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Plön Ein teurer Grill, aber billiges Fleisch
Lokales Plön Ein teurer Grill, aber billiges Fleisch
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06:07 03.02.2020
Von Hans-Jürgen Schekahn
Landwirt Jörn Plischke begrüßte über 60 Gäste zu einer Mahnwache für die Landwirtschaft auf seiner Diele. Quelle: Hans-Jürgen Schekahn
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Barsbek

Jörn Plischke hat eingeladen auf seine Diele. Barsbeker, befreundete Jäger und Landwirte, eine Expertin für Glyphosat, die Bundestagsabgeordnete Melanie Bernstein. Sein Ziel: Alle sollen miteinander ins Gespräch kommen. Draußen vor dem Bauernhaus brennt Holz in zwei Feuertonnen. Ein größeres Mahnfeuer geht wegen des Windes nicht. „Die Politik hat angefangen hinzuhören, aber sie versteht uns noch nicht“, sagt der Nebenerwerbslandwirt mit zehn Hektar Land. Er klagt über das Verbraucherverhalten. Manche schafften sich einen 500 Euro teuren Grill an, legten aber das billigste Fleisch darauf, was sie kriegen können. „Manche fahren mit einem teuren SUV zu Aldi zum Einkaufen.“ Diese Einstellung habe Folgen. Ein Kalb koste derzeit weniger als eine Schachtel Zigaretten, sagt er. Wer das Tierwohl wolle, muss mit einem höheren Preis rechnen.

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Es liegt eine bestimmte Stimmung über der Veranstaltung. Plischke spricht vom „Plattmachen der Bauern“, was sich derzeit abspiele. Ein Gefühl, das alle Landwirte auf der Diele teilen. Sie fürchten um ihre Existenz, vermissen Anerkennung für ihre Arbeit, der Produktion von Lebensmitteln.

"An der Ladenkasse wird abgestimmt"

Hartmut Sye aus Prasdorf ist Ackerbauer, hält Schweine, besitzt einen Ponyhof und Ferienwohnungen. Der Großteil der Menschen kaufe dort Lebensmittel ein, wo sie am billigsten sind. „An der Ladenkasse wird abgestimmt, wie die Lebensmittel aussehen.“ Sprich: Wer bessere Qualität und ein höheres Tierwohl haben will, müsse mehr bezahlen.

Bauern-Milliarde wird abgelehnt

Tilo von Donner aus Wahlstorf beklagt, dass die Politik keine Perspektive oder ein Ziel hat, wo es mit der Landwirtschaft hingehen soll. Die Milliarde für die Landwirtschaft, die die Bundesregierung als Härteausgleich für die Düngeverordnung angekündigt hat, lehnt er ab. Die Zahlungen seien nur wieder an neue Auflagen geknüpft. Außerdem: Die Subventionen würden einen Keil treiben zwischen Landwirte und der Gesellschaft. Man stehe als Sozialhilfeempfänger da.

Neue Bewegung neben dem Bauernverband

Von den Landwirten unter den Gästen gehören viele dem Bauernverband an. Doch die im Oktober in Schleswig-Holstein gegründete Bewegung „Land schafft Verbindung“ geht mit eigenen Forderungen an die Öffentlichkeit so wie in Barsbek. Große und kleine Betriebe, ökologisch und konventionell wirtschaftende Landwirte will man vertreten.

Die Vision: Landwirtschaft ohne Subventionen

Die Vision ist eine Landwirtschaft ohne Subventionen, die durch einen gerechten Preis für Milch, Fleisch und Getreide den Tieren nützt und die Umwelt schont. Eine Forderung, die an die Lebensmittelhändler geht, die mit Billigangeboten locken. „Kein landwirtschaftliches Produkt darf unter dem Produktionspreis verkauft werden“, heißt es in einem Positionspapier. Auch für die Schäfer und Jäger formuliert die Gruppe Forderungen. Der Wolf müsse ins Jagdrecht. Er solle nicht ausgerottet, wohl aber kontrolliert werden.

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