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17:34 08.07.2019
Von Sibylle Haberstumpf
Ornithologe Birger Reibisch vom Nabu kennt sich im Naturschutzgebiet Mönkeberger See bestens aus. Quelle: Sibylle Haberstumpf
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Mönkeberg

Birger Reibisch blickt oft nach oben. Er hat den Himmel im Visier und vor allem: die Baumkronen. Sicheres Erkennungszeichen des 45-jährigen Ornithologen aus Mönkeberg ist sein Fernglas, das er immer um den Hals trägt. Beim Nabu ist Reibisch ehrenamtlicher Mitarbeiter und kümmert sich um ein Juwel, wie er es nennt, das praktischerweise direkt vor seiner Haustür liegt – das 50 Hektar große Naturschutzgebiet Mönkeberger See.

Vor ein paar Jahren, nach der Geburt seiner Tochter, hat es bei dem früheren PR-Fachmann klick gemacht: Er stieg um. Von Agentur auf Natur. Hat sich in die Vogelkunde eingearbeitet, schreibt nun Gutachten und ist viel im Grünen unterwegs. Den Mönkeberger See mag er besonders, bietet Führungen an und gibt gerne Auskunft. 

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Natur statt PR-Agentur

Einmal tief durchatmen. Bäume tun dem Menschen gut, das spürt man hier. Wobei es hier aber nicht nur Wald gibt, sondern auch offene Wiesen, den See mit seinen Wasservögeln, das alte Königsmoor, Gräser und dichte Büsche, naturbelassene Brachen, die verschiedensten Orchideen. Kurz gesagt: „Es gibt hier ganz viele Überraschungen, die man entdecken kann. Man findet an jeder Ecke etwas“, sagt Reibisch. Beispiele hat er im Sekundentakt. „Da hat eine Ringeltaube gebrütet“, ruft er gleich mal zu Beginn des verschlungenen Wanderweges, den wir vom Heikendorfer Weg aus erreichen, begeistert. „Und da, ein Sperber mit Beute!“ Und dort drüben im Wipfel, für Ungeübte kaum zu erspähen: „Da nistet sich jemand neu ein. Das muss ich im Auge behalten.“ Von fern hören wir den Zilpzalp rufen, ansonsten ist es herrlich still. Der perfekte Ort für eine Mittagspause im Grünen? „Soviel Ruhe findet man selten“, sagt Reibisch jedenfalls. Dabei ist das ganze Gebiet eigentlich eingekesselt. „Es ist komplett umgeben von Stadt“, so der Nabu-Experte. Eine Oase zwischen Kiel-Dietrichsdorf und Mönkeberg.

Und ein kleiner See für die Seele. Wo man später in den Abendstunden den Eisvogel auf Beutefang am Wasser sehen kann. Und sechs verschiedene Fledermausarten, die sich zeigen, sobald es dämmert. Und unzählige schnatternde Elstern, die sich dann Gute-Nacht-Geschichten erzählen. Auch Seltenes wie die gelbe Esels-Wolfsmilch, sie steht auf der Roten Liste der bedrohten Pflanzen. Ein paar Meter weiter sprießt in knalligem Lila der Beinwell, eine alte Heilpflanze. Und da im Schilf schwimmt Familie Schwan mit zwei Jungen heran. Direkt daneben entfernt sich eine Tafelente mitsamt Nachwuchs. Die steht auch auf der Roten Liste. Der Ornithologe ist verzückt. 

Die Dorfjugend im Schlauchboot vom See gescheucht

Aber es ist nicht alles idyllisch. Im vergangenen Jahr wurde der Beobachtungsstand am See mutwillig zerstört. Er muss vom Nabu jetzt wieder aufgebaut werden, das Holz dafür ist bereits bestellt. Auch sonst packt der Natuschutzbund oft hier an. Bald soll hier dann auch wieder eine Bank stehen, die viele Besucher seit der Zerstörung vermissen, erzählt Reibisch. In den See springen sollte man übrigens keinesfalls, nicht nur aus Naturschutzgründen, denn er ist äußerst schlammig. „Wenn Sie da reingehen, kommen Sie nicht mehr raus.“ Neben weggeworfenen Flaschen hat der 45-Jährige auch schon mal einen ganzen Grill aus dem See gefischt. Und die Dorfjugend, die während der Brutzeit im Schlauchboot durchs Schilf tuckerte, aus dem Wasser gescheucht. Das gehört dazu. 

Wie heißt es bei Friedrich Schiller so schön? „Es lächelt der See.“ Gemeint ist im Drama „Wilhelm Tell“ zwar der Vierwaldstättersee in der Schweiz und nicht der überschaubare Mönkeberger See. Doch passt der Satz hierher. Denn das Seeufer in Mönkeberg begrüßt seine Besucher so freundlich und urwüchsig. Hier möchte man locker eine Stunde verbringen.

Birger Reibisch ist per E-Mail erreichbar: NSG-Moenkeberger-See@koenigsmoor.net, Informationen des Nabu über das Naturschutzgebiet Mönkeberger See finden sich hier.

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