Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Plön Protest gegen Baupläne im Oberdorf
Lokales Plön Protest gegen Baupläne im Oberdorf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:00 27.08.2018
Von Thomas Christiansen
Anwohner protestieren gegen die Baupläne für das Gelände des ehemaligen Reiterhofs Goerke im Oberdorf. Quelle: Thomas Christiansen
Anzeige
Laboe

Keppler ist einer der mittlerweile mehr als 20 Anwohner, die einen Entwurf (der derzeit noch von einem Anwalt geprüft wird) für einen Einspruch an die Gemeinde und die Amtsverwaltung gegen den Entwurf zur Änderung des Bebauungsplans 10 A unterzeichnet haben. Wie berichtet sind auf dem Gelände des ehemaligen Reiterhofes Goerke drei Gebäude mit insgesamt je nach Wohnungsgröße 22 bis 28 Wohneinheiten sowie eine Tiefgarage mit 35 bis 40 Parkplätzen geplant. Ferienwohnungen sind nicht zugelassen. Der Bauausschuss hatte den Entwurf Anfang Juli gebilligt, den zuvor Stadtplaner Kai Gieseler vom Kieler Büro IPP vorgestellt hatte. Die Aufstellung zur Änderung des B-Plans war Ende 2017 beschlossen worden, nachdem der Eigentümer des Grundstücks Großer Hof 1-3 eine Änderung beantragt hatte, um statt der bisherigen Hofstelle am Petersberg eine Wohnbebauung zu ermöglichen. Die Gebäude auf der knapp 4000 Quadratmeter großen Fläche stehen seit 2015 leer.

Karl-Heinz Kahl kritisiert, dass es bislang kein Mitspracherecht für die Anwohner gab. Tatsächlich sieht das Planverfahren „als beschleunigtes Verfahren der Innenentwicklung“ keine frühzeitige Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung vor. Dass die Fläche des ehemaligen Reiterhofs Goerke wieder bebaut wird, sei allen klar gewesen, meint Christa Kahl-Burbach: „Aber diese massive Verklotzung finde ich bedrohlich.“

Anzeige

Den als Begründung für die Planung genannten Wohnungsbedarf in Laboe lässt Manfred Gummich nicht gelten: „Da sind Luxus-Wohnungen geplant, da geht keine Familie rein.“ Noch sei es schön im Oberdorf, doch nun werde hier eine „moderne Kapitalanlage“ geplant, schimpft er. „Der dörfliche Charakter wird total zerstört“, meint Angelika Gummich. Karl-Heinz Kahl spricht von einer „Goldgräberstimmung“ im historischen Kern von Laboe.

Der Planentwurf verwandele die schmale Sackgasse Großer Hof „mit ihrem bisher offenen und lichten Hof-Charakter in eine Straßenschlucht“, heißt es im Entwurf des Schreibens an Gemeinde und Amt. Die geplante Bauhöhe von 10,2 Metern beeinträchtige die Fernsicht und die Lichtverhältnisse der Anwohner. Befürchtet werden außerdem mehr Verkehr und Lärm.

Thomas Christiansen 26.08.2018
Isabelle Breitbach 26.08.2018
Astrid Schmidt 25.08.2018