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Plön Bücherschatz leidet unter Feuchtigkeit
Lokales Plön Bücherschatz leidet unter Feuchtigkeit
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16:37 26.06.2019
Von Silke Rönnau
Christian Stocks, Vorsitzender der Freunde der Predigerbibliothek im Adeligen Kloster zu Preetz, und Priörin Erika von Bülow laden zu einem Besuch der Ausstellung in der Klosterkirche ein. Quelle: Silke Rönnau
Preetz

Die promovierte Philologin Abel Koch-Klose betreut die Sammlung ehrenamtlich. „Für die Ausstellung hat sie ganz spannende Sachen herausgesucht“, erklärt der Vorsitzende des gerade neu gegründeten Vereins Freunde der Predigerbibliothek im Adeligen Kloster zu Preetz, Christian Stocks. „Viele denken, dass es nur theologische Bücher gibt – das stimmt aber nur für die ursprüngliche Sammlung, die seit 1701 im Kloster ist.“

Denn der Stifter Pastor Petrus Scheele stellte auch Kapital für Zukäufe zur Verfügung, um sicherzugehen, dass die Bibliothek weiter ergänzt wird, erzählt Stocks. Über den Kauf der Bücher entschieden die beiden Fleckenpastoren und der Klosterprediger, die in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts begannen, auch Bücher zu Geschichte, Geografie oder Kunstgeschichte sowie Reisewerke dazu zu kaufen.

"Eine ganz große Seltenheit"

In der Klosterkirche ist zum Beispiel ein Werk des ersten Kunsthistorikers Vasari in der Vitrine zu sehen. „Eine ganz große Seltenheit ist ein stattlicher Band mit einer Fülle von Kupferstichen vom Stadthuijs in Amsterdam, davon gibt es in Deutschland nur noch zwei Exemplare“, erzählt Stocks. In einer weiteren Vitrine liegen zwei Atlanten nebeneinander, der eine noch zerfleddert, der andere restauriert. „Damit wollen wir zeigen, was uns noch bevorsteht, um diese Schätze zu pflegen und für die Nachwelt zu erhalten.“

Der gemeinnützige Verein wirbt Spenden ein, um weitere Werke sanieren zu können. Bei einer spontanen Hutsammlung während des Schützenfestes kamen 510 Euro zusammen. Die bisher größte Einzelspende stammt von der ehemaligen Priörin Viktoria von Flemming, die vor Kurzem für ihre Verdienste um den Denkmalschutz mit dem Beseler-Preis ausgezeichnet wurde und das Preisgeld von 1000 Euro zur Verfügung stellte.

Was die Restaurierung aller Bände in den 470 Regalmetern koste, sei gar nicht zu beziffern, sagt Stocks. Die Wiederherstellung eines einzigen Werks könne einige Tausend Euro kosten. Wenn man drei bis vier pro Jahr schaffe, könne man ganz zufrieden sein. „Mit dieser Aufgabe werden wir uns noch in 100 Jahren beschäftigen“, mutmaßt er.

70 Prozent Luchtfeuchtigkeit

Doch zunächst müsse man der Feuchtigkeit in der Predigerbibliothek, die im Konventhaus untergebracht ist, auf den Grund gehen. „Die notleidendsten Bücher haben wir in maßgeschneiderte Pappschachteln getan, um die Feuchtigkeit herauszuziehen“, erläutert Stocks. Momentan liege die Luftfeuchtigkeit bei 70 Prozent, fügt Priörin Erika von Bülow hinzu. „Mit dem Luftentfeuchter holen wir literweise das Wasser heraus.“

Zurzeit werde kontinuierlich gemessen, um zu sehen, was die Ursache sei. Erst danach könne geprüft werden, ob man eine Heizung einbauen soll oder ob das sogar schädlich wäre. „Wichtig ist, dass dort eine konstante Wärme herrscht“, so Stocks.

Förderverein sucht Bücherpaten

Die Bibliothek wurde extra in diesen Raum hinein gebaut. „Wenn die Bücher woanders gelagert werden, geht das Besondere verloren“, meint Stocks. Der Verein sucht nun Menschen, die eine Patenschaft für Bücher übernehmen. Geld werde auch für die weitere Katalogisierung benötigt, denn der Bestand sei in den 70er-Jahren nur zu 80 Prozent auf Karteikarten erfasst worden.

Ausstellung mit Werken aus der Predigerbibliothek im Kloster zu Preetz

Das Kloster würde die Bibliothek gern öffnen, aber das sei zurzeit ehrenamtlich nicht zu schaffen, bedauert die Priörin. Wenn jemand einen Band einsehen möchte, werde das Buch zur Landesbibliothek gebracht. „Es gibt Werke, die nur in Preetz stehen“, sagt Stocks. Man könne schon sehr stolz auf diesen Schatz sein. „Und der Verein ist ein Geschenk, der uns dabei hilft, diesen Schatz zu erhalten“, betont Erika von Bülow.

Die Ausstellung kann sonntags ab 11 Uhr nach dem Gottesdienst besichtigt werden. Die Vitrinen sind noch bis zum Erntedankgottesdienst Anfang Oktober aufgebaut. Abel Koch-Klose bietet auch Sonderführungen an, die über die Klosterverwaltung, Tel. 04342/86829, vereinbart werden können.

Hintergrund

Die Geschichte der Predigerbibliothek

Die Predigerbibliothek in Preetz wurde von dem Hamburger Pastor Petrus Scheele gestiftet. Er suchte einen Ort, an dem seine Bücher geschlossen aufgestellt, erhalten und von Theologen genutzt werden konnten. Als Enkel eines Klosterpredigers, der außerdem bei seiner Ausbildung und seinem beruflichen Werdegang von zwei Preetzer Konventualinnen unterstützt worden war, fiel seine Wahl auf das Preetzer Kloster. Scheele stellte zusätzlich 2000 dänische Kronen als Stiftungskapital für Zukäufe zur Verfügung.

Nach seinem Tod 1701 wurde die Sammlung von Hamburg nach Preetz gebracht. Zunächst wurde sie im Remter der Klausur, später im Haus des Klosterprobsten untergebracht, bevor 1724/26 ein Raum im heutigen Konventhaus hergerichtet wurde. Der Zuwachs an Büchern machte es bereits 1738/39 erforderlich, den Raum zweigeschossig zu erweitern und mit einer umlaufenden Galerie und passenden Regalen zu versehen. Heute steht der Raum unter Denkmalschutz.

Der herausragende Wert der Bibliothek liegt in ihrem Charakter als Zeugnis der Wissenschafts- und Kulturgeschichte insbesondere des 17. und 18. Jahrhunderts. In Schleswig-Holstein ist die Sammlung einzigartig, weil sich hier keine andere Privatbibliothek lutherischer Theologen aus dieser Zeit erhalten hat. Für die Unterhaltung und Pflege hat sich der Verein der Freunde der Predigerbibliothek im Adeligen Kloster zu Preetz gegründet. Weitere Informationen gibt es bei Christian Stocks, Tel. 04342/8589530.

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