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Plön Neue Ideen für den Seehof in Plön
Lokales Plön Neue Ideen für den Seehof in Plön
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16:14 15.11.2019
Von Dirk Schneider
Das alte Gästehaus des Plöner Seehofs hat den Charme der 60er-Jahre bewahrt. Hier  könnten laut Wandelwerk-Konzept zwölf Wohnungen für bis zu 38 Menschen eingerichtet werden. Quelle: Dirk Schneider
Plön

Die Heilsarmee ist hier schon lange Geschichte, doch der Verkauf des Areals gestaltete sich schwerer als gedacht. Jetzt könnte ein nachhaltiges Mehrgenerationen-Wohnprojekt folgen: Am Mittwochabend stellte der Verein Wandelwerk im Plöner Stadtentwicklungsausschuss sein Konzept vor. „Wir treten hier nicht als Investoren, sondern als gemeinnützige Projektentwickler auf“, betonte Jeremias Haberland. Der Eventmanager präsentierte zusammen mit der Erziehungswissenschaftlerin Mona Kraus und dem Umweltwissenschaftler Lukas Stocker das Vorhaben. Die Grundidee: „Wir wollen einen Arbeits- und Lebensort für 100 Menschen schaffen, die dieses Umfeld aktiv mitgestalten“, so Haberland. In einem „Co-Working-Space“ sollen insbesondere Arbeitsangebote im Kreativbereich vor Ort geschaffen werden. Diese Mischung aus Home Office und Großraumbüro würde durch die Digitalisierung auf dem Land möglich gemacht.

Das zentrale Tagungshaus- und Hotel solle weiterhin für Bildungs- und Kulturangebote genutzt werden. „Wir wollen das Schwerpunkte im Bereich gesellschaftspolitische Bildung für Natur- und Umwelt setzen, verrät Kraus. Die alten Freizeithütten am See sollten für niedrigschwellige und kostengünstige Angebote genutzt werden.

Bio-Erlebnis-Landwirtschaft geplant

Auch für die 16 Hektar Weide- und Ackerland haben die Wandelwerker einen Plan. „Wir wollen eine Bio-Erlebnis-Landwirtschaft betreiben“, so Stocker. Positiver Nebeneffekt: Die erzeugten Produkte wie Obst und Gemüse sollen der Teilselbstversorgung dienen. „Die Nachhaltigkeit soll er- und gelebt werden“, so Stocker.

Zunächst sollen 60 Menschen in den Seehof einziehen

Dreh- und Angelpunkt für die Finanzierbarkeit des Projektes sei allerdings das Wohnen, stellte Haberland fest. In einem ersten Schritt sollen etwa 60 Menschen in die bestehenden Gebäude des Seehofs einziehen, die dafür teilweise modernisiert und umgebaut werden müssten. Zudem sollen auf dem Areal weiterer Wohnraum für 50 Menschen in einigen Kleinsthäusern und zwei Wohnblocks geschaffen werden.
In einer zweiten Phase möchten die Projektbetreiber weitere bis zu 40 sogenannte Tiny-Houses (das sind mehr oder weniger mobile Minihäuser) im südlichen Bereich des Areals aufgestellt werden sollen. Die für die Neubauten angedachten 3000 Quadratmeter großen Flächen liegen allerdings außerhalb des Baufelds des eigentlichen Seehofs mit seinen 4000 Quadratmetern Nutzfläche.

Alles hängt von der Landesplanung ab

Einer erforderlichen Änderung des Flächennutzungs- und des Bebauungsplans stehe allerdings der Grundsatzbeschluss der Stadt gegenüber, keine Versiegelung neuer Flächen im Außenbereich zuzulassen, stellte Ausschussmitglied Ingo Buth fest.
Genau hier sieht auch Bürgermeister Lars Winter das Hauptproblem, für die Realisierung des Projektes, das in den Vorgesprächen mit dem Kreis Plön grundsätzlich positiv bewertet worden sei. „Die kritische Frage des dauerhaften Wohnens ist laut F- und B-Plan in diesem Bereich nicht vorgesehen,“ so Winter. Während die Untere Naturschutzbehörde signalisiert habe, dass es vorstellbar sei, bestimmte Bereiche aus dem Landschaftsschutz zu entlassen, wisse man nicht, wie sich die Landesplanung positionieren werde. „Wir haben einen Ortstermin im Januar, danach wissen wir mehr“, so Winter.

Für Tobias Haberland und seine Mitstreiter ist diese Antwort ein zentraler Baustein für die Gesamtinvestition von rund 5,5 Millionen Euro. „Die Grundfinanzierung wird durch den Wohnraum gesichert“, betont Haberland. Angesichts dieser Größenordnung wäre die auf 50.000 geschätzten Euro Kosten für die Bauleitplanung darstellbar.

Schon 40 feste Bewerber für den Seehof

Der Verein Wandelwerk, der eigens für das Projekt Seehof gegründet wurde, zähle derzeit elf Mitglieder, sagte Kraus. Zudem gebe es bereits über 40 feste Bewerber, die sich mit entsprechendem Eigenkapital einbringen würden. So komme man auf eine Eigenkapitalquote von 20 bis 30 Prozent.

Die Ausschussmitglieder wollen die zahlreichen Informationen erst einmal sacken lassen, um diese mit den drei weiteren Konzepten zu vergleichen, die in den kommenden Sitzungen vorgestellt werden sollen. Die drei weiteren Bewerber sind ein Touristikunternehmen sowie die Betreiber einer christlichen Bildungseinrichtung und einer Seniorenresidenz.

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