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Plön Gerangel um jeden Quadratmeter
Lokales Plön Gerangel um jeden Quadratmeter
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16:30 16.03.2018
Von Hans-Jürgen Schekahn
Die alte Rettungswache an der Klinik Preetz: „Wenn sich hier mehrere Kollegen gleichzeitig umziehen wollen, wird es verdammt eng“, sagt Christian Frehse, der hier seinen Dienst versieht. Quelle: Anne Gothsch
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Kreis Plön

Das neue Gebäude liegt direkt neben der Feuerwehrtechnischen Zentrale und kostet rund vier Millionen Euro. Geld, das letztlich die Krankenkassen über die Beiträge ihrer Mitglieder aufbringen müssen. Das erklärt den Druck auf die Kreisverwaltung, die ihre Baupläne absprechen musste. Der Neubau ist nötig, weil am alten Standort akute Raumnot herscht.

Streit um Parkplatzfläche von 20 Quadratmeter

Der Streit um die Garagenparkplätze mutet allerdings ein wenig skurril an. Die Krankenkassen berufen sich auf die DIN-Norm 13049. Die gesteht jedem Rettungswagen 55 Quadratmeter Parkplatz zu. Das ist unstrittig. Nun gibt es aber noch Reservefahrzeuge. Allerdings stehen in der DIN-Norm für sie keine Parkplatzgrößen. Die Kreisverwaltung wollte auch für sie 55 Quadratmeter, um für die Zukunft mit einem vielleicht größerem Fuhrpark gewappnet zu sein. Die Krankenkassen beharrten zunächst auf 45 Quadratmeter. Das müsse ausreichen. Offen gaben die Vertreter zu, davor Angst zu haben, dass andere Träger einmal ähnliche Forderungen stellen könnten. Die Kontroverse endete mit einem Kompromiss: Die Krankenkassen zahlen für zwei Parkplätze für Reservewagen für 55 Quadratmeter, für zwei weitere nur für 45 Quadratmeter. Die Kosten für die übrig gebliebenen 20 Quadratmeter (36000 Euro) soll der Kreis übernehmen.

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Krankenkassen lehnen Raum für Schutzanzüge ab

Einen separaten Raum (31 Quadratmeter) für die Schutzanzüge der Mitarbeiter akzeptieren die Verhandlungspartner nicht. Steht nicht in der DIN-Norm. Die können in die Umkleideräume. Das Argument des Kreises, dass sich aus hygienischen Gründen die private Kleidung der Rettungsassistenten und die Dienstsachen nicht vermischen sollten, hatte dagegen keine Chance. Die Kassen zahlen dafür nicht.

Mehrkosten von 150000 Euro soll der Kreis übernehmen

Der Sozialausschuss hat sich nun einstimmig dafür ausgesprochen, dass der Kreis die Mehrkosten für die Flächen übernimmt, die die Krankenkassen nicht tragen. In der Summe sind das für 51 Quadratmeter rund 150000 Euro. Der Kreistag beschließt über die Zusatzkosten im April. Die Zustimmung gilt als sicher. Anderenfalls müssen die Baupläne umgearbeitet werden, was eine Verzögerung von drei Monaten bedeuten würde.

Anja Rüstmann 16.03.2018
Hans-Jürgen Schekahn 15.03.2018
Merle Schaack 15.03.2018