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Plön Wer radelt im Kreis Plön mit Helm?
Lokales Plön Wer radelt im Kreis Plön mit Helm?
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06:00 23.04.2019
Von Anja Rüstmann
„Helme sind beliebt, etwa vier von fünf Leuten kaufen beim Fahrradkauf gleich einen Helm mit“, sagt Michael Scheibel vom Zweiradhaus Scheibel in Lütjenburg. Quelle: Frida Kammerer
Kreis Plön

Es gibt eingefleischte Helm-Träger und überzeugte Helm-Gegner. Und es gibt Argumente auf beiden Seiten. Wolfgang Homeyer trägt Helm. Mittlerweile immer. Er ist der Radverkehrsbeauftragte der Stadt Plön – und außerdem Leiter des Fachbereiches Bauen und Planen. Homeyer wohnt in Kiel und ist viel mit dem Fahrrad unterwegs. Zur Arbeit nach Plön fährt er aber mit dem Auto. Dort sorgt er mit dafür, dass Plön in Zukunft fahrradfreundlicher wird. Auf den Helm gekommen ist er, als er vor rund 20 Jahren anfing, für den Triathlon zu trainieren. Auf dem Rennrad ist der Kopfschutz ein Muss. „Die Unfallgefahr kann ja aber überall lauern“, sagt er. Jeder solle sich ein Kopf darum machen, ob er nicht besser einen Helm trägt. Bei Kindern bis zwölf Jahren wäre er für eine Helmpflicht – wie in Österreich.

"Ich halte mich für unvernünftig"

Gerd Weber aus Plön radelt auch viel. Doch er differenziert. Ist er mit dem Rennrad und in der Gruppe unterwegs, setzt er den Helm auf. „Die Gefährdung ist da höher“, sagt er. Wenn er mit dem Mountainbike in die Innenstadt oder um den See radelt, bleibt der Helm zu Hause. „Aber ich halte mich für unvernünftig“, gibt er zu. Einen Fahrradunfall hatte er noch nie.

Auf kurzen Strecken kommt der Helm nicht mit

Der Preetzer Bürgermeister Björn Demmin gibt zu, dass er sich erst zur Stadtradel-Aktion im vergangenen Jahr einen Helm gekauft hat. Obwohl er schon immer mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren sei, habe er nie einen Helm getragen. „Das habe ich nie gelernt, das gab es früher nicht“, entschuldigt er sich. „Jetzt trage ich den Helm bei größeren Touren.Und wenn ich das E-Bike des Kommunalbetriebs nehme, um damit nach Plön zu fahren, dann ist ein Helm bei 25 Stundenkilometer Geschwindigkeit schon sinnvoll.“ Auf kurzen Strecken in der Stadt jedoch setzt er den Helm nicht auf. Demmin gesteht: „Das ist Bequemlichkeit.“

Seit vielen Jahren fährt Dr. Norbert Scholtis (65) aus Schwentinental als Ausgleich zu seinem Beruf als Rechtsanwalt (und natürlich, um Sport zu treiben) mit dem Fahrrad zwei bis dreimal pro Woche eine Tour von rund 20 Kilometern. Sehr früh schon mit Helm. „Der ist zwar kein Schmuckstück“, sagt der Jurist, „aber ein unerlässlicher Schutz vor Kopfverletzungen. Es gibt keine Helmpflicht in Deutschland, ein Bußgeld ohne Helm muss man daher zwar nicht befürchten, aber, viel schlimmer, schwere Kopfverletzungen.“ Norbert Scholtis Rat lautet daher: „Wer den Kopf benützt – ihn schützt!“

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Es gibt keine Helmpflicht in Deutschland

Tatsächlich drohen keine Strafen, wenn man ohne Helm fährt. Es gibt keine Helmpflicht. Zwar entschied das Oberlandesgericht (OLG) Schleswig 2013, dass im Falle eines Unfalls dem Radfahrer eine Mitschuld gegeben werden könne, wenn er keinen Helm trug (Urteil vom 5. Juni 2013; Az. 7 U11/12). Der Bundesgerichtshof hob dieses Urteil 2014 jedoch wieder auf.

Bettina Kulke aus Preetz fährt ohne Helm, aber eine passionierte Radfahrerin ist sie ohnehin nicht. Zweimal die Woche fährt sie zum Sport und ansonsten nur kurze Wege – etwa zum Einkaufen, wegen der Last. Einen Helm braucht sie dafür nicht, findet sie. Ein bisschen fährt aber trotzdem das schlechte Gewissen mit. „Eigentlich finde ich es richtig, mit Helm zu fahren. Meine zwölfjährige Tochter Samanta trägt einen.“ Dass Mama keinen aufsetzt, führt zu Hause natürlich manchmal zu Diskussionen.

Wer gesehen hat, was passieren kann, wird vorsichtiger

Jakob Gabler ist Chirurg in der Klinik Preetz. Er fährt so oft es gibt mit dem Fahrrad von Kiel nach Preetz – so wie viele seiner Kollegen. Das sind rund 22 Kilometer über die Dörfer. „Da ist man dann gleich wach und es ist ja auch gesund“, sagt er. Mit dabei ist immer sein Fahrradhelm – in seinem Kollegenkreis fällt ihm keiner ein, der ohne Helm fährt. „Wenn man mal gesehen hat, was passieren kann – und passiert – dann wird man vorsichtiger“, erklärt Gabler. Die meisten Stürze würden im Stadtgebiet passieren. Auch schon bei geringen Geschwindigkeiten kann das böse Folgen haben: „Von einer Gehirnerschütterung bis zu neurologischen Langzeitschäden ist vieles möglich.“

Der Helm geht, wenn die Eitelkeit kommt

„Helme sind beliebt, etwa vier von fünf Leuten kaufen beim Fahrradkauf gleich einen Helm mit“, sagt Michael Scheibel vom Zweiradhaus Scheibel in Lütjenburg. Für kleine Kinder würde der Helm immer gleich mitgekauft – da gebe es bei Eltern keine zwei Meinungen. So ab dem Teenageralter würden die Helme dann weniger, „der Helm geht, wenn die Eitelkeit kommt.“ Zunehmend beliebter werden Airbag-Helme. Bevor man losfährt legt man sich eine Art Schlauch um die Schultern. Wenn man ins Kippen kommt, der Oberkörper sich also stark neigt, bläst er sich selbst auf. Ein Schnäppchen ist das noch nicht: Diese neue Sicherheitsvariante kostet gut 300 Euro. Scheibel selbst fährt immer mit Helm.

Hier sehen Sie, wer mit Helm fährt und wer ihn auch mal weglässt:

Ein Hauch von Milchschokolade hing in der Luft. Im Alten Apfelgarten auf dem Weg zur Prinzeninsel in Plön tummelten sich Ostermontag unzählige Kinder, durchforsteten das Gelände auf der Suche nach bunten Ostereiern. 780 Stück hatten Mitglieder des CDU-Ortsverbandes hier zum siebten Mal versteckt.

Anja Rüstmann 22.04.2019

Nix zu holen gab es für den ASV Dersau. Vor 120 Zuschauern unterlag der ASV gegen einen kaltschnäuzigen Gegner mit 1:3 im eigenen Stadion. Schlechte Zuspiele, keine klare Bälle. So war dem MTV Dänischenhagen nicht beizukommen, der nur sein Programm abzuspulen brauchte und auf Fehler warten musste.

Michael Felke 22.04.2019
Plön Ostereiertauchen des ASB - Schlechte Sicht erschwerte den Spaß

Nach Ostereiern tauchen? Das geht. Am Kitzeberger Strand hatte die Taucherstaffel des Wasserrettungsdienstes im Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Regionalverband Kiel am Sonnabend vor Ostern alle Sport- und Einsatztaucher zu einer Übung geladen.

21.04.2019