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Plön Rekord-Jagdstrecke beim Damwild
Lokales Plön Rekord-Jagdstrecke beim Damwild
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06:00 14.05.2019
Von Hans-Jürgen Schekahn
Das Damwild vermehrt sich im Kreis Plön prächtig. Die Jäger erlegten so viele Tiere wie nie zuvor. Quelle: Julian Stratenschulte
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Schönberg

Schätzungsweise 10 000 Stück Damwild leben im Kreis Plön. Besonders viele Tiere bekommen die Jäger im östlichen Teil des Kreises in den Regionen Großer Plöner See, Selenter See und Lütjenburg und Umgebung vor die Flinte. Auf diesem Drittel des Kreisgebiets wird mehr als die Hälfte des Damwilds geschossen.

Deckung und Nahrung im Überfluss

Diese Landschaft sei dank der Eiszeit mit fruchtbaren Böden ausgestattet, so Hammerschmidt. In den Wäldern vor allem der Güter fänden die Tiere Schutz. „Sie haben hier Nahrung und Deckung im Überfluss.“ Weiterer Grund: Wegen der milden Winter sterben weniger Tiere.

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In 50 Revieren gibt es kein Damwild

Aber Damwild ist nicht gleichmäßig im Kreis verteilt. Es konzentriert sich auf 200 Reviere, in 50 kommt es hingegen nur äußerst selten vor.

Schäden von der Landwirtschaft abwenden

Hammerschmidt erklärt die Rekord-Jagdstrecke auch mit den Vorgaben des Landes. Das Damwild frisst sich nämlich durch die Felder der Landwirte. Mais, Weizen und Raps schmeckten ihnen vorzüglich. Die Jägerschaft müsse die Abschusszahlen auch hoch halten, um Schäden von der Landwirtschaft abzuwenden.

Weniger Wildschweine geschossen

In seinem Bericht auf der Jahresversammlung der Kreisjägerschaft in Schönberg sticht eine weitere Zahl heraus. Die Zahl der erlegten Wildschweine ist um 20 Prozent im Jagdjahr 2018/2019 auf 2783 Stück gesunken. Der Grund dafür ist die hohe Abschusszahl ein Jahr zuvor. Alles, was die Jäger damals erlegt hätten, habe sich natürlich auch nicht vermehren können.

Marderhund breitet sich immer weiter aus

Sorgen bereitet Hammerschmidt die weitere Ausbreitung des Marderhundes, der sich seit 2002 rapide vermehrt. 901 Tiere erlegten die Jäger, 117 Stück mehr als im Vorjahr. An manchen Stellen habe er sogar schon den Fuchs verdrängt. Deutlich stieg auch die Zahl der erlegten Dachse. Die Jagdstrecke von 352 Tieren bedeutet ein Plus von über 50 Prozent.

Wegfall der Jagdsteuer wichtigstes Ereignis

Für den Vorsitzenden der Kreisjägerschaft, Claus-Henrick Estorff, sticht im Rückblick der Wegfall der Jagdsteuer heraus, die der Kreis bisher erhoben hatte. Im Gegenzug sammeln die Jäger wieder das Fallwild an den Straßen ein. Mit der Aufhebung hat sich die Jägerschaft auch verpflichtet, Biotope zu gestalten und sich um die Jugend- und Nachwuchsausbildung zu kümmern. Dinge, die die Waidmänner bisher auch schon geleistet haben.

Estorff bleibt Vorsitzender

Bei den Vorstandswahlen erhielten Estorff und sein Stellvertreter Stefan Velfe ebenso das Vertrauen der Mitglieder wie Monika Schultka (Schriftführerin). Schatzmeister ist Steffen Falk-Schott. Als Besitzer fungieren Jan Paustian, Hinrich von Donner, Thorolf Wellmer, Christoph Theophile und Martin Buhmann.

Hans-Jürgen Schekahn 13.05.2019
Frida Kammerer 13.05.2019
Sibylle Haberstumpf 13.05.2019
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