ich nicht ganz darauf verzichten kann, sollte ich versuchen, einen guten Mix hinzukriegen. Ich persönlich finde es bemerkenswert, wie viele Eltern ihre Kinder mittlerweile in Lastenrädern zum Kindergarten bringen.

Schmidt-Moser: Grundsätzlich sollte man sich nicht überfordern oder zu große Ziele setzen. Das demotiviert nur.

Sie planen am 25. April eine große Energiemesse in der Heikendorfer Mehrzweckhalle. Was erwartet die Bürger dort?

Schmidt-Moser: Es kommen Ansprechpartner aus verschiedenen Fachbereichen, die jeden Bürger dabei unterstützen können, so bequem und einfach wie möglich eine Maßnahme zum Energiesparen am Haus in Angriff zu nehmen. Dabei spielen auch Finanzierungsquellen eine Rolle: Was bringt es? Was kostet es? Wo erhalte ich Zuschüsse?

Briel: Wir planen Fachvorträge zu Themen wie Ökostrom, Bürger-Windenergieanlagen und alternative Möglichkeiten, gewonnene Energie zu teilen. Außerdem präsentiert sich die Gemeinde mit ihren Klimaschutz-Projekten.

Haben Sie einen ganz persönlichen Tipp für einen nachhaltigen Lebensstil in Heikendorf?

Briel: Ich finde, wir können wunderbar mit dem Bus nach Kiel fahren. Wir haben eine gute Anbindung und einen fairen Tarif. Außerdem können wir auf unserem Wochenmarkt unverpackt einkaufen.

Schmidt-Moser: Die Thermostat-Ventile an der Heizung runter drehen, wenn man länger nicht da ist. Das kann eigentlich jeder.

Mehr aus dem Kreis Plön lesen Sie hier.

Abgabetermin 29. Februar

Der Fragebogen für den Energiecheck kann noch bis zum 29. Februar im Heikendorfer Rathaus abgegeben oder als Dokument an energiecheck-heikendorf@online.de gesendet werden (auf Anfrage auch formlos). Kunden der Gemeindewerke (GWH) haben das Formular mit ihrer Jahresabrechnung erhalten. Außerdem war er als Einleger in der Januar-Ausgabe vom Heikendorfer Anzeiger zu finden.

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