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Plön Grüne in starker Position
Lokales Plön Grüne in starker Position
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12:46 07.05.2018
Von Hans-Jürgen Schekahn
Kreispräsident Peter Sönnichsen (CDU, Mitte) möchte das Amt auch im neuen Kreistag ausfüllen. Hier im Gespräch mit den Grünen-Vertretern Kirsten Bockund Axel Hilker. Quelle: Hans-Jürgen Schekahn
Plön

Die CDU verzeichnete leichte Verluste und kam auf 35,3 Prozent. Verlierer des Abends war die SPD, die auf 23,1 Prozent abrutschte. Ein Minus von 6,7 Prozent. „Wir haben das Potenzial zu einer kleinen Volkspartei“, resümierte Hilker das beste jemals erzielte Wahlergebnis seiner Partei im Kreis Plön. Die Grünen holten zwei Direktmandate in Schwentinental und scheiterten daran nur ganz knapp in Laboe. Seine Fraktion strebe wieder ein festes Bündnis im Kreistag an. Die Grünen setzten in den vergangenen Jahren zusammen mit der SPD und der inzwischen aufgelösten FWG in der Kooperation die Akzente in der Kreispolitik. „Das war ein Erfolgsmodell.“ Man werde jetzt ergebnisoffen auf die beiden größeren Fraktionen zugehen und Gespräche führen. Man suche wieder ein Bündnis, in dem man die meisten grünen Inhalte durchsetzen könne.

Lange Gesichter bei der SPD. „Wir können mit dem Ergebnis überhaupt nicht zufrieden sein“, sagte Kreisvorsitzender Norbert Maroses. Schlimm fand er, dass die AfD ohne Wahlkampf zu machen und ohne Argumente zu liefern in den Kreistag gekommen sei. Sein Fraktionskollege Kai Bellstedt sieht im Bundes- und Landestrend die Schuld für die schlechten Zahlen. Am heutigen Montag tagt die Fraktion, um das Ergebnis zu beraten. Man sei gesprächsbereit mit allen demokratischen Gruppen außer der AfD. Eine Zeitlang sah es so aus, als ob die SPD eine theoretische Mehrheit im Kreishaus mit den Grünen und den Linken zusammenbrächte. Am Ende fehlten dazu zwei Sitze.

Peter Sönnichsen (CDU) kann solchem Blockdenken nichts abgewinnen. Er ist gegen dauerhafte Bündnisse jeder Art. „Im Kreistag muss jeder mit jedem können.“ Er habe niemals Zweifel gehabt, dass die CDU erneut stärkste Kraft im Plöner Kreishaus wird. Damit hat sich die Fraktion das Anrecht erworben, den Kreispräsidenten zu stellen. Amtsinhaber Sönnichsen kündigte an, sich wieder um den Posten zu bemühen. „Das wird unsere Fraktion entscheiden.“ Er bringe Erfahrungen mit und habe Zeit, nachdem er im vergangenen Jahr in Rente gegangen ist. Für Sönnichsen liegt der politische Schwerpunkt bis 2023 auf den Finanzen. Er möchte die Schulden in Höhe von 45 Millionen Euro abbauen. Wenn man das nicht angehe, wenn die Steuereinnahmen sprudeln, wann dann?

Martin Wolf (FDP) nannte das Wahlergebnis „ernüchternd“. Die Fraktion wachse zwar von zwei auf drei Mandate und habe ein Prozentpunkt dazu gewonnen, aber insgeheim habe er mit sieben bis acht Prozent gerechnet. Er findet es „sehr enttäuschend“, dass die AfD nun viertstärkste Kraft im Kreistag geworden ist.

Ein bisschen mehr hätte es auch für Klaus Blöcker sein können, dem Spitzenkandidaten der erstmals angetretenen Kreiswählergemeinschaft (KWG). Der frühere CDU-Politiker: „Ich bin nicht traurig, ich könnte aber auch etwas glücklicher sein.“ Vier Prozent seien für die Kürze der Zeit, in der sich die KWG auf die Wahlen vorbereitet habe, aber in Ordnung. „Wir müssen jetzt etwas daraus machen.“ Insgesamt haben die Wählergemeinschaften im Plöner Kreistag an Gewicht verloren. Vor fünf Jahren kamen die verschiedenen Gruppierungen auf zusammen 11,3 Prozent. KWG und UWG zählen zusammen nur noch 7,3 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag mit 55 Prozent etwas höher als vor fünf Jahren.

Der neue Plöner Kreistag wird ein großer sein. Wegen der vielen gewonnenen Direktmandate erhält die CDU mehr Sitze, als ihr nach Prozenten zustehen. Das wird durch Ausgleichsmandate für die anderen Fraktionen ausgeglichen. Statt bisher 45 Abgeordnete nehmen nun 56 im Sitzungssaal in Plön Platz.

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