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Plön Konflikte bei den Wasserfreunden
Lokales Plön Konflikte bei den Wasserfreunden
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16:36 10.10.2014
Von Andrea Seliger
Weil die Raisdorfer Schwimmhalle geschlossen bleibt, wird es in Klausdorf nun eng. Quelle: Seliger
Schwentinental

Seit 25 Jahren war der Montagnachmittag von 17 bis 19 Uhr Stammplatz der Wassergymnastik unter Übungsleiterin Gudrun Hagendorff. Beliebt auch deshalb, weil an diesem Tag das Wasser 32 Grad betrug – wichtig insbesondere für Rheumapatienten. Eine weitere Übungsstunde lag noch am Dienstag. Insgesamt 62 Teilnehmer in vier Gruppen, hauptsächlich weiblich, nutzten das Angebot. Bei der Neuverteilung der Hallenzeiten nach dem Prioritätenprinzip, das Schulen und dem sonstigen Schwimmunterricht für Kinder und Jugendliche Vorrang einräumte, erhielt die früher in Raisdorf trainierende DLRG die Montagnachmittag-Stunden. Stattdessen wurden den Wassergymnastinnen die Nutzung von 7 bis 9 Uhr morgens angeboten. Die Empörung war groß: Die frühe Zeit sei inakzeptabel – viele Teilnehmerinnen hätten beispielsweise kranke Partner zu pflegen.

 Bei einem Gespräch mit dem stellvertretenden TSVK-Vorsitzenden Dietmar Luckau am Mittwoch zeichnete sich inzwischen eine alternative Lösung ab: Die Kurse könnten möglicherweise im Bad des DRK-Therapiezentrums stattfinden, das täglich warmes Wasser hat, aber auch kleiner ist. Ein Großteil der Teilnehmerinnen stimmte letztlich dafür, das auszuprobieren. Zu überbrücken ist auch lediglich die Zeit bis zu den Osterferien: Danach will die DLRG wieder im Freibad trainieren, die Wassergymnastik könnte wieder zu ihren früheren Terminen stattfinden.

 Luckau hatte selbst für den Klausdorfer Sportverein am runden Tisch der Nutzer teilgenommen und spricht von einem „starken Einigungsdruck“. Vom TSV als größten Hallennutzer sei viel Flexibilität erwartet worden. Rücksprachen mit den Übungsleitern seien nicht möglich gewesen. Er habe sich deshalb der Stimme enthalten. Trotzdem appellierte er an die Wassergymnastik-Gruppen, sich konstruktiv an der Lösungssuche zu beteiligen und er hob auch die wichtige Funktion der DLRG hervor.

 „Wir wussten, dass man, wenn man eine Sporthalle schließt, nicht für alle eine optimale Regelung finden kann“, sagte Bürgermeister Michael Stremlau. Er spricht von einem „Übungsjahr“, die Teilnehmerzahlen würden nun überprüft, und es gebe sicher „Optimierungmöglichkeiten“. 2015 soll neu verhandelt werden.

 Im kommenden Winterhalbjahr werden nun neben der Astrid-Lindgren-Grundschule und dem TSVK auch die Raisdorfer Grundschule am Schwentinepark, die DLRG, die VHS und der RTSV die Klausdorfer Halle nutzen, die dafür künftig auch am Sonnabend geöffnet wird.