Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Plön Falsches Parken: Retter verlieren Zeit
Lokales Plön Falsches Parken: Retter verlieren Zeit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:03 19.07.2019
Von Astrid Schmidt
 Wie hier an der Ecke Strandstraße/Reventloustraße. Es stehen Fahrzeuge im Einfahrtsbereich, Wehrführer Volker Arp muss mehrfach rangieren, was wertvolle Zeit kostet. Quelle: Astrid Schmidt
Laboe

Es ist Sommer, Hochsaison im Ostseebad Laboe. Tagestouristen, Einheimische und Urlauber müssen sich den knappen Parkraum teilen. Da fehlt es manchmal an Rücksichtnahme, wissen Wehrführer Volker Arp und seine Aktiven aus fast täglichem Erleben. Besonders kritisch wird es, wenn durch falsch oder rücksichtslos geparkte Fahrzeuge die Rettungswege behindert, verstellt oder blockiert werden. „Das kostet uns wertvolle Zeit“, sagt der Wehrführer. Bei einer Fahrt mit der Drehleiter, eines von drei großen Fahrzeugen, wird es messbar deutlich.

Rangieren mit Einsatzfahrzeugen kostet in Laboe wertvolle Sekunden

Wenn das 16 Tonnen schwere und 8,60 Meter lange Fahrzeug mit dem noch einmal etwa 2,30 Meter über das Fahrerhaus hinaus ragenden Rettungskorb, ausrückt, braucht es Platz. Der ist an vielen Stellen im Ort ohnehin knapp. Als der Wehrführer von der Strandstraße in die Reventloustraße einbiegen will, stehen zwei Fahrzeuge im Wendebereich. Arp kommt nicht in einem Zug herum, muss zurück setzen, rangieren, vor, zurück, Menschen stehen und verfolgen die Aktion. „Ich habe jetzt wertvolle Sekunden verloren“, schimpft Arp.

Noch schlimmer wird es in der Friedrichstraße mit einem Hotel und mehrgeschossigen Wohnhäusern. Seitlich ist das Parken erlaubt. „Nicht jeder stellt sich auch so hin, dass ein Vorbeifahren noch gut möglich ist“, weiß Arp. An diesem Tag parkt zu allem Überfluss auf dem mit Halteverbot gekennzeichneten Einfahrtsbereich zur Friedrichstraße ein Auto. Volker Arp hat Millimeterarbeit zu leisten, rangiert mit dem langen Fahrzeug hin und her, fährt die enge Durchfahrt im Schneckentempo hindurch, an jeder Seite zur wenige Zentimeter Luft. Wieder kostet das wertvolle Zeit.

Hydranten müssen frei zugänglich sein

"Auch die Wilhelmstraße zählt zu den Nadelöhren, Einheimische wissen, wie sie parken müssen, um wenigstens die Durchfahrt zu gewährleisten, doch viele Ortsfremde wollen einfach nur zum Strand und stellen ihre Autos gedankenlos ab“, erzählt Arp. Dass Hydranten, die in der Erde liegen, einfach zugestellt werden, erlebt der Wehrführer immer wieder. „Das verlängert die Wege zur Wasserversorgung und erschwert unsere Arbeit“, nennt er weitere Beispiele.

Kontrollfahrt mündet in Einsatzfahrt - Fehlalarm

Drei Fahrzeuge hat die Laboer Feuerwehr von der Größe der Drehleiter. Die Fahrer der Wagen seien das enge Rangieren oft nicht gewohnt und stehen im Einsatzfall unter großer Anspannung. „Da wird man schon mal nervös, wenn andere auf Hilfe warten und man kommt nicht schnell genug an“, schildert Arp. Und diese Situation ist nicht selten, wie sich sogleich herausstellt. Noch während dieser Kontrollfahrt geht Alarm ein. Ein Brandmelder im Erholungszentrum am Probsteier Platz hat ausgelöst, Bewohner des mehrgeschossigen Hauses mitten im Ortszentrum rufen die Feuerwehr. Der Rettungstrupp ist in wenigen Minuten am Gebäude, die Wasserversorgung wird aufgebaut, der Hydrant ist zum Glück frei zugänglich.

Zig Schaulustige haben sich am Probsteier Platz versammelt, nicht alle haben Verständnis für das Einfahren mit Sondersignal. Viele schütteln die Köpfe – etwas, was die Feuerwehr nicht nachvollziehen kann. In diesem Fall erwies es sich als Fehlalarm, doch das wissen die Retter vorher nie.

Feuerwehr: Ordnungsamt Laboe sollte mehr kontrollieren

Man müsse überlegen, ob zum Beispiel in der Friedrichstraße überhaupt seitlich geparkt werden sollte. „Wir würden uns wünschen, dass wir bei Verkehrsplanungen mit einbezogen werden. Das Neubaugebiet Krützkrög ist ein Musterbeispiel dafür. Da läuft es optimal. Wir sind mit dabei, wenn es um Hydranten, die Breite von Zufahrten und ähnliches geht“, lobt Arp. Er wünsche sich aber auch, dass das Ordnungsamt eine solche Kontrollfahrt im Sommer öfter einmal macht. „Dann muss bei Verstößen aber auch mal durchgegriffen und abgeschleppt werden“, so Arp.

Immer informiert: Nachrichten aus dem Kreis Plön

Rücksichtsloses und gedankenloses Parken im Ostseebad Laboe macht den Feuerwehrleuten im Einsatz das Leben schwer. Für die großen Einsatzfahrzeuge wird es nicht selten zu eng. Schwerstarbeit für die ehrenamtlichen Retter am Steuer.
Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Hupende Autofahrer, genervte Anwohner und ungeleerte Mülltonnen in der Hindenburgstraße: Für Gesprächsstoff sorgten am Donnerstag zwei parkende Kleinwagen in Heikendorf. Sie waren von ihren Fahrern so schlecht platziert worden, dass an ein Durchkommen in der schmalen Straße nicht mehr zu denken war.

Sibylle Haberstumpf 19.07.2019

Die Abendsonne wirft bereits lange Schatten über den Sand, auf der Terrasse von Zantopps Fährhaus tummeln sich die Feierabend-Gäste. Während die Menschen bei Cocktails, Wein und kleinen Snacks entspannt ihren Tag ausklingen lassen, geht es in der Küche des kleinen Fährhauses umso hektischer zu.

Nadine Schättler 19.07.2019
Plön Farbattacke aufs Pflaster - Plön plant Kreidefestival im August

Kleine Künstler sollen den grauen Schwentineplatz in eine bunte Bildergalerie verwandeln. Die Stadt Plön richtet am 11. August das erste Kreide Festival aus. Unter dem Motto „Schöne Aussicht“ sind alle Kinder eingeladen, die eintönigen Steinplatten farbenfroh zu bemalen.

Dirk Schneider 19.07.2019