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Plön Hilfe für Babyvögel meistens nicht nötig
Lokales Plön Hilfe für Babyvögel meistens nicht nötig
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10:00 18.05.2019
Von Hans-Jürgen Schekahn
Na, mein Spatz?! Der Kleine wurde in Plön gefunden und bei einer Tierarztpraxis abgegeben. Der Nabu bringt ihn jetzt nach Preetz in eine Vogelaufzuchtstation. Der Findling ist wohlgenährt und bei bester Gesundheit. Quelle: Frida Kammerer
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Kreis Plön

Nabu-Umweltberaterin Julia Steigleder aus Lütjenburg nennt den wichtigsten Hinweis für ein richtiges Verhalten: Sieht man einen Babyvogel am Boden, heißt es zunächst beobachten. Füttern die Eltern den Kleinen weiter, ist alles in Ordnung. „Kein Mensch füttert so gut wie Mama und Papa.“ 

Eltern stoßen kranke Küken

Ist der kleine, unbefiederte Vogel erkennbar aus dem Nest gefallen, könne man versuchen, ihn wieder vorsichtig hinein zu setzen. Aber: Das Verstoßen eines Jungvogels folgt oft den Spielregeln der Natur. Möglicherweise erkennen die Eltern eine Krankheit und schubsen den Nestling weg, um die übrigen Küken zu schützen. „Sie tun es, um die anderen zu retten.“ Möglicherweise fällt der Jungvogel dann erneut unfreiwillig heraus.

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Menschen interpretieren das Piepsen falsch

Der Nabu-Kollege aus Plön, Carsten Pusch, weist auf den Trick der kleinen Vögel hin. Die Jungen piepsten nur, um den Kontakt zu den Eltern aufrecht zu erhalten und gefüttert zu werden. Die Menschen interpretierten diese Laute hingegen so, dass die Kleinen Hilfe benötigten. „Hier sollte man nur eingreifen, wenn für den Vogel eine akute Gefahr zum Beispiel durch eine Straße mit hoher Verkehrsdichte besteht.“ 

Handaufzucht sehr schwierig

Eine Aufzucht mit der Hand ist ein sehr mühsames Geschäft. Die Kleinen dürften nicht mit Katzenfutter oder aufgeweichtem Weißbrot gefüttert werden. Die meisten benötigten tierisches Eiweiß zum Beispiel Larven vom Mehlkäfer. Wer es dennoch wagt, Küken aufzupäppeln, sollte sich vorher unbedingt bei einem Fachmann schlau machen, so Julia Steigleder. Einen guten Rat können die vier Umweltberatungsstellen im Kreis oder das Wildtierheim geben.

Tränken im Sommer sauber halten

Die Nabu-Expertin gibt einen weiteren Tipp im richtigen Umgang mit der Vogelwelt. Wer Futterstellen und Tränken in den Garten stellt, sollte auf unbedingte Sauberkeit achten. Zum Beispiel können sich an diesen Stellen Trichomonaden ausbreiten. Der Einzeller befällt und tötet Grünfinken und verwandte Arten. Ebenso tödlich ist der Usutu-Virus, der derzeit in der Amselpopulation wütet. An Futter- und Wasserstellen kommen Vögel zusammen, und die Keime können sich verbreiten, wenn man nicht auf Sauberkeit achtet, so die Nabu-Vertreterin.

Manchmal nehmen sich Menschen auch verwirrter Altvögel an, die am Boden hockten. Wahrscheinlich seien sie gegen eine Fensterscheibe geflogen. Diese Tiere sollte man einfangen, in einen dunklen Karton sperren und schauen, ob sie sich berappeln.

Wildtierheim in Preetz gut ausgelastet

Das Wildtierheim in Preetz ist gut bestückt mit Vogelnachwuchs. Drei Gänseküken, sechs kleine Stockenten und einen jungen Reiher zählt Jelka Schröder in den Volieren. Sie arbeitet als FÖJlerin in der Einrichtung. Vor allem junge Spatzen und Rabenkrähen tragen besorgte Tierfreunde derzeit ins Wildtierheim. Mehr als ein halbes Dutzend von ihnen sind „privat“ bei Vogelpaten untergebracht. Kleine Vögel müssen fast rund um die Uhr gepäppelt werden. Langsam werde es allerdings kritisch mit den Kapazitäten. „Wir wollen die Vögel ja auch gut versorgen und pflegen.“ 

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