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Plön Im Urzeithof durch die Erdgeschichte
Lokales Plön Im Urzeithof durch die Erdgeschichte
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10:00 01.06.2019
Von Sven Tietgen
Katrin Mohr und Frank Rudolph präsentieren ihre beeindruckende Fossilienausstellung im ehemaligen Eiszeitmuseumsbau. Quelle: Sven Tietgen
Stolpe

Im vergangenen Jahr kauften Katrin Mohr und Frank Rudolph das Gebäudeensemble, das seit einigen Jahren kaum noch benutzt wurde. Zuvor gab es dort ein Kräutermuseum nebst Laden und Café sowie einen Botanischen Garten. Die Gartenflächen wurden vom Besitzer, dem Re-natur-Gründer Paul Schwedtke, an die Gemeinde verkauft. Die 29.000 Quadratmeter sollen zu Bauland werden. Katrin Mohr und Frank Rudolph war das nur recht. „Das hat gepasst, denn die Flächen brauchen wir nicht für unser Vorhaben“, erzählt das Paar.

Ausstellungserlebnis für alle Sinne

Kern des Urzeithofs ist eine Ausstellung mit einer spannenden Auswahl an Fossilien, Mineralien und Gesteinen. Ausnahmslos echte Stücke werden vor schwarzen Stoffen in Licht getaucht. Zu den Besonderheiten zählen die mit 3,4 Milliarden Jahren ältesten Fossilien der Erde und das weltweit größte, versteinerte Ei des erst vor 1000 Jahren ausgestorbenen, vier Meter großen Madagaskar-Straußes. Die vielfach gewundenen Wege in der chronologisch sortierten Ausstellung nennen die Macher ihr Labyrinth durch die Erdgeschichte. Sie bieten ein Erlebnis für alle Sinne an: Die Besucher können Steine und Fossilien anfassen, daran schnuppern oder lauschen. „Einige Steine riechen nach Bitumen oder verströmen erst dann ihren Duft, wenn man sie kratzt“, erklärt Rudolph.

Vom Heuboden zum Eiszeitmuseum: Der Kreis schließt sich

Die fast fertig installierte Schau mit ausnahmslos echten Stücken ist in der mit Findlingen gemauerten Halle zu sehen, die vor 20 Jahren extra für das damalige Eiszeitmuseum gebaut wurde. Und dort schließt sich der Kreis: Frank Rudolph kennt die Anlage – damals wirkte der Biologe, der über Fossilien promovierte, ehrenamtlich im Vorstand des Eiszeitmuseums mit. Neu ist der Urzeithof nicht: Rudolph und Mohr betrieben die Ausstellung bislang im Ricklinger Ortsteil Fehrenbötel auf einem Heuboden. Draußen vor der Museumsscheune verläuft eine Kopfsteinpflasterstraße. „Bei jedem vorbeifahrenden Lkw hüpften die Fossilien in den Schaukästen, das war nicht ideal“, erinnert sich der 55-Jährige.

Präsentiert wird die größte Fossiliensammlung Schleswig-Holsteins

Die neuen Räumlichkeiten dagegen bieten Möglichkeiten für eine attraktive Weiterentwicklung, führt Frank Rudolph weiter aus. So enthält der Eingangsbereich nicht nur die „Heldentafel“ mit den Namen vieler Freunde und Unterstützer, die beim Umzug und Neubeginn mit angepackt hatten. Die aus mehreren zehntausend Exponaten bestehende Sammlung, laut Rudolph die größte Fossiliensammlung Schleswig-Holsteins, ist mit weiteren Ausstellungsräume auch Basis für Mitmachaktionen, Präparationskurse, Vorträgen, Führungen für Gruppen und auch Kindergeburtstage. Dazu gibt es Angebote für Schulklassen, Bestimmungstage und Exkursionen. Weiterhin wird das ehemalige „Hexenhäuschen“ auf dem Gelände der 1904 errichteten Hofanlage zukünftig als Werkstatt für Kinder fungieren. Ein Shop nebst Antiquariat wird eingerichtet, ein Café mit Plätzen drinnen und draußen nimmt den Betrieb auf. Das Café kann auch für Gesellschaften und Gruppen gebucht werden.

Eröffnung mit Kreispräsident Stefan Leyk

Gerade das Café, das von Marie Stührwoldt aus Stolpe betrieben wird, sowie die verkehrsgünstige Lage nahe der A21-Autobahnauffahrt Stolpe/Wankendorf soll dazu beitragen, dass viele Interessierte den Weg zum Urzeithof finden. „Wir gehen von 10.000 Besuchern im Jahr aus“, erklärt Rudolph. Ideen für weitere Projekte auf dem Gelände gibt es auch, so sollen später die Gewächshäuser in das Ausstellungskonzept eingebunden werden. Zunächst steht aber die Eröffnung am 22. Juni an, zu der sich auch Kreispräsident Stefan Leyk angemeldet hat.

Der Urzeithof am Pfeifenkopf 9 in Stolpe eröffnet am Sonnabend, 22. Juni, um 11 Uhr. Öffnungszeiten: mittwochs bis sonntags von 14 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung. Der Eintritt kostet für Erwachsene fünf Euro, Kinder zahlen drei Euro.

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