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Plön Mieterin hinterlässt Wohnung voller Müll
Lokales Plön Mieterin hinterlässt Wohnung voller Müll
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10:00 12.10.2019
Von Hans-Jürgen Schekahn
Alte  Verpackungen, vergammelte Lebensmittel, leere Plastikflaschen: der Müll stapelte sich in der Wohnbung kniehoch. Quelle: Theodor Reinfeld
Lütjenburg

2017 zog die Frau in Reinfelds Mietwohnung in der Plöner Straße ein. Sie lebte vorher in einer Einrichtung für Menschen mit psychischen Problemen. Im ersten Jahr fiel sie durch nichts auf. Das änderte sich, als die Frau im Herbst 2018 den Schornsteinfeger nicht in ihre kleine Wohnung ließ, der die Gastherme kontrollieren wollte. Als Vermieter Reinfeld und der Schornsteinfeger sie im fünften Anlauf schließlich doch antrafen, konnten sie einen Blick auf die vermüllte Wohnung werfen und rochen den Gestand von Zigaretten und verfaulten Lebensmitteln. Damals noch nicht ganz so schlimm wie beim Auszug.

Vermieter schrieb Behörden an

Jetzt wusste Reinfeld, was los war. Er schrieb Briefe an Behörden und bat um Hilfe. Verständigte den amtlich bestellten Betreuer. Reinfeld: „Der Frau musste doch geholfen werden.“ Im Januar 2019 kam es zu einem gemeinsamen Besuch mit Behördenvertretern und dem Betreuer. 

Ein Vertreter des Amtes für soziale Dienste des Kreises drängte darauf, dass sich die Wohnsituation der Frau ändert.

"Recht auf Verwahrlosung"

Doch das ist nicht so einfach, wie die Kreisverwaltung mitteilte. Es gebe so etwas wie ein „Recht auf Verwahrlosung“, heißt es aus der Behörde. Staatliche Institutionen würden natürlich helfen. Doch die betreffende Person müsse die Hilfe auch zulassen und annehmen. Das ist offenbar in Lütjenburg nicht der Fall gewesen. Ausnahme: Wenn sie sich oder andere in Gefahr brächte.

Auch ein Betreuer ist in solchen Fällen machtlos

Auch ein Betreuer stehe der Situation relativ machtlos gegenüber, wenn die Frau seinen Rat und Hilfe nicht annimmt. Er könnte beim Amtsgericht beantragen, dass die psychisch kranke Person in eine Einrichtung aufgenommen wird. Dafür bedürfe es aber eines Gutachtens, ob die Lebensweise der Frau in einer vermüllten Wohnung wirklich selbstgefährdend sei. Und ein Psychologe müsse die Frau auch erst einmal antreffen.

Das ist bei der Mieterin von Reinfeld wohl schwierig gewesen. Sie lebte nach Beobachtungen des Vermieters nicht immer in der Wohnung, war manchmal monatelang weg.

Vermieter hofft, die Kosten der Sanierung erstattet zu bekommen

Der Rentner geht jetzt daran die Wohnung wieder instand zu setzen. Männer in Schutzkleidung holten über zwei Tage lang den Müll aus den Zimmern und entfernten die Teppiche. Die Mietsicherheit wird nicht für die Sanierung reichen. Reinfeld hofft, dass der Betreuer die Kosten regelt. Dazu kommt auch eine sehr hohe Wasserrechnung. Die Frau verbrauchte im vergangenen Jahr 214 Kubikmeter Wasser, weil sie ständig den Wasserhahn laufen ließ. Die Kosten dafür: 1040 Euro. Auch dieses Geld hofft er, über den Betreuer zu bekommen. Der kümmert sich um die finanziellen Angelegenheiten der Frau.

Reinfeld ist ihr persönlich nicht böse angesichts ihrer Krankheit und Probleme im Leben. „Eigentlich tut sie mir leid.“

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