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Plön Alternativensuche zur Umweltbildung
Lokales Plön Alternativensuche zur Umweltbildung
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20:03 24.04.2019
Von Anja Rüstmann
Noch befinden sich Geschäftsstelle und Ausstellung des Naturparks Holsteinische Schweiz im Plöner Uhrenhaus. Der Umzug nach Eutin ist aber beschlossen. Wie geht es dann in Plön weiter? Quelle: Anja Rüstmann
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Plön

Wie kriegen die Abtrünnigen es hin, Einwohnern und Touristen ein vernünftiges Angebot in Sachen Umweltbildung im Kreis Plön zu machen? Unter den Akteuren entbrennt ein Streit, dabei wollen alle doch nur das Beste.

Leyk: Ich sehe die Verhandlungen als gescheitert an

Eine Tür zum Naturpark Holsteinische Schweiz hatten sich Kreis und Kommunen offen gehalten, es sollten Gespräche stattfinden und erörtert werden, ob es weiterhin ein dem Naturparkhaus adäquates Angebot in Plön geben kann. „Der Kreis hat bis Ende März kein Angebot erhalten, ich sehe die Verhandlungen als gescheitert an“, sagte Kreispräsident Stefan Leyk (CDU). Der CDU-Kreisverband möchte deshalb einen eigenen Naturpark gründen, eine Ausstellung im Uhrenhaus einrichten, „denn das stünde dafür zur Verfügung“, so Leyk.

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Stadt Plön hat ein Konzept für einen Naturpark-Erlebnisort

Die Stadt Plön versucht derweil, die Tür zum „alten“ Naturparkverein wieder weiter aufzustoßen. Ein Konzept für eine Wasser-Wunder-Welt auf dem Gelände der Fischerei Reese an der Stadtbucht ist entwickelt worden. Im zweiten Schritt, der Realität geschuldet, ist es verfeinert worden. Die Pläne sind nun etwas kleiner. In diesem Zuge gibt es einen neuen Standort für die Umsetzung der Idee: das städtische Gelände an der Ölmühle, direkt an der Schwentine. Hier könnte ein Naturpark-Erlebnisort entstehen. Die Stadt Plön, die Gemeinden und der Kreis würden ihre Kündigung zurückziehen müssen, weil der Naturparkverein hier wieder mit im Boot wäre. „Denn wir brauchen eine Trägerschaft, die Fördermittel bekommt“, so Plöns Bürgermeister Lars Winter, der das Konzept dem Hauptausschuss des Kreises vorstellte.

Diskussionen im Hauptausschuss des Kreises

Dort flogen am Dienstagabend die Argumente hin und her. „Wir sollten jetzt nicht kleckern, sondern klotzen“, sagte Bernhard Ziarkowski (CDU). Aber ist so eine Natur-Ausstellung wie im Uhrenhaus überhaupt noch zeitgemäß? Axel Hilker (Grüne) nannte es ein museales Naturerlebnis, an der Ölmühle mit dem großen Außenbereich direkt an der Schwentine könne „die reale Natur erlebt“ werden: „Ein Blutegel ist interessanter als ein ausgestopfter Seeadler.“  Lars Winter (SPD) erklärte: „Wenn ich etwas mit Wasser machen will, dann mache ich das am Wasser. Das Uhrenhaus ist davon zu weit entfernt.“ Problem sei das kleine Gebäude an der Ölmühle. Rainer Weigel (UWG) sieht es als nicht zukunftsfähig, ohne es baulich zu erweitern.

Dem Kreistag am 9. Mai wird vorgeschlagen, die Überlegungen zur Gründung eines eigenen Naturparks zurückzustellen, Zustimmung für das grobe Konzept für das Ölmühlen-Gelände zu signalisieren und es konkretisieren zu lassen. Der Hauptausschuss sprach sich mehrheitlich dafür aus, eine Entscheidung über die Mitgliedschaft im Naturparkverein erst in der September-Sitzung zu fällen.

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