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Plön Nachwuchs für die niederdeutsche Bühne
Lokales Plön Nachwuchs für die niederdeutsche Bühne
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15:02 23.02.2020
Von Astrid Schmidt
Celine Haß aus Laboe und Bernd Cohrt aus Flintbek bei einer praktischen Übung, die Stefan Grewe (hinten von links) den "Schülern" wie Niels Merolt aus Wendtorf und Kathrin Tygges aus Plön vermittelt. Quelle: Astrid Schmidt
Laboe

Celine Haß aus Laboe bringt schon Theater- und Bühnenerfahrung aus früherer Zeit mit und will nach einer mehrjährigen Pause nun wieder einsteigen – Endziel Bühne, wie sie sagt. Sie lässt sich ein auf die Übungen, die darauf zielen, Vertrauen zum Mitspieler aufzubauen, auf ihn zu hören, sich einzustellen.

Auch Kathrin Tygges aus Plön spielt bereits Theater, zuletzt in Preetz. Doch sie möchte ihre Kenntnisse vertiefen, sowohl im Spiel als auch im Plattdeutschen. Sie liebt die Sprache, ist durch die Großeltern immer mit ihr vertraut gewesen, nur das Sprechen hapere eben, gesteht sie.

Bernd Cohrt kommt aus Flintbek und spielt in einer Band. Nun möchte er auch die Theaterbühne erobern.

Komplettes Neuland sind für Niels Merolt aus Wendtorf sowohl die Darstellung auf der Bühne als auch das Plattdeutsche. „Von meinen Großeltern habe ich eher das Sächsische gelernt“, erzählt er. Lachend gibt er die Mundart zum Besten.

Lob für die beiden Trainer

Ihnen allen ist an diesem zweistündigen Übungsabend der Spaß anzumerken – und der Wille, Neues zu lernen, etwas mitzunehmen, wie Kathrin Tygges sagt. Sie fahre immer mit einem erfüllten Gefühl zurück nach Plön. „Die beiden Trainer machen das richtig toll, mit viel Temperament und neuen Impulsen“, berichtet sie.

Dafür bereiten sich Stefan Greve, selbst Schauspieler und Regisseur, sowie Christian Becker, ebenfalls ausgebildeter Schauspieler, gut vor. Sie zeigen in einfachen Übungen wie dem „Spiegeln“ oder dem „Ja-/Nein-Spiel“, wie mit Stimme und Körpereinsatz ganz unterschiedliche Geschichten erzählt werden können. „Wichtig ist das Überzeichnen. Spielt es groß. Das Nein ist kein Straßen-Nein, es ist ein Bühnen-Nein“, erklärt Greve. Anregungen, die von den „Schülern“ sofort aufgenommen und umgesetzt werden.

„Wir haben hier die Zeit und den Raum, den Interessenten das zu vermitteln, was während der Proben für ein konkretes Stück oft zu kurz kommt, also die grundlegenden Dinge des Theaterspiels“, erklärte Christian Becker. „Wir vermitteln auch, dass Theaterspiel richtig Arbeit ist, zu der viel Kontinuität und Ernsthaftigkeit gehört“, betonte Stefan Greve. Um auch die sprachliche Sicherheit zu bieten, haben Greve und Becker einen Einakter vorbereitet. „Plattdeutsch sprechen vermittelt und übt man am besten anhand eines Textes“, so Becker.

Personalnot an vielen niederdeutschen Bühnen

Auslöser dieser Idee für eine Plattdeutsch- und Theaterschule war die Personalnot an vielen niederdeutschen Bühnen. Um nicht vor jedem Stück erneut ad hoc ein Casting anbieten zu müssen und eine Art Personalpool zu schaffen, regte der Leiter der Laboer Bühne Jan Steffen an, gemeinsam mit anderen wie Kiel, Preetz, Neumünster und Heikendorf Interessenten langfristig ein Rüstzeug zu vermitteln, das ihnen einen Einstieg an jeder Bühne ermöglichen könnte.

Der Kreis Plön hatte dafür 3500 Euro Anschubfinanzierung bereitgestellt, die laufen jetzt aus. Man werde jetzt sehen, wie sich die Schule weiter finanziert. Diese „Schule“ ist für die Interessenten derzeit kostenfrei, die Bühnen tragen das Angebot gemeinschaftlich. Es ist für Steffen ein gutes Instrument für die Bühnen, ihre eigenen Leute sowie Neulinge aus einem Casting mit dem nötigen Rüstzeug für das Theaterspiel auszustatten. „Hier können auch Interessenten testen, wo denn eigene Stärken liegen. Ist es eher Improvisationstheater, das plattdeutsche Theater, Gesang oder klassisches Rollenspiel.“

Ein Konzept dazu sei derzeit in Arbeit. Er würde sich freuen, wenn sich noch mehr Bühnen beteiligen würden. Die Laboer Lachmöwen selbst würden ebenfalls ihre Spieler auf diese Weise fortbilden wollen. „Wir fahren bisher nach Hamburg, wir könnten dann die Trainer auch hierherkommen und andere daran partizipieren lassen“, nannte Steffen weitergehende Ideen für die Theaterschule.

Wer sich anmelden möchte, kann sich an Jan Steffen wenden, per E-Mail Bewerbung@lachmoewen.de, Tel. 04343/4946440.

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