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Plön Ein Schusterjunge als Ampelmännchen
Lokales Plön Ein Schusterjunge als Ampelmännchen
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07:48 02.11.2019
Von Silke Rönnau
Ein Schusterjunge als Ampelmännchen in der Innenstadt von Preetz: Damit kann sich nicht nur die Stadtverwaltung anfreunden. Auch die bei einer kleinen Umfrage angesprochenen Bürger finden die Idee charmant. Quelle: Silke Rönnau
Preetz

Die Idee kam von Holzschuhmacher Lorenz Hamann. Der Schusterjunge ist eigentlich das Firmenzeichen seines Betriebs, der einige Jahrzehnte älter als die Stadt Preetz ist, wird aber im Ort vielfach verwendet – auch als Willkommensgruß an den Ortseingängen.

Eine Identifikationsfigur für Preetz

„Er ist einfach eine Identifikationsfigur für Preetz“, meint Hamann. Es sollten ja nicht alle Ampeln damit ausgestattet werden, sondern nur die in der Innenstadt, wofür er auch einen Zuschuss geben würde. „Ich fände es einfach toll, wenn wir so etwas haben – das passt.“

Die Stadt beantragte eine Ausnahmegenehmigung für die Lichtsignalanlagen am Garnkorb, Hufenweg und an der Kirchenstraße, berichtet Bürgermeister Björn Demmin. Doch die Verkehrsaufsicht habe abgelehnt, bedauert er.

Demmin: Schusterjunge sorgt für gute Laune

Ein erster Entwurf zeigte einen gehenden Schusterjungen in Grün. „Wir hätten auch noch einen stehenden Entwurf gefunden“, so Demmin. Es sei ein Projekt, das man ohne großen Aufwand umsetzen könne, das aber für Identität und bessere Laune sorge. „Wir wollen uns nicht kampflos geschlagen geben.“

Zumal er bei seinen Recherchen im Internet festgestellt habe, dass es in anderen Orten durchaus möglich sei. Ein Beispiel ist das ostdeutsche Ampelmännchen, das auch im Westen aufleuchtet. In Zwickau gibt es Ampelmädchen, in Trier Karl Marx, in Worms Martin Luther.

In Erfurt kamen bereits in den 80er-Jahren städtische Angestellte bei der Wartung und Reparatur von Ampeln auf die Idee, das einheitliche Aussehen einzelner grüner Ampelmännchen zu verändern. Zu den 14 Anlagen mit Wandersmann mit Rucksack und Wanderstock, Ampelmännchen mit Regenschirm oder Schulanfänger mit Zuckertüte werden sogar thematische Stadtführungen angeboten.

In Friedberg leuchtet Elvis Presley

In Bad Nauheim, wo Elvis Presley von 1958 bis 1960 lebte, darf man den King of Rock’n’ Roll bewundern.

Mittlerweile ist die EU bestrebt, die Sinnbilder der einzelnen Mitgliedstaaten zu vereinheitlichen. Zu diesem Zweck sei das Euromännchen entwickelt worden, das in neue Ampelanlagen eingebaut werde.

In Deutschland seien aber abweichende Formen zulässig, meint Demmin. „Natürlich muss man Mindestanforderungen beachten: Bei Rot muss die stehende Figur angezeigt werden, bei Grün die gehende.“

Quelle: Uwe Zucchi/dpa, Silke Rönnau | Montage: Lina Schlapkohl

Kreis Plön verweist auf das Euromännchen

Der Kreis Plön begründet seine Absage mit der ausschlaggebenden Rechtsnorm der Straßenverkehrsordnung (StVO), in der das Sinnbild für Fußgänger dargestellt und das Aussehen vorgegeben werde. „Im Lichtzeichen für Fußgänger muss das rote Sinnbild einen stehenden, das grüne einen schreitenden Fußgänger zeigen.“ Der Kreis verweist außerdem auf das Euromännchen.

Auf der letzten Tagung des Bund-Länder-Fachausschusses zur StVO im Januar 2019 sei der Beschluss gefasst worden, dass es keiner Ergänzung zum Sinnbild des Fußgängers bedürfe. Als Ausnahme sei im Einigungsvertrag das ostdeutsche Ampelmännchen festgeschrieben.

Kleine Umfrage zeigt: Preetzer finden die Idee gut

Eine kleine Umfrage an der Ampel am Hufenweg zeigt, dass die Preetzer der Einführung eines eigenen Symbols offen gegenüber stehen. „Otto kriegt ja auch eine Ampel, dann können wir das hier auch mit dem Schusterjungen machen“, meint Klaus-Peter Bettin.

Auch Margrit Bastubbe begrüßt die Idee: „Das ist mal was Neues und es ist typisch Preetz.“ Angela Fischer meint, man fühle sich dadurch noch mehr verbunden mit der Stadt. Und für die Touristen habe es einen Wiedererkennungswert.

„Ich finde es toll, weil Preetz eine Schusterstadt ist“, sagt Axel Horn.

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