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Plön Fast blind durch die Übung
Lokales Plön Fast blind durch die Übung
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18:34 01.11.2015
Von Thomas Christiansen
Übermasken auf den Helmen ersetzen die Nebelmaschine: Der erste Trupp tastet sich fast ohne Sicht vor. Quelle: Thomas Christiansen
Löptin

Schnell ist klar, dass viele Atemschutzträger benötigt werden. „Hallo, helfen Sie mir“, ruft Melanie Müller (Wehr Pohnsdorf), die eine der Verletzten darstellt und sich im Lager gut versteckt hat. Immer wieder hören die Männer vom ersten Atemschutz-Trupp die Hilfeschreie, doch sie können fast nichts sehen und wissen nicht, wohin sie müssen. „Das kommt von rechts oder?“, fragt Falko Zanjantniss (Wehr Nettelsee). Schließlich finden sie die Verletzte und retten sie aus dem Gebäude.

 Dietmar Stabenow (Wehr Lepahn) hat ihnen die Sicht genommen, in dem er Blenden vor die Helmmasken gespannt hat. Sie ersetzen die Nebelmaschine, die wegen fehlenden Stromanschlusses nicht eingesetzt werden kann. Diese Übermasken aus Stoff werden erstmals genutzt, weil man durch die üblichen Klinik-Überschuhe aus Plastik „gar nichts mehr sieht“, erklärt der Übungsleiter, der stellvertretende Amtswehrführer Jens Thomsen (Wehr Pohnsdorf). Wie befürchtet sind die Stoff-Masken aber für die großen Helme der Nettelseer zu klein.

 Inzwischen ist der zweite Trupp da, irrt wie der erste auf Knien und fast ohne Sicht zunächst durch das Lager, bis er die Hilferufe von Clemens Lüth (Wehr Pohnsdorf) richtig ortet und im Nebengebäude sucht. Noch schwerer zu finden ist der dritte Verletzte – eine Puppe, die Thomsen im oberen Stock abgelegt hat. „Zum Glück hat es es hier nie wirklich gebrannt“, meint Thomsen. Der verwinkelte Gebäudekomplex sei ideal für eine Übung. Die Wehren müssen aber außen alles intakt lassen, um Vandalismus vorzubeugen.

 Währenddessen haben andere Feuerwehrleute sich um die weitere Wasserversorgung gekümmert. Eine Entfernung von 650 Meter mit einem Höhenunterschied von zehn Metern bis zur Au müssen sie meistern.

 „Eigentlich üben wir für die Einsatzleitung“, erklärt Thomsen. Gerade bei größeren Einsätzen mit mehreren Wehren sei es wichtig zu organisieren und die Aufgaben zu verteilen: „Ich kann nicht arbeiten und führen.“

 Später zieht er eine gemischte Bilanz. Die Wehren aus Löptin, Nettelsee, Bothkamp und Warnau (Amt Preetz Land) sowie Depenau (Amt Bokhorst-Wankendorf) waren rasch vor Ort, Erkundung und Ablauf seien gut gewesen. Die Trupps hätten ihre Aufgaben gut und sauber abgearbeitet. Es sei aber „nach wie vor so, dass wir beim Aufbau der Führungsstruktur noch besser werden können“, sagt Thomsen. „Da haben wir Nachholbedarf“, meint er und kündigt eine theoretische Schulung dazu an. Noch in diesem Monat werden jeweils drei Vertreter aller 19 Wehren in die Schule Schellhorn geladen, „damit da Routine reinkommt“. Der Aufbau der Führungsstruktur bei größeren Einsätzen müsse genauso routiniert erfolgen wie jener der Wasserversorgung: „Der Automatismus fehlt uns.“

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