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Plön Schulkomplex weckt Begehrlichkeiten
Lokales Plön Schulkomplex weckt Begehrlichkeiten
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18:35 21.08.2019
Von Astrid Schmidt
Viele Einrichtungen sind in den Gebäuden des Schulkomplexes in Laboe zu Hause. Die Nutzung soll optimiert werden. Quelle: Astrid Schmidt
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Laboe

Die, so erklärte Heiko Voß gleich zu Beginn dieser Premiere, habe er aus seiner Tätigkeit im Landtag als ein sehr positives Mittel erfahren, um ein Thema anzugehen. Er hatte ein paar klare Regeln vergeben: zehn Minuten Redezeit, keine Diskussion, kurzes Fazit. Die Vertreter der Grundschule, der Offenen Ganztagsschule, des Turnvereins Laboe, der Volkshochschule, des Laboer Herrenkochklubs, des Projektes MINT und des Jugendzentrums nutzen bereits Teile des Schulkomplexes. Dazu gehören Grundschule, Jugendzentrum, die Sporthalle, das ehemalige Polizeigebäude, die Fläche des vor einigen Jahren abgerissenen alten Schulgebäudes (Haus I) sowie das Beeke-Sellmer-Haus (ehemaliges Schulgebäude).

Schulleiterin Claudia Telli erklärte, die rein räumlichen Voraussetzungen seien für die „aktuelle Schülerzahl von 166 optimal“. „Wenn wir nur eine Klasse mehr bekommen, reichen die Klassenräume nicht mehr aus“, betonte sie allerdings mit Blick auf das Neubaugebiet und die Entwicklung der Schülerzahlen. Ein großes Problem gebe es allerdings hausintern. „Die Offene Ganztagsschule hat drei Gruppenräume, bräuchte aber fünf Gruppenräume. Auch ein Bewegungsraum, ein Büro sowie eine Nutzungsmöglichkeit der Sporthalle ab 13 Uhr (nicht erst ab 14 Uhr, wie derzeit geregelt) sei vonnöten, erklärte der neue Leiter der OGTS, Philipp Sinjen. Von den 166 Schülern besuchen 122 die OGTS. „Zurzeit müssen wir die Aula nutzen. Dort gibt es aber keine Möglichkeiten, auf individuelle Bedürfnissse der Kinder einzugehen“, so Sinjen.

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"Die Turnhalle ist zu klein"

Kai-Uwe Dörr erklärte für den Turnverein Laboe, die Räume im Beeke-Sellmer-Haus seien „komplett ausgelastet“. „Wir könnten viel mehr anbieten, wenn wir mehr Räume hätten“, sagte der Vorsitzende. Ein Knackpunkt: „Die Turnhalle ist zu klein und nicht wettkampftauglich. Wenn wir Turniere ausrichten, müssen wir uns fremde Hallen mieten“, so Dörr.

Susanne Biermann vom Jugendzentrum plädierte für den Erhalt ihrer Räume, die von den rund 500 Laboer Kindern und Jugendlichen von sechs bis 27 Jahren genutzt werden könnten. „Wir haben nicht ein Raumproblem, wir haben ein personelles Problem“, so Biermann. Die Jugendpflegerin ist seit 36 Jahren Alleinkämpferin. „Wenn ich krank bin, ist das Jugendzentrum geschlossen“, so Biermann.

Am Ende war klar: Die Begehrlichkeiten sind groß, Schnittmengen gibt es bei fast allen Nutzern, die auch in vielen Bereichen bereits kooperieren. Als Schwerpunkte stellten sich die Jenner-Arp-Sporthalle und die Offene Ganztagsschule heraus.

Bürgermeister Voß zeigte sich „beeindruckt“ vom vielfältigen ehrenamtlichen Engagement. Bürgervorsteher Michael Meggle lobte „diese für Laboe neue Art des Herantragen eines Themas an einen Ausschuss“ ausdrücklich. „Das ist eine sehr zielführende und produktive Methode“, sagte er.

Die Mitglieder des Ausschusses für Bildung, Soziales, Kultur und Sport werden darüber in ihrer öffentlichen Sitzung am Dienstag, 27. August, 19 Uhr, in der Cafeteria der Grundschule beraten.

Anja Rüstmann 21.08.2019
Hans-Jürgen Schekahn 21.08.2019
Nadine Schättler 20.08.2019