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Plön Mann lädt Kinderpornos bei Twitter hoch
Lokales Plön Mann lädt Kinderpornos bei Twitter hoch
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10:40 28.07.2019
Von Hans-Jürgen Schekahn
Das Amtsgericht in Plön verhandelte einen Fall von Kinderpornografie. Quelle: Hans-Jürgen Schekahn
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Plön

Zunächst stellten die deutschen Behörden einen Strafbefehl gegen den Mann aus. Sein Widerspruch verhandelte das Plöner Amtsgericht. Dabei zeigte sich der Angeklagte völlig uneinsichtig.

Die Staatsanwaltschaft hielt dem Mann vor, in drei Fällen in den Jahren 2015 und 2016 Kinderpornografie bei Twitter hochgeladen und damit verbreitet zu haben. Bei einer Hausdurchsuchung fanden die Beamten weitere Bilder und Videos auf dem Computer des Rentners. Sie zeigen Jungen im Kinderalter in verschiedenen Posen und bei Sex-Spielen.

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Angeklagter spricht von "normalen Pornodateien"

Der Angeklagte schätzte das anders ein vor Gericht. „Da sind ziemlich normale Pornodateien“, sagte er aus. Sie seien nicht so extrem sexistisch. Das müsse man ja auch bei Twitter wohl so sehen, weil die Aufnahmen von dem Unternehmen zunächst nicht gelöscht wurden. Auch will er die Bilder nicht selbst eingestellt, sondern sie von anderen Nutzern bei Twitter geteilt haben. Außerdem seien Zip-Dateien verwendet worden, die man von außen nicht öffnen könnte, behauptete er vor Gericht. „Da kann man nicht sehen, was da drin ist, wenn der Reißverschluss zu ist.“

Richter: "Das ist schlicht Unsinn"

Mit seinem vermeintlich sicheren computertechnischen Wissen drang er in der Verhandlung allerdings nicht durch. Der Richter über die Vorstellungen des Seniors über Zip-Dateien: „Das ist schlicht Unsinn.“

Er versuchte weiter Zweifel an seiner Schuld zu streuen, in dem er auf eine IP-Adresse eines Computers in Nordfriesland verwies, die bei den Ermittlungen zum Vorschein gekommen waren. Es sei doch unwahrscheinlich, dass er an der Nordsee an diesem Computer gesessen habe. Auch hier erwies sich der Richter sicherer im Umgang mit der Technik. Auf dem Rechner in Nordfriesland könne er seine Daten gespiegelt haben oder es habe eine Verbindung zu dem Besitzer dort gegeben.

Rentner zieht seinen Widerspruch zurück

Der Angeklagte, der ohne Verteidiger vor dem Amtsgericht erschienen war, steuerte mit seinem Leugnen und Abwiegeln auf eine höhere Strafe zu, als sie der Strafbefehl noch vorgesehen hatte. Mehrmals erklärte der Richter ihm, womit er im Falle eines Urteilsspruchs rechnen müsse. Am Ende zog der 78-Jährige seinen Widerspruch gegen den Strafbefehl dann doch zurück. Es bleibt somit für ihn bei 150 Tagessätzen zu je zehn Euro.

Ohne Hilfe aus den Vereinigten Staaten wäre der Fall in Deutschland wohl unerkannt geblieben. Ein Verein, der sich gegen Kinderpornografie engagiert, fand die hochgeladenen Dateien des Deutschen. Sie meldeten den Fall den Polizeibehörden. Daraufhin kam es zu den Ermittlungen und der Hausdurchsuchung.

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