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Plön Als das Baden noch ein Abenteuer war
Lokales Plön Als das Baden noch ein Abenteuer war
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17:00 28.05.2019
Von Anne Gothsch
Die Anfänge des Badewesens in Preetz, das sich heute allein auf das Standbad am Lanker See konzentriert, ist Hauptthema der aktuellen Ausgabe der „Preetzer Blätter“, die von Gudrun Lob, Peter Pauselius und einem kleinen Redaktionsteam herausgegeben werden. Quelle: Anne Gothsch
Preetz

"Um das Jahr 1880 wurde erstmals der Wunsch nach einer Badeanstalt laut. Zunächst war die Rede von einem hölzernen Badehaus im Brunnenweg, wohl eine Art Bootshaus, von welchem aus man in den Kirchsee gelangen konnte”, erzählt Peter Pauselius, der die Preetzer Blätter seit 2016 herausgibt. Die Stadt sei einige Jahre später dem wachsenden Interesse der Bürger nach einer Erweiterung gefolgt und hätte den Bau eines Bade-Pontons auf dem Kirchsee veranlasst. “Die Basis sollen damals mit Luft gefüllte Bierfässer gewesen sein, die man mit Holzplanken als Steg verband und aus Bretterwänden Umkleidekabinen zimmerte”, so der Stadtarchivar. Damit seien dann gewissermaßen zwei Bassins umschlossen worden, eins für Schwimmer und eins für Nichtschwimmer. “Manchmal, aber nicht immer, gab es für Frauen und Männer unterschiedliche Öffnungszeiten”, weiß Pauselius aus seinen Quellen zu berichten, allen voran aus der seit 1828 erschienenen Preetzer Zeitung, dem Vorläufer der heutigen Ostholsteiner Zeitung.

Es war einst verboten, überall im Kirchsee zu baden

Auch ein kleines Schwimmbad für Kinder nahe der Brücke vom Wehrberg zum Heidberg sei in dieser Zeit entstanden. "Doch außerhalb dieser festgelegten Areale war es strengstens verboten, im Kirchsee zu baden, es drohte sogar Gefängnisstrafe”, erklärt der Autor und erinnert daran, dass sich sowohl der Kirchsee, als auch der Postsee oder der Lanker See seinerzeit im Eigentum des Adeligen Klosters zu Preetz befanden.

Zahlreiche Badeunfälle sind in Preetz dokumentiert

Auch über diverse Badeunfälle berichten die “Preetzer Blätter”. Ein Fall mit gutem Ausgang regt eher zum Schmunzeln an. “Flussläufe und Seen dienten damals ja als beliebte Waschplätze. Von den mehr oder weniger fest verankerten Stegen aus tauchten die Frauen ihre Wäschestücke ins Wasser, um die Seife auszuspülen”, erzählt Peter Pauselius. Laut einem Zeitungsbericht aus dieser Zeit muss dabei eine Frau die Balance verloren haben und ins Wasser gefallen sein. “Zum Glück hatte sie viele Unterröcke an, darunter wohl einen Reifrock, die in den ersten Minuten wie ein Ballon wirkten und die Frau über Wasser hielten. Mit einem beherzten Sprung sei ihr dann schließlich eine Lebensretter zu Hilfe gekommen.”

Doch Pauselius erinnert sich auch an eine tragische Geschichte, die ihn damals persönlich berührt hat, weil zwei seiner Mitschüler dabei ums Leben gekommen waren. Vier Jungs zwischen 13 und 16 Jahren waren mit einem Ruderboot nahe dem Dorf Wielen gekentert. Zwei wollten an Land schwimmen, um Hilfe zu holen, die anderen beiden sollten sich so lange an den Auslegern festhalten. Doch ob letzteren die Kräfte versagten oder sie sich anderweitig zu retten versuchten, konnte nicht geklärt werden. Als die Rettungskräfte eintrafen, sei niemand mehr am Boot gewesen. Tage später habe man nur noch die Leichen bergen können.

Ende der 1960er-Jahre erstes Strandbad am Lanker See

Anfang der 1950er-Jahre entstanden dann auch in der Hörn im Postsee eine Badeanstalt mit Bademeister und Sprungturm, in der mit dem Schulschwimmen begonnen wurde. Ende der 1960er-Jahre sei dann das erste Strandbad am Lanker See eröffnet worden, das sich heute noch, dank Spiel- und Grillplatz, Minigolfanlage sowie Strandbistro mit einladender Terrasse, großer Beliebtheit erfreut.

Die neue Ausgabe der Preetzer Blätter ist ab Sonnabend, 1. Juni, für 4 Euro in der Tourist-Information in der Mühlenstraße, in der Buchhandlung am Markt, in der Preetzer Bücherstube, bei Tabak-Müller im Fachmarkt-Zentrum sowie bei Lotto-Toto Korditschke in der Kühnerer Straße erhältlich. 

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