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19:21 12.02.2020
Von Silke Rönnau
Preetz will bis 2030 klimaneutral sein. Die Stadtvertretung hat jetzt ein Leitbild zum Klimaschutz mit sechs Handlungsfeldern verabschiedet. Quelle: Ulf Dahl
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Preetz

Die UN-Klimakonferenz in Paris hatte bereits 2015 das Ziel formuliert, den Treibhausgasausstoß so zu reduzieren, dass die Erwärmung unterhalb der gefährlichen Schwelle von 1,5 Grad bleibt. Preetz wäre klimaneutral, wenn die Emissionen bis zum Jahr 2030 von derzeit 170.000 Tonnen pro Jahr auf 26.500 Tonnen abnähmen.

Jeder Bürger muss 9,6 Tonnen Kohlendioxid sparen

„Legt man pro Bürger den jährlichen durchschnittlichen Kohlendioxid-Ausstoß in Deutschland von 11,3 Tonnen zugrunde, müsste sich dieser Wert auf 1,7 Tonnen reduzieren“, erklärte Axel Schreiner (CDU) als Vorsitzender des Haupt- und Finanzausschusses.

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Um das zu erreichen, will sich Preetz auf sechs Handlungsfelder konzentrieren. Bei der Energieversorgung soll auf eine dezentrale Wärmeversorgung mit erneuerbaren Energien gesetzt werden. „Ein wichtiger Aspekt ist das Wärmekonzept der Preetzer Bürger-Energie-Genossenschaft“, lobte Arne Drews, Vorsitzender des Ausschusses für Natur und Klimaschutz, das geplante Nahwärmenetz für Preetz-Nord, das aus Solarthermie und Holzhackschnitzelheizung gespeist werden soll.

Beim Thema „Gebäude und Stadtentwicklung“ sollen Rahmenvorgaben für die Planung geschaffen, aber auch bestehende Einzelgebäude oder Quartiere betrachtet werden. Außerdem soll die Kooperation mit den Umlandgemeinden auf- und ausgebaut werden.

Beim Handlungsfeld „Wirtschaft und Gewerbe“ könnte beispielsweise die gewerbliche Abwärmenutzung gesteigert werden. Die Verwaltung soll Rahmenbedingungen für die private Wirtschaft schaffen. Und für „öffentliche Gebäude und Beschaffung“ will die Stadt eine Vorbildfunktion übernehmen.

Verkehr sorgt für die meisten Emissionen

Mit „Verkehr/Mobilität“ ist die Stadt schon auf einem guten Weg mit der derzeitigen Aufstellung eines Mobilitätskonzepts. Ziel: Ausbau der Infrastruktur für alternative Antriebe, öffentlicher Fuhrparks und des ÖPNV. Der Verkehr sorgt in Preetz mit 36 Prozent für die meisten Emissionen.

Auch „Private Haushalte, Konsum und Ernährung“ bieten die größten Einsparmöglichkeiten. Hier setzt man auf Kampagnen, um gute Vorbilder ins Bewusstsein zu bringen oder Einsparpotenziale aufzuzeigen, sowie auf niedrigschwellige Angebote wie zum Beispiel Schnupperangebote beim ÖPNV, Fahrradverleih oder Carsharing.

Wichtig sei die Bürgerbeteiligung, betonte Schreiner. „Wir müssen ihnen die Möglichkeit geben, die Handlungsfelder zu diskutieren und eigene Vorschläge einzubringen.“

Arne Drews (Grüne), Vorsitzender des Ausschusses für Natur und Klimaschutz, verwies auf das Solarkataster, das Preetz zunächst mit Nachbargemeinden auf den Weg bringen wollte, das aber nun von der Kreisverwaltung kreisweit aufgestellt werden soll. Man könne den Bürgern bei Veranstaltungen genau erklären, was auf ihren Dächern an Photovoltaik oder Solarthermie möglich sei.

Howe: Nicht zu viele Vorschriften machen

Michael Howe (FDP) lobte die konstruktive, parteiübergreifende Zusammenarbeit. „Man muss bei Klimaschutzmaßnahmen aber auch auf die Sozialverträglichkeit achten, damit Wohnraum nicht zu teuer wird“, mahnte er. In Bebauungsplänen sollte man nicht zu viele Vorschriften machen.

„Ein gutes Stück Kommunalpolitik“, freute sich auch Jörg Fröhlich (BGP), der das Projekt mit seinem Antrag im September, Preetz soll bis 2030 klimaneutral werden, angestoßen hatte.

„Wir schaffen das nur, wenn wir die Bürger mitnehmen“, erklärte Wolf Bendfeldt (FWG). „Das erreicht man nicht mit einer Verbotspolitik.“ Er hoffe, dass die Stadtentwicklung nicht auf Null gesetzt werde. Eine gewisse wohnbauliche Entwicklung müsse weiterhin möglich sein, denn der Bedarf sei vorhanden.

Kristian Klinck (SPD) forderte, dass die Sanierung öffentlicher Gebäude deutlich verstärkt werden müsse.

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