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Plön Rosenträume drohen zu platzen
Lokales Plön Rosenträume drohen zu platzen
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18:55 10.03.2015
Von Hans-Jürgen Schekahn
Den Plänen für einen Rosenpark auf dem Mühlenareal in Grebin droht das Aus. Quelle: Hans-Jürgen Schekahn
Grebin

Der Geschäftsausschuss empfiehlt der Gemeindevertretung, alle bisherigen Beschlüsse aufzuheben. Das bedeutet wahrscheinlich das Aus für den geplanten Rosenpark. Ebenso wahrscheinlich wird das Gebäude nun an einen Investoren aus Grebin verkauft.

 Erst in der vergangenen Woche hatte die Vertretung beschlossen, das Mühlencafé für 210000 Euro zu sanieren und an die „Rosenleute“, wie Horst Peters und Cirsten Klein mittlerweile genannt werden, zu verpachten. Seit dieser Sitzung scheint es zwischen der Gemeinde und den möglichen Rosenpark-Betreibern zu Unstimmigkeiten über die Pachtdauer gekommen zu sein.

 Während Klein und Peters auf dem Mühlenberg umgeben vom Rosenpark ihren Lebensabend verbringen wollen, räumt ihnen Grebin nur eine begrenzte Pachtzeit ein. Wohnen ist auf dem Mühlenberg nur ausnahmsweise für die Betreiber des Cafés oder des Rosenparks erlaubt, wie Hellen Harder von der Amtsverwaltung am Montag im Ausschuss erläuterte: „Ein Leben bis zum Ende ist rechtlich unter diesem Bebauungsplan auf dem Mühlenberg nicht möglich.“ Harder sieht in dieser Frage keine Kompromisslösung. Bürgermeister Jochen Usinger sprach von einer „Notbremse“, die nun gezogen werden müsse. Ausschussvorsitzender Gerhard Manzke zeigte Verständnis für die Pläne von Klein und Peters, die sich mit dem Rosenpark ein „Lebensprojekt“ erfüllen wollten. Aber auch er stimmte dafür, die bisherigen Beschlüsse zu kippen.

 Die Gemeinde steuert nun einen Verkauf des Geländes an. Der Investor, der ebenfalls auf dem Mühlenberg ein Café betreiben möchte, bot der Gemeinde bereits 175000 Euro für den Kauf an. Die Summe, die die Gemeinde ihrerseits vor zwei Jahren für die Immobilie bezahlt hat, ohne genau zu wissen, was sie damit genau anfangen sollte.

 Grebin käme damit „nur“ mit einem Verlust von etwa 25000 Euro aus der umstrittenen Mühlenberg-Geschichte heraus. So viel machten ein Gutachten, Notar und Grunderwerbssteuer aus.

 Rosenzüchter Horst Peters zeigte sich enttäuscht. Eine Pachtzeit von nur zehn Jahren sei für ihn nicht denkbar, sagte er auf Anfrage. Allein in den ersten 18 Monaten würde er 60000 Euro in die Rosenanlagen investieren. Ein Rosenpark benötige aber eine langfristige Perspektive. Eine Zusammenarbeit mit einem privaten Investor sieht Peters nicht. „Wir gestalten nicht den Vorgarten für einen anderen Café-Inhaber.“ Der Rosenpark würde dann nur dazu dienen, dessen Rendite-Erwartungen zu erfüllen.

 Die Gemeindevertretung kommt am 23. März im Sportheim zusammen, um den Beschluss offiziell zu machen.

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