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Plön Bauern-Demo mit Überraschungen
Lokales Plön Bauern-Demo mit Überraschungen
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19:22 19.01.2020
Von Sven Tietgen
Schleswig-Holsteins Umweltminister Jan Philipp Albrecht (rechts) kam auf eine Stippvisite bei Carsten Schlüter vorbei. Quelle: Sven Tietgen
Berlin

Nach fast 14-stündiger Fahrt über Land- und Nebenstraßen bog am Freitagabend der Treckerkonvoi auf den Hof des Stadtgutes Blankenfelde im Norden Berlins ein. Die Gruppe um Carsten Schlüter aus Postfeld gesellte sich mit ihren Ackermaschinen zu den zahlreichen Kollegen aus dem gesamten Bundesgebiet. Bei der Besprechung der Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Landwirte (AbL), ein größtenteils aus Biobauern bestehender Verband, gab es die erste Überraschung: Vertreter der Bauern-Initiative „Land schafft Verbindung“ (LsV) nahmen doch an der Abschlusskundgebung teil.

Visionen zusammen entwickeln

Ursprünglich hatte die LsV eine Einladung der AbL abgesagt. Dass kurzfristig Tilo von Donner vom Hof Breiteneiche in Wielen in die Mikros am Brandenburger Tor sprach, erfreute die Demo-Organisatoren. „Wir wollen uns von der Politik nicht gegeneinander ausspielen lassen“, sagte der AbL-Bundesvorsitzende Georg Janßen. Eine ähnliche Motivation trieb Tilo von Donner zu seinem Engagement. „Es gibt nicht so viel Diskrepanz zwischen konventionell und ökologisch wirtschaftenden Bauern, wir sollten die Kräfte bündeln und Visionen zusammen entwickeln und die Politik gemeinsam vor uns hertreiben“, betonte der 50-jährige Landwirt.

Vor der Kundgebung schlug am Sonnabend die Stunde der Ökobauern. Frühmorgens wurde noch hektisch an Transparenten und Plakaten gemalt, dann rollten die Landwirte mit 150 Fahrzeugen ins Berliner Zentrum. Obwohl die Berliner am Tag zuvor rund 500 Trecker der LsV-Initiative bei ihrem Korso erlebten, gab es für die motorisierten „Wir haben es satt“-Teilnehmer viel Beifall und Zuspruch vom Straßenrand. „Es gibt so eine Grundsympathie für Bauern in der Gesellschaft“, sagte Carsten Schlüter und winkte zurück.

Bei der Station Auswärtiges Amt sorgte unerwartet Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) für Staunen beim Landwirt vom Rotenhahn-Hof in Postfeld. Die Ministerin nahm persönlich die Forderungen der AbL nach einer ökologischen Agrarwende und mehr Unterstützung für die bäuerliche Landwirtschaft entgegen. Carsten Schlüter ging davon aus, dass sich maximal ein Staatssekretär bei den Demonstranten zeigen lässt. „Der Auftritt zeigt, dass wir mit unseren Forderungen ernst genommen werden und ein Stück weit in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind“, sagte der 57-jährige Bauer.

Stippvisite von Landwirtschaftsminister Albrecht

Dann rollte der Treckerkonvoi weiter zum Brandenburger Tor. Dort wurden die Bauern von Tausenden von Demonstrationsteilnehmern begeistert empfangen. Die Veranstalter, ein Bündnis aus AbL, Brot für die Welt, BUND, Greenpeace, Anbau- sowie Tier- und Naturschutzverbänden, zählten insgesamt 27.000 Teilnehmer. Carsten Schlüter freute sich dabei über eine kurze Stippvisite von Jan Philipp Albrecht (Grüne). Der schleswig-holsteinische Landwirtschaftsminister hatte Schlüter im vergangenen Herbst besucht. Dort hatte der Biobauer dem Minister gezeigt, wie moorige Wiesen nass gehalten werden und so klimaschädliches Kohlendioxid eingespart werden kann.

Carsten Schlüter stellte den Familienbetrieb, dessen Wurzeln sich bis zum 30-jährigen Krieg zurückverfolgen lassen, bereits in jungen Jahren um. Mit der neuen Düngeverordnung, die bei den konventionell wirtschaftenden Kollegen für viel Kritik sorgt, hat der Postfelder mit grünem Parteibuch kein Problem. Denn bei seinen 54 Milchkühen fällt keine Gülle an. „Bei mir stehen die Kühe im Stroh, das gibt dann Festmist als organischen Dünger zur Aktivierung des Bodenlebens.“ Das sei natürlich deutlich arbeitsaufwendiger. „Aber aus meiner Sicht führt für die Zukunft kein Weg an einer Ökologisierung der Landwirtschaft vorbei.“

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