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Plön Strand wird rücksichtslos zugeparkt
Lokales Plön Strand wird rücksichtslos zugeparkt
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06:03 30.07.2019
Von Sibylle Haberstumpf
Es ist eng: Am Strandparkplatz in Mönkeberg stehen derzeit etliche Fahrzeuge im Halteverbot. Die Feuerwehr würde im Ernstfall an manchen Stellen nicht mehr durchkommen. Quelle: Sibylle Haberstumpf
Mönkeberg

Sommer, Sonne, Ferien: Jeder, der kann, drängt jetzt zum Strand. Und die, die zum Schwimmen kommen, kommen häufig mit dem Auto. Das bringt Mönkebergs Bürgermeisterin Hildegard Mersmann zum Kochen – vor Wut, nicht vor Hitze. „Es ist katastrophal“, sagt sie. „Die Parksituation am Strand eskaliert!“ Was Mersmann so auf die Palme bringt, ist die offenbar fehlende Hemmschwelle mancher Strandbesucher, die derzeit den Mönkeberger Strandparkplatz ansteuern – und dort „rücksichtslos und gleichgültig“ ihr Auto abstellen. Dies war zuletzt auch schon in der Gemeinde Laboe angeprangert worden.

„Die Parker ignorieren die Straßenverkehrsordnung“, beschreibt Mersmann die Lage. „Bei einem Noteinsatz kämen die Helfer nicht durch, jede Hilfe käme zu spät.“ Das Ordnungsamt sei zwar verstärkt aktiv und verteile viele Knöllchen, doch das schrecke die Parksünder nicht ab. Es gelte das Rudelprinzip, so Mersmann: „Einer parkt falsch, andere machen es nach.“

Feuerwehr bemängelt "völliges Verkehrschaos"

Besorgt sind auch die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Mönkeberg. Bei einem Probeeinsatz Ende vergangener Woche konnten sie nicht mehr wenden. Er habe in den späten Nachmittagsstunden ein „völliges Verkehrschaos“ beobachtet, berichtet der stellvertretende Wehrführer Jürgen Kock. „Die Leute haben kreuz und quer geparkt und es ist ihnen völlig egal“, beklagt er. Die Probefahrt endete so: Die Feuerwehr stand vor einem zugeparkten Hydranten. Fatal, finden Mersmann und die Einsatzkräfte. Besonders, wenn es auf dem nahe gelegenen Mönkeberger Ölberg-Gelände brennen würde, gibt Kock zu bedenken. „Unser Löschwasser reicht für ein bis zwei Minuten, aber dann müssen wir an den Hydranten.“

Gemeinsam mit Kock und Markus Klee von der Mönkeberger Feuerwehr machen wir die Probe: Wir fahren nachmittags im Löschfahrzeug an den Strand. Ein dickes Ding: Das Auto ist knapp neun Meter lang, zweieinhalb Meter breit und 13,2 Tonnen schwer. Schon auf den schmalen Straßen Gänsekrugredder und Stubenrauchstraße wird die Enge deutlich, die durch Falschparker an beiden Straßenseiten entsteht. „Es genügt schon, wenn nur einer außerhalb der Markierungen parkt, dass wir kaum noch vorbei passen“, sagt Kock.

Rangieren kostet kostbare Minuten

66 Parkplätze werden am Strand offiziell bewirtschaftet. Die Parkgebühr beträgt einen Euro pro Stunde. Parkscheine ziehen hier oft aber auch die, die falsch stehen: Sie parken unerlaubt auf Rasenflächen, quetschen sich an Randbereiche und in verbotene Ausfahrten – und zahlen trotzdem. Kopfschütteln bei den Feuerwehrmännern.

Markus Klee kommt auf dem engen Parkplatz hinter dem Steuer des 13-Tonners ganz schön ins Schwitzen, als er wenden will. Er schafft es, aber es dauert. „Wir müssen Zeit verplempern beim Rangieren“, ärgert sich Kock. Kostbare Minuten, die im schlimmsten Fall Menschenleben kosten könnten. Denn wenn drei, vier, fünf Minuten dabei draufgehen, kann das Einhalten der sogenannten Hilfsfrist schwierig werden – zehn Minuten nach Eingang eines Alarms sollte die Feuerwehr an einem Einsatzort eintreffen. Zwar habe es in letzter Zeit keine größeren Brände vor Ort gegeben, aber: „Es gibt viel Potenzial, dass hier etwas brennen kann. Es braucht nur eine Glasscherbe“, so Kock. Überhaupt kein Verständnis haben er und seine Kameraden übrigens für solche patzigen Sprüche: „Wir haben hier eine Übung absolviert und wurden gefragt, ob es denn wirklich sein muss, dass wir den Motor dabei laufen lassen – das sei ja umweltschädlich.“ Doch diese Übungen seien wichtig und notwendig. Kock mahnt: Jeder Strandbesucher könne in Gefahr geraten. Jeder könne davon betroffen sein, dass Retter so schnell wie möglich zu ihm gelangen müssen, macht er deutlich. 

Tipp der Bürgermeisterin für Strandbesucher: Öfter mal aufs Rad steigen – oder den Ortsbus nehmen. Der fährt direkt bis ans Fährhaus.

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