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Plön Wo Dracula auf die Titanic trifft
Lokales Plön Wo Dracula auf die Titanic trifft
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12:43 18.08.2019
Von Silke Rönnau
"Adam" heißt das Stück, das die Schauspielerin Viviana Amaya aus Mexiko beim Papiertheatertreffen in Preetz zeigen wird. Quelle: hfr
Preetz

„Erstmals sind alle Bühnen unter einem Dach vereint“, freut sich Inga Feldmann, Leiterin der Volkshochschule Preetz, über die sieben barrierefreien Theaterräume im Schulgebäude. Dafür würden zurzeit blickdichte Vorhänge genäht. Auch die Plakate wurden neu gestaltet und präsentieren die Veranstaltung nun in Blau statt in Pink.

Inga Feldmann hat zusammen mit Dirk Reimers das Programm zusammengestellt und damit die Organisation von Marlis Sennewald übernommen, die als ihre Vorgängerin über viele Jahre die Fäden in der Hand hielt. Dirk Reimers und seine Frau Barbara haben im vergangenen Jahr ihre eigene Sammlung dem Heimatmuseum Preetz zur Verfügung gestellt.

Das Stück muss eine deutsche Erstaufführung sein

Geblieben ist das Konzept: Die Aufführungen der Teilnehmer aus sechs Ländern müssen eine Deutschlandpremiere sein. Das strenge Auswahlkriterium hat dazu beigetragen, dass das Papiertheater längst über das klassische Spielen bekannter Theaterstücke hinaus entwickelt und neue Formen geschaffen hat.

Eine einzige Ausnahme zur geforderten Erstaufführung gibt es diesmal zur 100-Jahr-Jubiläumsfeier der Volkshochschule: Rüdiger Koch vom Papiertheater Invisius zeigt mit seinen Kindern Gustav und Fiete noch einmal „Der Freischütz“ – allerdings wie vor 100 Jahren mit einer Live-Klavierbegleitung durch die beiden Pianisten Shoko Kuroe und Thomas Hell.

Die ganze Vielfalt des Papiertheaters

Abgebildet wird wieder die ganze Vielfalt des Papiertheaterspiels, die sich auch darin zeigt, wie die Geschichte erzählt und inszeniert wird, ob im Kasten, versteckt hinter Bühnen oder offen auf einem Tisch, ob mit traditionellen Szenenbildern und Figuren gearbeitet oder die Produktion selbst gestaltet wird. Einige tragen live vor, andere mit Tonträgern.

Es sind neue Teilnehmer dabei wie der Opernsänger Alexander Spemann aus Mainz mit „Der Reisekamerad“, die Schauspielerin Viviana Amaya aus Mexiko mit ihrem offen gespielten Stück „Adam“, einer schwarzen Komödie über die sozialen Stereotypen des Glücks in Form einer Geschichte eines unvollständigen Menschen, oder der Österreicher Ulrich Chmel, der „Die Bremer Stadtmusikanten“ im Gepäck hat.

Schwerpunkt auf Andersens Märchen

Aber auch altbekannte Bühnen machen mit und beschäftigen sich mit der „Titanic“ aus Sicht des Konstrukteurs, mit der Geburtsstunde der Ballonfahrt oder dem Untergang von Rungholt. Ein Schwerpunkt liegt – nur durch Zufall – auf den Märchen von Hans Christian Andersen, die auf gleich fünf Miniaturbühnen zu sehen sind. Dirk Reimers freut sich besonders auf „Der Bischof von Børglum“, ein Märchen, das er selbst noch nicht gelesen hat. Er selbst führt zusammen mit seiner Frau Barbara „Der standhafte Zinnsoldat“ auf.

Außerdem geht es in einer Geschichte um eine begabten Ingenieur der englischen industriellen Revolution, der meint, dass seine verbesserte Dampfmaschine der Menschheit nützen wird. Präsentiert wird auch eine komische und rasante Fassung von Bram Stokers Roman „Dracula“ oder ein irisches Märchen um Elfen und Feen.

Und die Papieroper am Sachsenwald wird „Die Sache mit den Wundern“ erzählen. Dabei erfahren die Zuschauer, was den drei Sterndeutern aus Syrien am 24. Dezember des Jahres Null in Bethlehem wirklich passiert war.

Besonders für Kinder geeignet sind „Die Bremer Stadtmusikanten“, „Die Nachtigall“, „Titanic“, „Der Reisekamerad“ oder „Turandot für Arme“. Die Vorführungen dauernd von 25 bis 50 Minuten. Die ausländischen Bühnen spielen in der Regel in ihrer Sprache, werden aber gebeten, eine Übersetzung des Inhalts für die Besucher mitzubringen.

Informationen zum Papiertheatertreffen

Papiertheater: Gespielt wird in der Regel auf kleinen Bühnen aus Pappe oder Papier, in denen flache Papierfiguren an Stäben oder von Hand geführt agieren. Bis ins 20. Jahrhundert hinein erfreuten sich die Miniaturbühnen in der bürgerlichen Gesellschaft einer so großen Beliebtheit, dass es zahlreiche prosperierende Verlage gab, die eine große Auswahl von Bühnen, Figuren, Textheften und anderes herausbrachten, um das große Theater zu imitieren.

Festival in Preetz: Das 32. Preetzer Papiertheatertreffen bietet von Freitag, 20. September, bis Sonntag, 22. September, ein umfangreiches Programm mit 58 Vorstellungen. Begonnen hatte das erste Treffen noch mit 13 Aufführungen von fünf Bühnen, verkauft wurden damals 280 Karten. Inzwischen werden mehr als 1600 Karten verkauft. Am Sonnabend wird an mehreren Verkaufsständen Papiertheater-Zubehör aus aller Welt angeboten.

Vorverkauf: Karten für 8 Euro (Erwachsene) und 5 Euro (Kinder und Jugendliche) sind ab Montag, 26. August, 10 Uhr, bei der Volkshochschule Preetz, Tel. 04342/719863 oder E-Mail vhs-preetz@t-online.de, erhältlich. Ausführliche Informationen, Bilder und ein Bestellformular gibt es auch im Internet (www.preetz-papiertheater.de oder www.vhs-preetz.de).

17 Bühnen kommen zum Papiertheatertreffen in Preetz.

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