Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Plön Kalübbe will Tempo 70 auf der B430
Lokales Plön Kalübbe will Tempo 70 auf der B430
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:12 23.05.2019
Von Frida Kammerer
Ein 64-jähriger Motorradfahrer stieß 2014 auf der Bundesstraße 430 bei Kalübbe mit einem Geländewagen zusammen und starb noch an der Unfallstelle. Die Autofahrerin und ihre zwei Kinder erlitten einen Schock und leichte Verletzungen. Quelle: Dirk Schneider/Archiv
Anzeige
Kalübbe

Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen auf der Bundesstraße 430 zwischen dem Abzweiger Dersau und Hollmoorskamp. Auf der etwas über zwei Kilometer langen Strecke sind schon mehrere Menschen tödlich verunglückt. Deshalb hat die Gemeindevertretung Kalübbe am Dienstag beschlossen, beim Plöner Kreistag zu beantragen, dass die B430 auf dem Stück zu einer Tempo70-Zone wird.

Anträge für ein Tempolimit wurden bisher abgelehnt

Momentan gilt hier die normale Höchstgeschwindigkeit für Landstraßen – schneller als 100 Stundenkilometer darf nicht gefahren werden. Bisher wurden Versuche, das Tempo auf der Strecke zu begrenzen, abgelehnt. Die Begründung findet sich in der Straßenverkehrsordnung, Paragraph 45, Absatz 9: Verkehrszeichen und Verkehrseinrichtungen sind nur dort anzuordnen, wo dies aufgrund der besonderen Umstände zwingend erforderlich ist. Bisher galt die Unfallsituation als unauffällig. Allerdings hat die Polizeidirektion Kiel in dem Bereich 20 Unfälle mit 39 Beteiligten zwischen 2015 und 2018 registriert. Sieben Verkehrsteilnehmer wurden schwer und zwölf leicht verletzt. Eine Person wurde bei einem Unfall getötet. Die Unfallursachen waren überwiegend „nicht angepasste Geschwindigkeit“ und „Vorfahrtmissachtung“. So auch bei einem in dieser Statistik nicht erfassten Unfall von 2014: Bei der Ausfahrt Hollmoorskamp zwischen Kalübbe und Vierhusen übersah eine Autofahrerin in einem Geländewagen einen 64-jährigen Motorradfahrer.

Anzeige

Nächste Sichtung der Gefahrenstellen im Juni geplant

Bei der nächsten Verkehrsschau, eine Straßenbegutachtung die alle zwei Jahre stattfindet, soll auch das Teilstück erneut auf die Probe gestellt werden. „Durch gezielte Geschwindigkeitsüberwachungsmaßnahmen soll zunächst versucht werden, die Unfallhäufung zu reduzieren“, heißt es in einem Schreiben der Landrätin Stephanie Ladwig.

Hans-Jürgen Schekahn 23.05.2019
Sibylle Haberstumpf 22.05.2019
Sibylle Haberstumpf 22.05.2019