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Plön So wurden Müller und Mihlan abgewählt
Lokales Plön So wurden Müller und Mihlan abgewählt
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17:14 20.09.2019
Von Hans-Jürgen Schekahn
Leserbrief-Schwindel Schwentinental: So wurden Müller und Mihlan abgewählt. Susanne Elbert spricht Andreas Müller (Mitte) und Dennis Mihlan Zuversicht und Trost zu. Die beiden Grünen-Politiker sind nur noch Kreistagsabgeordnete ohne Funktion. Quelle: Hans-Jürgen Schekahn
Plön

Mihlan und Andreas Müller hatten unter falschem Namen Leserbriefe an die Kieler Nachrichten geschrieben. Das flog auf. Es folgten Entschuldigungen. Müller legte mit etwas Verzögerung sein Amt als Vorsitzender des Hauptausschusses in Schwentinental nieder, Mihlan umgehend das Amt des Vorsitzenden im Kreis-Bauausschuss und als Bürgervorsteher. 

SPD-Stimmen gaben den Ausschlag für die Abwahl von Müller und Mihlan nach Leserbrief-Schwindel

Vor allem die CDU ließ es damit nicht bewenden und forderte auch Konsequenzen bezüglich der Ausschusssitze, die die drei im Kreistag bekleiden, und die Funktionen in anderen Versammlung. Dank einiger Stimmen aus den Reihen der SPD ist das der CDU mit FDP und UWG an der Seite auch gelungen. Sie brachten es auf die nötige Stimmenzahl von 27 bei insgesamt 53 anwesenden Abgeordneten. Einer weniger – Mihlan und Müller hätten weiterhin Sitz und Stimme in den Ausschüssen gehabt. Jeder Abgeordnete kann aber auch so in die Ausschüsse kommen und das Wort ergreifen. Nur eben nicht abstimmen. Das dürften beide tun.

Mihlan nach Leserbrief-Schwindel: "Ich werde aus diesem Fehler lernen"

Müller und Mihlan baten in Reden nochmals den Kreistag und die Bürger um Entschuldigung für ihr Verhalten. „Ich werde aus diesem Fehler lernen“, sagte Mihlan, der deutlich gezeichnet war von den letzten Wochen, in denen der Fall europaweit durch Presse und Fernsehen gegangen ist. Sogar Russia Today, ein Propagandasender Russlands, griff die Leserbrief-Affäre in Schwentinental auf. Er habe beim Schreiben impulsiv gehandelt, leider nicht besonnen, wie es nötig gewesen wäre, so Mihlan. Seine Rolle als Vorsitzender des Bauausschusses habe er als Beitrag zu Wohle des Kreises und seiner Bürger ausfüllen wollen.

„Ich möchte sie bitten, mich als Menschen zu sehen“, sagte Andreas Müller. Er habe einen großen Fehler begangen. Er stehe hier mit „aufrichtigem Bedauern“. Er sei damals sehr emotional beteiligt gewesen, erklärte er seine Schummelei.

Hansen (CDU) fordert auch Mandatsverzicht von Müller und Mihlan nach Leserbrief-Schwindel

Die Entschuldigungen und die Abbitte nützten ihnen letztlich nichts. „Der Rückzug vom Mandat ist geboten“, forderte der CDU-Fraktionsvorsitzende Thomas Hansen. Er verurteilte besonders das Vorgehen der Beiden, nachdem der erste Verdacht aufkam. Sie hätten zunächst nur das zugegeben, was beweisbar war. Ihr zögerlicher Rückzeug beweise, dass sie keine innere Einsicht zu dem Vorfall hätten. Nur auf Druck der Öffentlichkeit hätten sie reagiert. 

AfD-Vertreter lobt Mihlans Sitzungsleitung von Mihlan

Dennis Wamhoff (AfD) bekam für einen Satz bei allen innere Zustimmung: „Stellen sie sich vor, was passiert wäre, wenn wir das gewesen wären.“ Man hätte Scheiterhaufen für diesen AfD-Vertreter aufgeschüttet. Wamhoff bekam sogar etwas Beifall von den Grünen. Er hatte Mihlan für die faire Sitzungsleitung des Bauausschusses gelobt. Das kommt auch nicht jedem AfD-Vertreter gegenüber einem Grünen-Politiker über die Lippen. Wamhoff an Mihlan: „Danke für ihre bisherige Arbeit.“ 

SPD nicht einig, wie mit dem Leserbrief-Schwindel von Müller und Mihlan umzugehen ist

Martin Wolf (FDP) sorgte sich um das Image der Politiker im Allgemeinen nach den Leserbriefen unter falschem Namen. „Wir stehen in der Öffentlichkeit als Bescheißer dar.“ Auffällig: Kein Vertreter der SPD ergriff das Wort in der Debatte. Die Fraktion war sich nicht einig, wie mit den beiden Grünen umzugehen ist. 

Ein kleiner Trost blieb Mihlan: Niemand kreidete ihm sein Stück Kuchen im Sitzungssaal an.

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