Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Plön Sieben Mittagessen kosten 18.000 Euro
Lokales Plön Sieben Mittagessen kosten 18.000 Euro
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:56 19.06.2019
Von Frida Kammerer
Leven Seydler und Lasse Ottens essen regelmäßig in der Lütjenburger Schulmensa. Quelle: Frida Kammerer
Lütjenburg

Jeden Tag ein warmes Mittagessen für 2,90 Euro. Täglich zwei andere Gerichte, die mindestens zu 60 Prozent aus biologisch angebauten Lebensmitteln aus der Region bestehen. Klingt eigentlich nach einem guten Deal, aber nur wenige Schüler des Hoffmann-von-Fallersleben-Schulzentrums Lütjenburg nutzen das Angebot in der Schule zu Mittag zu essen. Von 950 Schülern nehmen nur sieben am Mittagsprogramm teil. Im Oktober begann man damit, die Gerichte mit regionalen Bioprodukten zu kochen - um das Angebot, das immer weniger angenommen wurde, attraktiver zu machen. "Wir sind mit unserem Latein am Ende", sagt Frank Seidel, Schulleiter des Gymnasiums, das zum Schulzentrum Lütjenburg gehört.

Auch mehrere Probeessen in Lütjenburg haben nicht geholfen

Dabei haben sich Schule und Caterer Klaus Blöcker einiges einfallen lassen, um die Schüler für das tägliche Mittagessen in der Schule zu begeistern. Mehrere Testessen wurden veranstaltet. Von den fast 1000 Schülern sind etwas über ein Drittel gekommen. Das Feedback war positiv - aber die Zahl der Esser ist trotzdem nicht gestiegen. Zum Vergleich: Am Gymnasium Schloss Plön sind 810 Schüler und davon gehen im Durchschnitt 48 Schüler zum Essen in die Mensa.

Das Essen wird für beide Schulen von der Kreiskantine in Plön gekocht. Die Kreiskantine, die die Betriebskantine der Kreisverwaltung ist, versorgt das Gymnasium Schloss Plön und das Schulzentrum in Lütjenburg. Das Essen wird dort zubereitet und dann von Blöcker und seinem Team nach Lütjenburg gebracht. "Wir können bislang das Essen nur nachbereiten", erklärt Blöcker. Eine vollständige Küche gibt es bisher in der Lütjenburger Mensa nicht.

Fördergelder werden auslaufen 

Für den Kreis Plön gilt das Projekt Bio-Essen als gescheitert. Die durchschnittlichen sieben Essen täglich wurden mit mehr als 18.000 Euro bezuschusst - in der Hoffnung, dass das Bio-Angebot mehr Schüler in die Kantine lockt. Das Bio-Angebot wird zum Jahresende eingestellt. "Ich bedaure, dass die Nachfrage für das Mittagsangebot im Schulzentrum Lütjenburg rückläufig ist, obwohl wir die Qualität des Essens durch kontrolliert ökologische und regionale Landwirtschaft erhöht haben", erklärt Landrätin Stephanie Ladwig. Die Kosten des Kreis-Zuschusses für das Bio-Modellprojekt stünden nicht im Verhältnis zum Nutzen bei durchschnittlich nur sieben Mittagessen pro Tag. "Wir müssen auch verantwortlich mit Steuergeldern umgehen."

Ab Jahresende soll in der Lütjenburger Mensa dann selbst gekocht werden. Blöcker überlegt sich schon eine Lösung. Noch reiche die Ausstattung der Küche nicht, aber dafür sei ja noch etwas Zeit.

Woran liegt es?

Weder die Schulleitung, noch die Eltern oder die Mensaleitung kann sich den Unwillen der Schüler erklären. Die Sechsklässler Aaron Geith und Rasmus Kows essen beide regelmäßig in der Schule. "Wenn wir länger Schule haben, essen wir hier regelmäßig", sagt Rasmus. "Vor allem wenn meine Eltern nicht da sind, esse ich in der Mensa", ergänzt Aaron. Lasse Othens hat gerade das Abitur bestanden und probt zur Zeit beim Musical mit. "Für den Preis ist das Essen absolut okay", sagt der 18-Jährige. Vor allem das Angebot am Kiosk sei gut. Leven Seydler stimmt ihm zu: "In meiner Klasse haben im vergangenen Jahr sehr viele das Angebot genutzt." Beide sehen das Problem weniger in der Mensa selbst, als im auswärtigen Angebot. Mit den Freunden rausgehen und beim Asiaten sich eine Nudelbox holen, sei manchmal einfach attraktiver.

Auch in den Familien hat sich etwas geändert: "Viele Familien essen abends zusammen warm, die Kinder wollen vielleicht nicht zweimal am Tag warm essen", sagt Blöcker. Das Angebot selbst soll aber bestehen bleiben. "Wenn die Kinder acht Stunden in der Schule verbringen, müssen sie die Möglichkeit haben, hier eine Pause zu machen und richtig zu essen", sagt Schulleiter Seidel. Das Essen soll jetzt in Lütjenburg zubereitet werden - mit Lebensmitteln aus konventionellem Anbau.

Was zeichnet das Gymnasium Lütjenburg besonders aus?

Methodentraining für die Jahrgänge 5 bis 10; PC-Führerschein für die 5. Klassen; Bläserklassen (freiwillig) für die Jahrgänge 5 und 6; engl. Geographie-Unterricht (freiwillig) für die Jahrgänge 5 bis 8; Austauschprogramme: Frankreich, Dänemark; Berufswahlsiegel und Berufsorientierungsprogramm; Kooperationen mit Kendrion Kuhnke, der VR Bank und dem Gut Helmstorf sowie mit der Gemeinschaftsschule Lütjenburg; Grünes Klassenzimmer; Zukunftsschule; Unterricht in der Oberstufe mit digitaler Unterstützung (ActivPanels), dazu in jedem Oberstufenjahrgang eine digitale Modellklasse

Welcher Schulabschluss ist am Gymnasium Lütjenburg möglich?

G9-Gymnasium, Abschluss: Abitur; Zwischenabschlüsse: ESA, MSA, Fachhochschulreife

Welche Fremdsprachen werden am Gymnasium Lütjenburg angeboten?

Englisch, Latein, Französisch

Gibt es am Gymnasium Lütjenburg eine Hausaufgabenbetreuung am Nachmittag?

Tägliche Hausaufgabenbetreuung sowie Lernwerkstatt mit Oberstufenschülern (kleiner Kostenbeitrag)

50 Beamte von Polizei und Zoll haben am Montag in Plön und Schönkirchen knapp 200 Fahrzeuge kontrolliert. 29 Fahrer waren den Angaben zufolge nicht angeschnallt.

Sibylle Haberstumpf 18.06.2019

Die Baukosten für das Vereinsheim sind explodiert. Der TSV Germania Ascheberg reagiert drastisch und kündigt den Nutzungsvertrag für das Sportplatzgelände. Die Vorstandsmitglieder hoffen auf Neuverhandlungen mit Änderungen, um künftig Fördermittel einwerben zu können.

Dirk Schneider 18.06.2019

Die Verkehrsbetriebe Kreis Plön (VKP) setzen zur Kieler Woche für die Bereiche Schönberg und Probstei sowie Wankendorf, Bornhöved und Trappenkamp zusätzliche Busse ein.

Silke Rönnau 18.06.2019