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Plön Ein Plöner Kleinod ist in Gefahr
Lokales Plön Ein Plöner Kleinod ist in Gefahr
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07:07 02.01.2020
Von Anne Gothsch
Karin Wandelt, Gründungsmitglied und seit fünf Jahren ehrenamtliche Vorsitzende des Kulturforums Schwimmhalle Schloss Plön, hat mit ihrem Team trotz prekärer Kassenlage auch für 2020 ein vielseitiges Kulturangebot organisiert. Quelle: Anne Gothsch
Plön

KN-online fragte Karin Wandelt, Gründungsmitglied und seit fünf Jahren Vorsitzende des Kulturforums, nach den Hintergründen.

Frau Wandelt, sieht die Lage tatsächlich so dramatisch aus?

Ja, zweifellos. Wir müssen seit einigen Jahren ein strukturelles Defizit von rund 6000 Euro pro Jahr verkraften. Zum 1. Januar 2020 verfügen wir aber nur noch über eine Rücklage in Höhe von 8000 Euro. Wenn sich in Gesprächen mit der Stadt Plön keine Lösung abzeichnet und kulturelle Arbeit nicht angemessen unterstützt wird, können wir weder die wunderbaren Räumlichkeiten erhalten, noch attraktive Veranstaltungen anbieten.

Auf welcher gesellschaftlichen und finanziellen Basis wurde der Verein 1999 gegründet?

Die geschichtsträchtige Schwimmhalle, 1909 für die Söhne des Kaisers Wilhelm des II. und die Kadetten der preußischen Kadettenanstalt errichtet, war bis 1994 vom Internatsgymnasium Schloss Plön genutzt worden. 1995 hatte der Plöner Kunstverein das enorme Potenzial des leerstehenden Jugendstil-Gebäudes für Kunst und Kultur entdeckt, die traditionelle Sommerausstellung dort organisiert und schließlich ein Konzept zur kulturellen Nutzung erarbeitet. 1998 kaufte die Marius-Böger-Stiftung das Gebäude und sanierte es, finanziell unterstützt von der Stadt Plön, der Sparkasse, der Ortshandwerkerschaft, dem Stadtmarketingverein und weiteren Kulturvereinen. Ohne diese Unterstützung hätte das Projekt nicht realisiert werden können. Der Verein Kulturforum Schwimmhalle Schloss Plön wurde gegründet und übernahm die Räumlichkeiten im Juli 1999 zur kostenlosen Nutzung als Veranstaltungsort. Zu den derzeit 24 Mitgliedern gehören elf institutionelle Mitglieder, wie die Stadt Plön, die Marius-Böger-Stiftung, die Förde Sparkasse, das Prinzenhaus, die Uni-Gesellschaft und andere. Die Stadt hat damals 400.000 Euro als Basisfinanzierung zur Verfügung gestellt, inzwischen müssen wir jährliche Zuschüsse beantragen.

Für welche Art von Veranstaltungen wurde das Kulturforum Schwimmhalle Schloss Plön seitdem genutzt?

Mit der Neubelebung des architektonischen Kleinods haben wir eine kulturpolitische Aufgabe der Stadt Plön übernommen und ein reichhaltiges Kulturangebot auf hohem Niveau entwickelt. Die große Resonanz spricht dafür. Rund 250 Veranstaltungen haben wir auf die Beine gestellt, etwa Konzerte, Kunstausstellungen, Theater- und Literaturabende oder experimentelle Aktionen junger Künstler. Besonders hervorheben möchte ich dabei den von Anfang an engen Kontakt zu Musikern der Musikhochschule Lübeck, die uns jährlich mit drei Konzerten erfreuen. Ebenso die Kammermusiktage Plön mit Felix Nickel, Maria Ollikainen und ihren Freunden, die uns zehn Jahre lang die Treue hielten, obwohl sie inzwischen längst Engagements an renommierten Häusern und zum Teil Professuren haben. Großen Erfolg hatte auch unsere neu etablierte Jazzreihe Jazz Apart. Bereits das erste Konzert mit dem Julia Hülsmann Trio war ausverkauft. Wie schon in den Vorjahren war auch unser Silvesterkonzert wieder ausgebucht. Zudem sind wir Gastgeber für wissenschaftliche Symposien oder Diskussionsrunden zu Naturschutzthemen oder zum Erscheinungsbild der Stadt Plön.

Das klingt doch nach einer Erfolgsgeschichte. Was aber hat dann zu dieser problematischen Finanzsituation geführt?

Zitat: „Wenn wir keine Lösung finden, um das Defizit auszugleichen, würden neben dem Kunstverein viele weitere Akteure und renommierte Künstler einen attraktiven Veranstaltungsort verlieren.“ Karin Wandelt, Vorsitzende des Kulturforums

All diese Veranstaltungen kosten Geld und sind nur in Ausnahmefällen wirklich kostendeckend. Trotz sparsamster Bewirtschaftung können die laufenden Kosten nicht mehr aus den Einnahmen gedeckt werden, weil die Beiträge und Zuschüsse aus öffentlicher Hand als freiwillige Leistungen nur nach Kassenlage gewährt und obendrein seit Jahren reduziert werden. So hat beispielsweise die Stadt Plön seit fünf Jahren ihren Mitgliedsbeitrag von 1500 Euro und die Basisfinanzierung von 3000 Euro jeweils um die Hälfte gekürzt. Zuwendungen privater und institutioneller Förderer sind zur Deckung der Veranstaltungskosten bestimmt, können aber das Defizit aus Grundkosten, Reparaturen und Instandhaltung nicht ausgleichen. Daraus folgt seit einigen Jahren das bereits erwähnte Defizit in Höhe von jährlich 6000 Euro. Wenn wir dafür keine Lösung finden, würden neben dem Kunstverein viele weitere Akteure und renommierte Künstler einen attraktiven Veranstaltungsort verlieren.

Dabei ist der Veranstaltungskalender für 2020 schon gut gefüllt:
18. Januar: Jazz Apart präsentiert das Tomasz Kowalczyk Trio
1., 2. und 8. Februar: Plöner Tage der Kammermusik
21. März: Jazz Apart präsentiert den Ausnahmepianisten Martin Tingvall
29. März bis 3. Mai: Frühjahrsausstellung des Kunstvereins Schwimmhalle Schloss Plön
10. Mai bis 6. Juni: Ausstellung „Tiefenrausch – Multiple Art“
7. Juni: Grüne Note

Weitere Termine und Informationen: www.kulturforum-ploen.de

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