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Plön Großer Stromausfall: Was passiert dann?
Lokales Plön Großer Stromausfall: Was passiert dann?
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06:59 05.11.2019
Von Hans-Jürgen Schekahn
Der Leiter des Amtes für Sicherheit und Ordnung, Harald Koopmann (links), und der Sachbearbeiter für Bevölkerungsschutz und Feuerwehrwesen, Simon Schoss, wünschen sich, dass alle Gerätehäuser im Kreis Plön mit Notstromaggregaten ausgerüstet werden. Quelle: Hans-Jürgen Schekahn
Plön

Die Feuerwehren Plön, Schönberg und Laboe verfügen bereits über leistungsstarke Generatoren. In der Kreisstadt lässt sich damit das Gerätehaus versorgen. Das ist wichtig, wie Wehrführer Kai Böhrens erläutert: Im Notfall sitzt in dem Gebäude eine Führungsstelle für den Plöner Bereich, die ohne Funk sehr bald aufgeschmissen wäre. Ebenso in Schönberg, wo es ein mobiles Gerät gibt. Es liefert nicht nur Strom für den Funk. Notfalls können in dem Gebäude auch Bürger versorgt werden, bei denen zu Hause die Heizung ausgefallen ist und der Elektroherd nicht funktioniert, so Wehrführer Jörg Matthies.

Auf Knopfdruck eine Notunterkunft in Dannau

Ein weiteres positives Beispiel: Die Bundeswehr überließ der Gemeinde Dannau zwei Generatoren. Einer davon versorgt im Ernstfall das Dörpshuus und die Turnhalle mit Wärme und Licht. Eine Notunterkunft für mehrere hundert Menschen wäre auf einen Knopfdruck hin betriebsbereit. 

Kreis lässt zwei Tankstellen aufrüsten

Auch der Kreis bereitet sich auf einen großen Blackout vor. In Preetz und Lütjenburg sollen Tankstellen so ausgerüstet werden, dass ihre Zapfsäulen mit Notstrom angetrieben werden. Warum gerade diese beiden Städte? In Preetz sitzt die Feuerwehrtechnische Zentrale mit ihren Fahrzeugen, in Lütjenburg entsteht ein Katastrophenschutzzentrum. Und Helfer ohne Diesel im Tank sind wenig wert.

Funkstrecke durch die Feuerwehr

Sachbearbeiter Simon Schoss tüftelt zudem an Übungen für den Fall, wenn auch das Funknetz ausfallen sollte. Dabei können die digitalen Funkgeräte der Feuerwehren helfen. Sie verfügen über einen Modus, der sie von Funkgerät zu Funkgerät verbindet, ohne Sendemast. Mit einer Sendekette von mehreren Fahrzeugen ließe sich auch über weite Strecken eine Verbindung herstellen. „Man müsste testen, ob das klappt. Man sollte nicht erst im Ernstfall damit beginnen, den richtigen Standort zu suchen.“

Wasser in Lütjenburg auch bei Stromausfall

Schoss plant auch eine Übersicht zu erstellen, wo im Notfall Strom dringend gebraucht wird und ob die Gebäude schon dafür ausgerüstet sind: Pflegeheime, Wasserwerke oder Abwasseranlagen. Zum Beispiel schaute er sich beim Wasserwerk in Lütjenburg um. Ein weiteres positives Beispiel: Dort gibt es schon ein Notstromaggregat. Die Lütjenburger säßen also nicht auf dem Trockenen. 

Wichtige Gebäude sind technisch gerüstet für einen Blackout: natürlich die Klinik Preetz, die Feuerwehrtechnische Zentrale, in der der Krisenstab Platz nehmen würde, ein Teil der Kreisverwaltung. 

Altenheim in Plön längere Zeit ohne Strom

Wie schnell ein Stromausfall zu Problemen führt, erlebte Koopmann vor einigen Jahren in Plön. Dort fiel längerfristig in einem Bezirk der Strom aus, in dem ein Altenheim lag. Das Technische Hilfswerk rückte an für eine Noteinspeisung. Doch die Einspeisebuchse am Gebäude war defekt. Weil die Leitungen bald wieder funktionierten, kam niemand zu Schaden.

"Gerätehäuser mit Aggregaten ausrüsten"

Die Feuerwehren könnten im Krisenfall eine wichtige Rolle spielen. Sie sind flächendeckend vertreten und verfügen über Gerätehäuser. Koopmann hält es für sinnvoll, diese Gebäude mit Aggregaten auszurüsten. Im Fall der Fälle wären die Gerätehäuser ein wichtiger Anlaufpunkt für die Bevölkerung.

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