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Plön Plöner Kreistag sendet Friedenssignal
Lokales Plön Plöner Kreistag sendet Friedenssignal
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18:39 10.05.2019
Von Hans-Jürgen Schekahn
Die Wiese mit dem Schwentine-Infozentrum zwischen der Ölmühlenallee (links), dem eingewachsenen Flusslauf der Schwentine (rechts) und dem Areal des Wassersportvereins Plön Fegetasche am Höftsee ist in der Diskussion für einen Erlebnisort rund ums Wasser. Quelle: Dirk Schneider
Plön

Die Vorgeschichte: Wie berichtet, beschloss der Kreistag den Austritt aus dem Naturparkverein, dem auch die Kreise Segeberg und Ostholstein angehören. Grund dafür war die Entscheidung des Vereins, seine Dauerausstellung und die Geschäftsstelle von Plön nach Eutin zu verlegen. Das passte der Plöner Seite nicht, die entweder Kompensation forderte oder den Austritt vollziehen wollte.

Holzwurm gab den Anstoß

Auslöser der Querelen war im übrigen kein kleinerer als ein Holzwurm. Der hatte im Gebälk des Naturparkhauses ein Loch gebohrt. Die Kosten für einen folgenden Kammerjägereinsatz betrugen rund 10000 Euro. Darüber, wer das bezahlt, gerieten der Naturparkverein und der Eigentümer in Streit

Plöns Bürgermeister entwickelte Alternativpläne

Der vom Kreistag favorisierte Lösungsansatz: Plöns Bürgermeister Lars Winter entwickelte vor einiger Zeit die Idee, das Naturgelände und das Infozentrum der Kreisjägerschaft an der Schwentine in Plön zu einem Lernort für Schüler und Urlauber auszubauen. Das Ganze unter dem Dach des Naturparkvereins und unter dem Leitbegriff „Wasser“. In groben Zügen hat er die möglichen Angebote skizziert. Es ruht auf drei Säulen. Schulklassen und Gruppen sollen in kleinen Exkursionen auf dem Gelände und in dem bisherigen Schulungsraum der Jägerschaft etwas über Natur erfahren. Der Außenbereich soll ein sich selbst erklärendes grünes Klassenzimmer werden. Dazu käme neu ein kleiner Kiosk mit Außenplätzen, was Winter sich als „Naturpark-Lounge“ vorstellt. Der Naturparkverein selbst findet die Winter-Pläne grundsätzlich nicht schlecht und könnte sich eine Umsetzung unter dem Dach des Vereins vorstellen. 

CDU und FDP favorisieren eigenen Verein

Der vom Kreistag bisher nicht favorisierte Lösungsansatz: In den Reihen der CDU und der FDP besteht der Wunsch, einen eigenen Naturparkverein auf Plöner Seite zu gründen. Der soll sich nach Möglichkeit auch in Richtung Hohwachter Bucht, Wankendorf und Preetz erstrecken. Der Dämpfer: Das Land hat signalisiert, einen zweiten Naturparkverein in der Region Holsteinische Schweiz nicht zu genehmigen. 

Sönnichsen fühlt sich an den Brexit erinnert

Der fraktionslose CDU-Politiker Peter Sönnichsen brachte es wohl für die Kreistagsmehrheit auf den Punkt. „Ich habe mich gefragt, warum mich das Ganze an den Brexit erinnert.“ Es sei ein übereilter Austritt aus dem Naturparkverein gewesen. Nun versuche man, da wieder herauszukommen. Umweltpädagogik und Naturerleben ließen sich gut mit dem Naturparkverein erledigen. Sönnichsen plädierte sogar dafür, den Austrittsbeschluss sofort aufzuheben.

CDU: Ölmühle nicht geeignet

Das sah der CDU-Fraktionsvorsitzende Thomas Hansen anders. Er geht von höheren Beiträgen aus, die der Kreis Plön durch die Verlegung nach Eutin zahlen müsse. Die Eutin-Lösung sei teurer als Plön. Die Ölmühlen-Lösung lehnt er ab. „Das kann den Verlust des Naturparkhauses in Plön nicht ersetzen.“ Ähnlich sein Fraktionskollege André Jagusch: Der Schulungsraum sei dort zu klein. Die Nutzung der Außenanlagen sei wetterabhängig, die Entfernung zu Bahnhof, Jugendherberge und Stadtzentrum zu groß. Eine große Natur-Ausstellung wie bisher sei dort nicht möglich.

Kreistag findet Winters Plan nicht schlecht

 Mit 29 Ja-Stimmen gegen 22 Nein-Stimmen von CDU, FDP und UWG erklärt der Kreistag, dass die Ölmühlen-Pläne grundsätzlich gut sind. Nun soll mit dem Naturparkverein, der Jägerschaft und der Stadt Plön über die Feinheiten gesprochen werden. Austritt oder nicht? Darüber entscheidet der Kreistag in seiner Sitzung im September. Überlegungen zur Gründung eines eigenen Naturparkvereins werden zurückgestellt.

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