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Plön Mit "Highway to hell" zum Lebensretter
Lokales Plön Mit "Highway to hell" zum Lebensretter
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18:04 11.05.2017
Von Hans-Jürgen Schekahn
UKSH-Schwester Jessica Popp zeigt an einer Puppe, wie man bewusstlose Menschen wiederbelebt.  Quelle: Frank Peter
Lütjenburg

28 Männer und Frauen ließen sich in Lütjenburg durch die UKSH-Krankenschwestern Jessica Popp und Jennifer Hartz in Sachen Wiederbelebung ausbilden. Die Idee geht auf eine gemeinsame Idee der Kieler Nachrichten und des Instituts für Rettungs- und Notfallmedizin zurück. In Lütjenburg sponserte die Firma Merz Dental den zweistündigen Unterricht, in dem jeder Teilnehmer eine Übungspuppe Anne erhielt und auch mit nach Hause nehmen durfte.

„Wir machen aus Ihnen in zwei Stunden einen Lebensretter“, versprach Jessica Popp zu Beginn. Die erste Regel, wenn man einen bewusstlosen Menschen antrifft: Laut ansprechen und an der Schulter rütteln. Danach folgt eine Kontrolle der Atmung, durch Handauflegen am Oberbauch, durch Hören am Mund und durch Beobachten des Brustkorbs. Keine Atmung heißt: Sofort loslegen mit der Herzdruckmassage. Wem es hilft, die richtige Schlagzahl (100 bis 120 Druckbewegungen pro Minute) zu finden, kann dabei laut ein "Highway to hell" schmettern. Wer auch mutig genug zu einer Atemspende ist, wählt den Takt zwei Atemspenden, dann 30 Mal Druckmassage.

„Holen Sie sich Hilfe“, lautete der Ratschlag an die Teilnehmer. Sei es durch andere Ersthelfer oder durch den Notruf 112. „Der Disponent auf der Rettungsleitstelle ist ihr Telefonjoker.“ Er könne Tipps für die richtige Wiederbelebung geben. Sinnvoll sei es, wenn sich die Helfer bei der anstrengenden Massage abwechselten.

Monika Leder-Bals arbeitet als Kantorin für die Kirchengemeinde in Lütjenburg. „Ich möchte, dass ich Erste Hilfe noch ein bisschen besser kann“, begründet sie ihre Teilnahme an dem Kursus. Im kirchlichen Raum habe sie es zum Beispiel bei Beerdigungen mit Situationen zu tun, in denen Menschen viel Aufregung zeigen. Dort möchte sie im Notfall bei Herzstillstand helfen können. Als Studentin war sie bereits einmal in der Situation, vor einem bewusstlosen Menschen zu stehen. Damals habe sie sich als junge Frau nicht getraut, etwas zu unternehmen. Andere griffen damals helfend ein.

Als Lehrerin nimmt Anna-Christina Hopp aus Hohwacht alle zwei Jahre an einem Erste-Hilfe-Kursus teil. „Das ist mir aber zu wenig.“ Deshalb kam sie zum Kursus nach Lütjenburg, trotzdem sie vor einiger Zeit einen Bruch im Handgelenk hatte. „Sehr anstrengend“ findet sie die Herzdruckmassage, die für alle Teilnehmer schon nach ein bis zwei Minuten eine körperliche Herausforderung war.

Martin Rasenak, der bei Merz Dental in leitender Funktion arbeitet, ist begeistert von dem lebhaften Unterricht, den Jessica Popp hinlegte. „Ich habe zahlreiche neue Informationen erhalten“, so Rasenack. Die Motivation zur Teilnahme stammt aus einem Vorfall im Bekanntenkreis. Hier erlitt eine Person einen Herzanfall und konnte durch schnelle Herzdruckmassage von Helfern gerettet werden. Nach den zwei Stunden heißt die Parole für ihn: „Ich schaue nicht weg. Ich gehe nicht weg. Ich helfe.“

Die Übungspuppe Anne durfte jeder mit nach Hause nehmen. Aber sie ist nicht für den Schrank gedacht. Jessica Popp: „Wir möchten Sie zu Multiplikatoren machen.“ Nachbarn einladen und ein Glas Sekt spendieren, rät sie. „Aber erst, wenn alle einmal gedrückt haben.“

Der Plöner Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt kramt einen „alten Bekannten“ aus der Schublade hervor: Den über 45 Jahre alten Flächennutzungsplan für den Bereich rund um die ehemalige Badeanstalt Fegetasche - er wird zum 85. Mal geändert, wenn die Ratsversammlung nächste Woche zustimmt.

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